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Anleihemarkt: EZB drückt Renditen
09.05.14 17:06
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Derzeit beflügeln abermals Hoffnungen auf eine Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone die Anleihekurse, so die Deutsche Börse AG.
Die EZB habe auf ihrer Sitzung am gestrigen Donnerstag zwar nichts unternommen. "EZB-Präsident Draghi machte aber deutlich, möglicherweise im Juni aktiv werden zu wollen", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Am Markt werde mehrheitlich mit einem Anleihekaufprogramm gerechnet. "Außerdem stützt die Ukraine-Krise weiter die Kurse." Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 144,89 Prozent, vor einer Woche seien es 144,79 Prozent gewesen. Zehnjährige Bundesanleihen würden, wie am vergangenen Freitag, eine Rendite von 1,45 Prozent abwerfen.
Besonders stark hätten erneut Papiere der Eurokrisenländer profitiert. "Die Renditen zehnjähriger Anleihen aus Spanien und Italien notieren deutlich unter 3 Prozent", bemerke Brunner. Im Mittelpunkt habe in dieser Woche allerdings Portugal gestanden, das Land wolle nun ohne EU-Rettungsschirm auskommen. "Nach Zahlung der letzten Hilfstranche soll im Juni Schluss sein mit externer Hilfe, wie Ministerpräsident Coelho bekannt gab", erkläre Klaus Stopp von der Baader Bank. Lissabon habe sich damit ebenso wie Dublin für einen "sauberen Ausstieg" aus dem Hilfsprogramm entschieden.
"Die Rentenmärkte reagierten auf diese Ankündigungen prompt mit steigenden Kursen und sinkenden Renditen der bereits gelisteten Anleihen", stelle Stopp fest. Die Rendite (ISIN PTOTEQOE0015 / WKN A1HKUP) im zehnjährigen Bereich liege mittlerweile bei 3,43 Prozent. Am heutigen Freitag habe Standard & Poor's im Übrigen den Ausblick für Portugal wegen der Fortschritte beim Defizitabbau von "negativ" auf "stabil" angehoben.
Dass die jüngste Emission von fünfjährigen Bundesobligationen (ISIN DE000114169/ WKN 114169) nicht so gut angekommen sei, sei nach Ansicht von Brunner nicht besorgniserregend: "Die Renditen sind ja wieder auf 0,57 Prozent gefallen. Das wird sich schon wieder beruhigen." Das Kaufinteresse sei so gering gewesen, dass für die 5 Milliarden Euro, die emittiert werden sollten, lediglich Gebote für etwas über 4 Milliarden vorgelegen hätten.
Unternehmensanleihen würden begehrt bleiben, Anleger würden angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen weiter nach Alternativen zu Staatspapieren suchen. Auch Mittelstandsanleihen würden sich Brunner zufolge in dieser Woche fest zeigen. Unter Druck geraten sei lediglich die Anleihe (ISIN DE000A1KQXX5 / WKN A1KQXX) des Immobilienentwicklers Golden Gate, wie Daniel Förtsch von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft anmerke: Vergangenen Freitag habe das Papier noch bei 92,5 Prozent notiert, sei dann aber auf 80 Prozent abgerutscht. "Ein Grund ist uns nicht bekannt." Mittlerweile habe sich der Kurs aber schon etwas erholt.
Laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank sei die Hybrid-Anleihe (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) von Südzucker, die im April nach einer Gewinnwarnung deutlich Federn habe lassen müssen, unverändert einer der Favoriten der Anleger. "Der Kurs zieht an, langsam kommt auch wieder die 100 in Sicht."
Die SolarWorld-Anleihe befinde sich nach wie vor in der Aufwärtsbewegung, mittlerweile seien 290 Euro im Kurs erreicht - trotz der etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen.
Auch eine 2019 fällige Nachrang-Anleihe (ISIN DE000CB83CE3 / WKN CB83CE) der Commerzbank habe sich unauffällig verbessert: "Mittlerweile steht sie bei 116 Prozent auf der Geldseite." Der Preis sei auch Ausdruck des gestiegenen Vertrauens der Anleger in die "Staatsbank".
Sehr gut angekommen sei Förtsch zufolge eine Neuemission (ISIN XS1064049767 / WKN A11QFG) der Württembergischen Lebensversicherung mit Laufzeit bis 2044 und Kupon von 5,25 Prozent. "Da hatten wir eine sehr starke Nachfrage." Daneben habe der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler das günstige Umfeld genutzt und alte, höher verzinsliche Papiere gegen neue mit niedrigen Zinsen ausgetauscht, wie Brunner melde.
Mit einem ganzen Bündel an neuen US-Dollar-Bonds im Volumen von insgesamt 12 Milliarden US-Dollar habe Apple den Kapitalmarkt überschwemmt, wie Stopp berichte. "Mit dem Geld will das Unternehmen die höhere Quartalsdividende sowie den Rückkauf eigener Aktien mitfinanzieren." Die Anleihen (ISIN US037833AM25 / WKN A1ZHTW, ISIN US037833AQ39 / WKN A1ZHWF, ISIN US037833AR12 / WKN A1ZHWG, ISIN US037833AS94 / WKN A1ZHU5, ISIN US037833AT77 / WKN A1ZHWH) würden bis 2017, 2019, 2021, 2024 und 2044 laufen und Kupons von 1,05 Prozent, 2,10 Prozent, 2,85 Prozent, 3,45 Prozent und 4,45 Prozent aufweisen. Die Mindestanlagesumme betrage 2.000 US-Dollar.
