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Anleihen: Durch Notenbankentscheide "unbeeindruckt"
03.02.25 09:45
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - "Zinspause" in den USA, Zinssenkung in der Eurozone, etwas anderes hatte kaum jemand erwartet, so die Deutsche Börse AG.
Im Handel mit Unternehmensanleihen kämen Papiere von VW, Fraport und MTU gut an, aber auch einige Mittelstandsanleihen.
Sie hätten geliefert wie erwartet - die Notenbanksitzungen in den USA und der Eurozone seien ohne Überraschung verlaufen. "Die Märkte zeigten sich daher ziemlich unbeeindruckt", berichte Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handele. Die US-Notenbank habe auf ihrer Sitzung am Mittwoch die Leitzinsen unverändert in der Spanne von 4,25 bis 5 Prozent gelassen. Die EZB habe auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt, der Einlagensatz liege jetzt bei 2,75 Prozent. Die Inflation sei auf gutem Weg und werde im Laufe des Jahres den Zielwert von 2 Prozent erreichen, habe es geheißen.
Eurozone: "Tür für weitere Zinssenkungen geöffnet"?
"Angesichts der hohen politischen Unsicherheit bleibt die EZB weiter datenabhängig und wird von Sitzung zu Sitzung entscheiden", erläutere DWS-Volkswirtin Ulrike Kastens. Ihrer Einschätzung nach habe die EZB dennoch die Tür für weitere Zinssenkungen ein Stück weiter geöffnet. Sie gehe davon aus, dass das Thema "lahmende Wirtschaft" in Zukunft eine noch größere Rolle spielen werde. Denn zuletzt sei die Wirtschaft der Kernländer - mit Ausnahme von Spanien - geschrumpft. "Unserer Meinung nach sind weitere Zinssenkungen in der Pipeline. Das Erreichen eines neutralen Zinssatzes von 2 Prozent im Juni 2025 könnte ein wichtiges Zwischenziel sein."
Die Renditen seien gegenüber der Vorwoche etwas zurückgegangen. Zehnjährige Bundesanleihen würden am Freitagmittag mit 2,48 Prozent nach 2,53 Prozent vor einer Woche rentieren. In den USA seien es aktuell 4,53 Prozent nach 4,63 Prozent vergangenen Freitag.
Gesucht: Bekannte Namen, mittlere Laufzeiten
Im Handel mit Corporates kämen derzeit VW-Anleihen gut an, wie Brunner feststelle, etwa solche mit Kupon von 3,375 Prozent und Laufzeit bis 2028 (ISIN XS2152061904/ WKN A2LQ6L), aktuell mit Rendite von 3,02 Prozent. Bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank seien zwei im vergangenen Jahr begebene Bonds gefragt, wie Beate Mägerle berichte: eine von Fraport mit Fälligkeit 2032 (ISIN XS2832873355/ WKN A383CB) und eine von MTU bis 2031 (ISIN XS2887896574/ WKN A383RD). Die Renditen lägen aktuell bei 3,61 und 3,44 Prozent.
Im Bereich Mittelstandsanleihen sei Brunner zufolge Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig gesucht, etwa die bis 2027 laufende mit Kupon von 7,75 Prozent (ISIN DE000A30VUP4/ WKN A30VUP). Ebenfalls gefragt: Bonds von Score Capital, dem Finanzierungspezialisten für Profifußballvereine, mit 8 Prozent bis 2027 (ISIN DE000A383V65/ WKN A383V6).
Auf den Einkaufslisten stünden zudem US-Dollar-Bonds. "Die höheren Leitzinsen machen sich bemerkbar", erkläre Brunner. Ein Beispiel: Bonds von US-Chemieriese Dow Chemical mit 7,375 Prozent-Kupon und Fälligkeit 2029 (ISIN US260543BJ10/ WKN 450258), die derzeit 5,08 Prozent abwerfen würden.
BayWa: Restrukturierung festgezurrt
Neue Nachrichten seien am Freitag vom hoch verschuldeten Agrarhandelskonzern BayWa gekommen, wie Rainer Petz von ODDO BHF berichte. Die BayWa habe entschieden, beim Amtsgericht München ein Restrukturierungsvorhaben nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz StaRUG anzuzeigen. Offenbar habe sich der Konzern mit den wichtigsten Finanzierungspartnern auf ein detailliertes Finanzierungskonzept und eine langfristige Sanierung geeinigt. Teil sei eine Barkapitalerhöhung von 150 Millionen Euro mit Bezugsrechten für die Aktionäre. Die Hybridanleihe mit Kupon von 7,75 Prozent (ISIN DE000A351PD9/ WKN A351PD) verliere leicht und werde aktuell um 40 Prozent gehandelt.
Deutsche Telekom mit neuen Anleihen
Bei den Neuemissionen sei es diese Woche ruhig zugegangen. Die Deutsche Telekom habe sich frisches Geld geholt, privatanlegerfreundlich mit Stückelung von 1.000 Euro, wie Mägerle berichte. Der Bond biete 3 Prozent bis 2032 (ISIN XS2987630873/ WKN A4DFDZ), eine weitere Tranche 3,625 Prozent bis 2045 (ISIN XS2985250898/ WKN A4D6DZ).
