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11,00% Multi Aktienanleihe: Deutschlands Traum einer globalen Chip-Supermacht verblasst - Anleiheanalyse
23.01.25 08:30
Bank Vontobel Europe AG
München (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Bank Vontobel Europe AG stellen in der aktuellen Ausgabe des "Aktienanleihen Investors" eine Multi Aktienanleihe auf die Aktie von Infineon, Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) (ISIN US8740391003 / WKN 909800) und Advanced Micro Devices (AMD) (ISIN US0079031078 / WKN 863186) vor.
Die Aktienanleihe sei mit einem Kupon von 11,00% p.a. ausgestattet. Die Barriere liege bei 50,00%. Das Produkt sei in Zeichnung bis zum 03.02.2025. Die Aktienanleihe laufe bis zum 20.03.2026.
In den letzten Jahren sei die deutsche Regierung fest entschlossen gewesen, eine globale Führungsposition in der Halbleiterindustrie einzunehmen. Mit ambitionierten Plänen und massiven Investitionen habe das Land seine Abhängigkeit von asiatischen Halbleiterlieferanten verringern und sich technologische Souveränität in dieser Schlüsseltechnologie sichern wollen. Doch trotz der ehrgeizigen Ziele und einer Reihe von staatlichen Förderprogrammen mehrten sich die Anzeichen, dass dieser Traum ins Stocken gerate. Verzögerungen bei Prestigeprojekten, wirtschaftliche Herausforderungen und geopolitische Spannungen ließen die Frage aufkommen, ob Deutschland in der globalen Chipproduktion wirklich noch konkurrenzfähig sein könnte.
Hintergrund: Laut den Plänen der Bundesregierung hätte Deutschland zu einem wichtigen, globalen Chipproduzenten und Standort für die Halbleiterindustrie werden sollen, das sowohl in der Forschung als auch in der Fertigung eine führende Rolle einnehmen sollte, um so die Abhängigkeit von asiatischen und amerikanischen Lieferketten zu verringern. Durch eine Kombination aus staatlichen Subventionen und privaten Investitionen hätten führende Unternehmen der Halbleiterindustrie wie Intel und Infineon dazu veranlasst werden sollen, Produktionsstandorte in Deutschland aufzubauen. Bis 2030 sollten mindestens 20% der europäischen Halbleiterproduktion aus der Bundesrepublik stammen. Vor allem habe der European Chips Act, der mit Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro ausgestattet sei, zum gewünschten Erfolg beitragen sollen. Dieser Plan, dass mindestens 20% der Halbleiterproduktion in Europa aus Deutschland kommen sollte, habe darauf abgezielt, Deutschland zu einem globalen Zentrum für die Fertigung von Mikrochips und Innovationen, insbesondere in den Bereichen Mikroelektronik und Automobilindustrie, zu machen. Nach diesem Plan habe Deutschland nicht nur seine eigene Produktion steigern, sondern auch die Entwicklung neuer, innovativer Technologien anführen wollen.
Deutschland habe im Vergleich zu Asien und den USA höhere Energie- und Arbeitskosten, was die Produktion verteuere. Länder wie Taiwan und Südkorea böten günstigere Bedingungen und erhielten stärkere staatliche Unterstützung. Hinzu kämen geopolitische Spannungen, die die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden (wie z. B. Zinn, Kupfer, Nickel) gefährdeten. Während Deutschland in Nischenmärkten wie Automobilchips und Leistungshalbleitern stark vertreten sei, fehle es hingegen an Know-how für moderne Hochleistungschips unter 7 Nanometer (nm), die für KI, Cloud Computing und 5G benötigt würden. In diesen Bereichen dominierten Unternehmen wie TSMC und AMD. Langwierige Genehmigungsverfahren und komplizierte Subventionsstrukturen bremsten hierzulande Großprojekte aus. Die geplante Intel-Fabrik in Magdeburg verzögere sich wiederholt aufgrund von Finanzierungsproblemen und behördlichen Auflagen. In den USA und Asien seien Fördermechanismen deutlich effizienter. Zudem sehe sich Deutschland dem Problem ausgesetzt, ausreichend Spezialisten für die Halbleiterbranche anzusiedeln. Strenge Einwanderungsregeln und der Wettbewerb mit anderen High-Tech-Standorten erschwerten die Anwerbung internationaler Talente.