Die neuen, bis 2019 laufenden Air Berlin-Anleihen seien unterdessen erfolgreich platziert worden, wie Rainer Petz von Close Brothers Seydler erkläre. Der Kupon der auf Euro lautenden Anleihe (ISIN XS1051719786 / WKN AB100L) liege bei 6,75 Prozent, der des Bonds (ISIN XS1051723895 / WKN AB100N) in Schweizer Franken bei 5,625 Prozent. "Mit einer Stückelung von 1.000 Euro beziehungsweise 5.000 Schweizer Franken eignet sich das auch für Privatanleger." (09.05.2014/alc/a/a)
Die EZB habe auf ihrer Sitzung am gestrigen Donnerstag zwar nichts unternommen. "EZB-Präsident Draghi machte aber deutlich, möglicherweise im Juni aktiv werden zu wollen", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Am Markt werde mehrheitlich mit einem Anleihekaufprogramm gerechnet. "Außerdem stützt die Ukraine-Krise weiter die Kurse." Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 144,89 Prozent, vor einer Woche seien es 144,79 Prozent gewesen. Zehnjährige Bundesanleihen würden, wie am vergangenen Freitag, eine Rendite von 1,45 Prozent abwerfen.
Besonders stark hätten erneut Papiere der Eurokrisenländer profitiert. "Die Renditen zehnjähriger Anleihen aus Spanien und Italien notieren deutlich unter 3 Prozent", bemerke Brunner. Im Mittelpunkt habe in dieser Woche allerdings Portugal gestanden, das Land wolle nun ohne EU-Rettungsschirm auskommen. "Nach Zahlung der letzten Hilfstranche soll im Juni Schluss sein mit externer Hilfe, wie Ministerpräsident Coelho bekannt gab", erkläre Klaus Stopp von der Baader Bank. Lissabon habe sich damit ebenso wie Dublin für einen "sauberen Ausstieg" aus dem Hilfsprogramm entschieden.
"Die Rentenmärkte reagierten auf diese Ankündigungen prompt mit steigenden Kursen und sinkenden Renditen der bereits gelisteten Anleihen", stelle Stopp fest. Die Rendite (ISIN PTOTEQOE0015 / WKN A1HKUP) im zehnjährigen Bereich liege mittlerweile bei 3,43 Prozent. Am heutigen Freitag habe Standard & Poor's im Übrigen den Ausblick für Portugal wegen der Fortschritte beim Defizitabbau von "negativ" auf "stabil" angehoben.
Dass die jüngste Emission von fünfjährigen Bundesobligationen (ISIN DE000114169/ WKN 114169) nicht so gut angekommen sei, sei nach Ansicht von Brunner nicht besorgniserregend: "Die Renditen sind ja wieder auf 0,57 Prozent gefallen. Das wird sich schon wieder beruhigen." Das Kaufinteresse sei so gering gewesen, dass für die 5 Milliarden Euro, die emittiert werden sollten, lediglich Gebote für etwas über 4 Milliarden vorgelegen hätten.
Laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank sei die Hybrid-Anleihe (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) von Südzucker, die im April nach einer Gewinnwarnung deutlich Federn habe lassen müssen, unverändert einer der Favoriten der Anleger. "Der Kurs zieht an, langsam kommt auch wieder die 100 in Sicht."
Die SolarWorld-Anleihe befinde sich nach wie vor in der Aufwärtsbewegung, mittlerweile seien 290 Euro im Kurs erreicht - trotz der etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen.
Auch eine 2019 fällige Nachrang-Anleihe (ISIN DE000CB83CE3 / WKN CB83CE) der Commerzbank habe sich unauffällig verbessert: "Mittlerweile steht sie bei 116 Prozent auf der Geldseite." Der Preis sei auch Ausdruck des gestiegenen Vertrauens der Anleger in die "Staatsbank".
Sehr gut angekommen sei Förtsch zufolge eine Neuemission (ISIN XS1064049767 / WKN A11QFG) der Württembergischen Lebensversicherung mit Laufzeit bis 2044 und Kupon von 5,25 Prozent. "Da hatten wir eine sehr starke Nachfrage." Daneben habe der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler das günstige Umfeld genutzt und alte, höher verzinsliche Papiere gegen neue mit niedrigen Zinsen ausgetauscht, wie Brunner melde.
Mit einem ganzen Bündel an neuen US-Dollar-Bonds im Volumen von insgesamt 12 Milliarden US-Dollar habe Apple den Kapitalmarkt überschwemmt, wie Stopp berichte. "Mit dem Geld will das Unternehmen die höhere Quartalsdividende sowie den Rückkauf eigener Aktien mitfinanzieren." Die Anleihen (ISIN US037833AM25 / WKN A1ZHTW, ISIN US037833AQ39 / WKN A1ZHWF, ISIN US037833AR12 / WKN A1ZHWG, ISIN US037833AS94 / WKN A1ZHU5, ISIN US037833AT77 / WKN A1ZHWH) würden bis 2017, 2019, 2021, 2024 und 2044 laufen und Kupons von 1,05 Prozent, 2,10 Prozent, 2,85 Prozent, 3,45 Prozent und 4,45 Prozent aufweisen. Die Mindestanlagesumme betrage 2.000 US-Dollar.
Die neuen, bis 2019 laufenden Air Berlin-Anleihen seien unterdessen erfolgreich platziert worden, wie Rainer Petz von Close Brothers Seydler erkläre. Der Kupon der auf Euro lautenden Anleihe (ISIN XS1051719786 / WKN AB100L) liege bei 6,75 Prozent, der des Bonds (ISIN XS1051723895 / WKN AB100N) in Schweizer Franken bei 5,625 Prozent. "Mit einer Stückelung von 1.000 Euro beziehungsweise 5.000 Schweizer Franken eignet sich das auch für Privatanleger." (09.05.2014/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