Brunner melde eine neue österreichische Staatsanleihe in - "kurios" wie er meine - Schweizer Franken. Die Anleihe mit Fälligkeit 2035 habe einen Kupon von 0,682 Prozent (ISIN CH1418473448/ WKN A4D6DZ). "In Euro hätte Österreich rund 2,82 Prozent zahlen müssen." (News vom 31.01.2025) (03.02.2025/alc/a/a)
Im Handel mit Unternehmensanleihen kämen Papiere von VW, Fraport und MTU gut an, aber auch einige Mittelstandsanleihen.
Sie hätten geliefert wie erwartet - die Notenbanksitzungen in den USA und der Eurozone seien ohne Überraschung verlaufen. "Die Märkte zeigten sich daher ziemlich unbeeindruckt", berichte Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handele. Die US-Notenbank habe auf ihrer Sitzung am Mittwoch die Leitzinsen unverändert in der Spanne von 4,25 bis 5 Prozent gelassen. Die EZB habe auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt, der Einlagensatz liege jetzt bei 2,75 Prozent. Die Inflation sei auf gutem Weg und werde im Laufe des Jahres den Zielwert von 2 Prozent erreichen, habe es geheißen.
Eurozone: "Tür für weitere Zinssenkungen geöffnet"?
"Angesichts der hohen politischen Unsicherheit bleibt die EZB weiter datenabhängig und wird von Sitzung zu Sitzung entscheiden", erläutere DWS-Volkswirtin Ulrike Kastens. Ihrer Einschätzung nach habe die EZB dennoch die Tür für weitere Zinssenkungen ein Stück weiter geöffnet. Sie gehe davon aus, dass das Thema "lahmende Wirtschaft" in Zukunft eine noch größere Rolle spielen werde. Denn zuletzt sei die Wirtschaft der Kernländer - mit Ausnahme von Spanien - geschrumpft. "Unserer Meinung nach sind weitere Zinssenkungen in der Pipeline. Das Erreichen eines neutralen Zinssatzes von 2 Prozent im Juni 2025 könnte ein wichtiges Zwischenziel sein."
Die Renditen seien gegenüber der Vorwoche etwas zurückgegangen. Zehnjährige Bundesanleihen würden am Freitagmittag mit 2,48 Prozent nach 2,53 Prozent vor einer Woche rentieren. In den USA seien es aktuell 4,53 Prozent nach 4,63 Prozent vergangenen Freitag.
Gesucht: Bekannte Namen, mittlere Laufzeiten
Im Bereich Mittelstandsanleihen sei Brunner zufolge Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig gesucht, etwa die bis 2027 laufende mit Kupon von 7,75 Prozent (ISIN DE000A30VUP4/ WKN A30VUP). Ebenfalls gefragt: Bonds von Score Capital, dem Finanzierungspezialisten für Profifußballvereine, mit 8 Prozent bis 2027 (ISIN DE000A383V65/ WKN A383V6).
Auf den Einkaufslisten stünden zudem US-Dollar-Bonds. "Die höheren Leitzinsen machen sich bemerkbar", erkläre Brunner. Ein Beispiel: Bonds von US-Chemieriese Dow Chemical mit 7,375 Prozent-Kupon und Fälligkeit 2029 (ISIN US260543BJ10/ WKN 450258), die derzeit 5,08 Prozent abwerfen würden.
BayWa: Restrukturierung festgezurrt
Neue Nachrichten seien am Freitag vom hoch verschuldeten Agrarhandelskonzern BayWa gekommen, wie Rainer Petz von ODDO BHF berichte. Die BayWa habe entschieden, beim Amtsgericht München ein Restrukturierungsvorhaben nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz StaRUG anzuzeigen. Offenbar habe sich der Konzern mit den wichtigsten Finanzierungspartnern auf ein detailliertes Finanzierungskonzept und eine langfristige Sanierung geeinigt. Teil sei eine Barkapitalerhöhung von 150 Millionen Euro mit Bezugsrechten für die Aktionäre. Die Hybridanleihe mit Kupon von 7,75 Prozent (ISIN DE000A351PD9/ WKN A351PD) verliere leicht und werde aktuell um 40 Prozent gehandelt.
Deutsche Telekom mit neuen Anleihen
Bei den Neuemissionen sei es diese Woche ruhig zugegangen. Die Deutsche Telekom habe sich frisches Geld geholt, privatanlegerfreundlich mit Stückelung von 1.000 Euro, wie Mägerle berichte. Der Bond biete 3 Prozent bis 2032 (ISIN XS2987630873/ WKN A4DFDZ), eine weitere Tranche 3,625 Prozent bis 2045 (ISIN XS2985250898/ WKN A4D6DZ).
Brunner melde eine neue österreichische Staatsanleihe in - "kurios" wie er meine - Schweizer Franken. Die Anleihe mit Fälligkeit 2035 habe einen Kupon von 0,682 Prozent (ISIN CH1418473448/ WKN A4D6DZ). "In Euro hätte Österreich rund 2,82 Prozent zahlen müssen." (News vom 31.01.2025) (03.02.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 108,03 $ | 107,90 $ | 0,13 $ | +0,12% | 16.04./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| US260543BJ10 | 450258 | 112,02 $ | 107,00 $ | |
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