Anleihen: Energie- und Autokonzerne gefragt


19.02.24 10:20
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die niedrigen Renditen aus dem Dezember sind passé, so Anna-Maria Borse, Finanz- und Wirtschaftsredakteurin von der Deutsche Börse AG.

Denn so schnell wie damals erwartet, würden die Notenbanker die Leitzinsen wohl doch nicht senken, weder in den USA noch in Europa. Die Renditen seien im Wochenvergleich jedenfalls nochmals leicht angestiegen.

Am Freitagmorgen hätten zehnjährige Bundesanleihen 2,38 Prozent abgeworfen, vor einer Woche seien es 2,36 Prozent gewesen - beides weit entfernt von den 1,89 Prozent im Dezember. In den USA sehe es ähnlich aus.

"Die nach wie vor soliden US-Konjunkturdaten belasten die Kurse am US-Rentenmarkt und dies bestimmt auch maßgeblich den Ton am europäischen Rentenmarkt", erkläre Anleiheanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Außerdem signalisiere die US-Notenbank weiter, dass sie es mit Zinssenkungen nicht eilig habe. Der US-Geldmarkt schiebe die Zinssenkungserwartungen daher weiter nach hinten. "Die erste FED-Zinssenkung ist nunmehr für Juni eingepreist."

Auch die Zinssenkungshoffnungen für die Eurozone hätten letzte Woche nochmals einen Dämpfer erfahren: EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe am Donnerstag vor einer verfrühten Leitzinssenkung gewarnt. Die EZB dürfe nicht riskieren, mit einer überstürzten Zinssenkung Fortschritte im Inflationskampf zunichtezumachen. Der Abwärtstrend zum Zwei-Prozent-Inflationsziel sei zwar intakt. "Aber wir müssen uns sicherer sein", habe Lagarde im EU-Parlament betont.

Im Handel mit Staatsanleihen seien US-Treasuries gefragt, wie Tim Oechsner von der Steubing AG feststelle, etwa 2026 fällige. Die würden aktuell eine Rendite von 4,47 Prozent (ISIN US91282CBH34 / WKN A288GQ) bieten.

Unterdessen belaste die US-Gewerbeimmobilienkrise die Deutsche Pfandbriefbank (Depfa) weiter. Für Aktien wie Anleihen sei es letzte Woche abermals nach unten gegangen. Nur noch bei 23 Prozent würden die Depfa-Hybridanleihen mit 8,474 Prozent-Kupon (ISIN XS1808862657 / WKN A2GSLH) notieren, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Die bei Oddo BHF gehandelte, 2027 fällige Anleihe (ISIN DE000A2DASM5 / WKN A2DASM) mit Kupon von 4,6 Prozent sei auf nur noch 33 Prozent gefallen, wie Rainer Petz bemerke. Oechsner melde viele Abgaben für die bei der Steubing AG gehandelte, 2027 fällige Depfa-Anleihe (ISIN DE000A30WF27 / WKN A30WF2). Letzte Woche habe die Ratingagentur Standard & Poorʼs die Bonitätsnote für die Depfa herabgestuft. Mit BBB- liege die Note für die langfristige Kreditwürdigkeit jetzt nur noch eine Stufe über Ramschniveau.

Davon unbeeindruckt würden sich Anleihen des Wiener Immobilienentwicklers UBM Development zeigen. "Da gibt es einiges an Käufen", stelle Daniel fest. Gut an komme vor allem der im November 2025 fällige Bond (ISIN AT0000A2AX04 / WKN A2R9CX) mit aktueller Rendite von 8 Prozent, aber auch die Papiere mit Laufzeiten bis 2026 (ISIN AT0000A2QS11 / WKN A3KQGX) und 2027 (ISIN AT0000A35FE2 / WKN A3LJ82) mit Renditen von 10,76 und 6,22 Prozent.

Abgesehen davon sehe Daniel viele Käufe für Anleihen von Energieunternehmen, konkret EnBW, RWE und E.ON (ISIN XS2574873266 / WKN A30V8A). Bei Laufzeiten bis 2025, 2029 und 2028 würden sie aktuell Renditen von 3,5 Prozent, 3,3 Prozent und 3,1 Prozent abwerfen. Oechsner zufolge seien Anleihen von VW (ISIN XS2694874533 / WKN A3514V), Bayer, E.ON (ISIN XS2747600109 / WKN A3826U) und Mercedes (ISIN DE000A3LH6T7 / WKN A3LH6T) gefragt. Auf beiden Seiten gehandelt würden Papiere (ISIN DE000DB7XJJ2 / WKN DB7XJJ) der Deutschen Bank.

Neues habe es letzte Woche unter anderem von Siemens gegeben. Der Münchner Konzern habe am Donnerstag 5 Milliarden Euro am Anleihemarkt aufgenommen, in vier Tranchen mit Laufzeiten zwischen knapp 5 und 20 Jahren. Bloomberg zufolge sei das die größte Emission von Unternehmensanleihen seit einem Jahr. (Ausgabe vom 16.02.2024) (19.02.2024/alc/a/a)





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