Anleihen: Renditen bleiben auf niedrigem Niveau


10.08.20 10:06
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Märkte schwanken zwischen Zuversicht auf der einen und Sorgen auf der anderen Seite: Zuversicht angesichts verbesserter Konjunkturdaten in Deutschland wie den USA, Sorgen angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen sowie des wieder aufkeimenden Handelsstreits zwischen China und den USA, so die Deutsche Börse AG.

Unter dem Strich bleibe die Nachfrage nach Bundesanleihen hoch, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen schwanke weiter auf niedrigem Niveau um minus 0,5 Prozent. Am Freitagmorgen seien es minus 0,53 Prozent.

Deutlich zurückgegangen seien in den vergangenen Wochen die im Zuge der Corona-Krise in die Höhe geschnellten Renditen für Europas Peripherieländer. Zehnjährige italienische Anleihen würden wieder unter 1 Prozent rentieren, spanische, portugiesische und griechische Staatspapiere derselben Laufzeit mit 0,27 Prozent, 0,30 Prozent und 1,01 Prozent. Das entspreche dem Niveau vor der Krise. "Der EU-Wiederaufbaufonds hilft den Peripherieländern, ändert aber nichts an den dortigen Problemen der Staatsfinanzen", bemerke Anleiheanalyst Cem Keltek von der Commerzbank. Er gehe daher davon aus, dass die Spreads der Peripherie den Rest des Jahres seitwärts tendieren würden.

Kunden der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank würden sich von spanischen Staatsanleihen trennen, etwa der 2026 laufenden mit Kupon von 1,3 Prozent (ISIN ES00000128H5 / WKN A1VQCB), wie Händlerin Beate Mägerle berichte.

Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es derzeit ruhig zu. "Wir sehen vor allem Verkäufe, bei einem insgesamt dünnen Geschäft", melde Mägerle. Anleger hätten sich zum Beispiel von Otto-Anleihen mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 2,625 Prozent (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80) und einer Otto-Hybridanleihe mit Kupon von 4 Prozent (ISIN XS1853998182 / WKN A2LQ0B) getrennt.

Ebenfalls verkauft würden Papiere des österreichischen Baukonzerns Voestalpine, die 2026 fällig seien und 1,75 Prozent bieten würden (ISIN AT0000A27LQ1 / WKN A2R0KA), und Lufthansa-Langläufer mit Laufzeit bis 2075 und Kupon von 5,125 Prozent. Die Lufthansa habe vergangene Woche bekannt gegeben, dass sie aufgrund der katastrophalen Lage betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen könne, trotz Staatshilfe. Mit einer Erholung der Passagierzahlen auf das Niveau vor der Corona-Krise rechne die Airline jetzt erst für 2024.

Die Neuemissionstätigkeit habe durch die Ferienzeit spürbar nachgelassen, wie die Anleiheanalysten der DekaBank berichten würden. Damit verringere sich auch der Druck auf ausstehende Anleihen auf dem Sekundärmarkt, sodass die Risikoaufschläge auch dort weiter gesunken seien. "Zwar hat die EZB ihr Anleihekaufprogramm zuletzt deutlich reduziert, doch die Käufe von Unternehmensanleihen sind im Vergleich zu öffentlichen Anleihen noch hoch."

Ohne große Auswirkungen seien die Geschäftsberichte zum zweiten Quartal geblieben: Die seien zwar von massiven Umsatz- und Ergebnisrückgängen gekennzeichnet. "Doch da dies bereits in den Erwartungen eingepreist ist, lassen sich die Marktteilnehmer nicht von den schwachen Ergebniszahlen erschrecken." Sie hätten lieber auf die verbesserten Aussichten im zweiten Halbjahr geschaut. (Ausgabe vom 07.08.2020) (10.08.2020/alc/a/a)






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ES00000128H5 A1VQCB 110,25 € 106,90 €
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