Ein Paradebeispiel für die Schwierigkeiten Deutschlands auf dem Weg zur Halbleitersupermacht sei die wiederholte Verzögerung des Baus des Intel-Werks in Magdeburg. Das Prestigeprojekt der Bundesregierung, das ursprünglich ein Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro umfassen sollte, sei immer wieder nach hinten verschoben worden (Quelle: Tagesschau). Die Gründe hierfür seien vielfältig: steigende Kosten, bürokratische Hürden und eine unklare Nachfrage nach den geplanten Produkten. Solche Verzögerungen würden ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung großer Infrastrukturprojekte in Deutschland und die Herausforderungen, die das Land bei der Schaffung eines wettbewerbsfähigen Chipstandorts zu bewältigen habe, werfen.
Infineon sei Deutschlands führender Halbleiterhersteller, der jedoch nur begrenzte Fortschritte im Bereich innovativer Technologien aufweisen könne. Während das Unternehmen in Nischenmärkten wie Automobilchips und Leistungshalbleitern stark sei, habe es bisher versäumt, mit der fortschrittlichen Chipfertigung im Bereich Mikroprozessoren und Speicher mitzuhalten. Diese eingeschränkten Kapazitäten stellten ein Problem dar, da die Nachfrage nach modernen Chips in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Cloud Computing und 5G weiterhin wachse.
Die europäische Strategie zur Förderung der Halbleiterindustrie sei fragmentiert, was bedeute, dass die Förderungen auf mehrere Mitgliedsstaaten verteilt würden. Dies erschwere, im Vergleich zu den USA, die 500 Milliarden in die Halbleiterindustrie investieren wollten (Quelle: Finanz und Wirtschaft), dass Deutschland eine führende Rolle übernehmen könne, und in der Lage sei, Großprojekte schnell umzusetzen. Die Förderungen der EU in Höhe von 50 Milliarden Euro würden auf verschiedene Länder und Projekte verteilt. Diese Vorgehensweise verschärfe den Wettbewerb unter den Mitgliedstaaten, sodass Deutschland die notwendige Durchschlagskraft fehle, um auf globaler Ebene konkurrenzfähig zu bleiben.
Trotz der Herausforderungen gäbe es für Investoren kurzfristige Investitionschancen, insbesondere in den Bereichen Automobil- und Leistungshalbleiter. Unternehmen wie Infineon, die auf Automobilchips und Leistungshalbleiter spezialisiert seien, könnten von der anhaltenden Nachfrage in diesen Bereichen profitieren. Hieraus könnte sich für den Investor wiederum in langfristiger Hinsicht eine attraktive Investitionsmöglichkeit ergeben. Auch die Produktionskapazitäten für Halbleiter, die für die Automobilindustrie und den Industriebedarf benötigt würden, böten Potenzial, insbesondere im Hinblick auf die Elektromobilität.
Langfristig jedoch könnte Deutschland Schwierigkeiten haben, mit den führenden Chipproduzenten aus Asien und den USA mitzuhalten. Ohne einen entscheidenden technologischen Durchbruch in fortschrittlicher Chiptechnologie und ohne die Fähigkeit, schnell auf Marktbedürfnisse zu reagieren, könnte Deutschland seine Position im globalen Wettbewerb verlieren. Investoren sollten diese Wettbewerbsrisiken sorgfältig abwägen, da der Markt für fortschrittliche Halbleiter zunehmend von Unternehmen wie TSMC, AMD und Intel dominiert werde, die bedeutend größere Produktionskapazitäten und Ressourcen hätten.
Es bleibe offen, ob Deutschland in der Lage sei, eine führende Rolle im Halbleitermarkt einzunehmen. Obwohl der europäische Markt wachse, hätten Regionen wie Taiwan, Südkorea und die USA weiterhin eine dominante Stellung, wenn es um Forschung und Entwicklung sowie die Produktion von hochmodernen Chips gehe, weswegen Aktien wie z. B. von TSMC und AMD sehr nachgefragt würden. Investoren sollten daher auch globale Entwicklungen und Marktverlagerungen im Auge behalten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischer, branchenspezifischer und ökonomischer Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarteten, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe Januar 2025) (23.01.2025/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Die Aktienanleihe sei mit einem Kupon von 11,00% p.a. ausgestattet. Die Barriere liege bei 50,00%. Das Produkt sei in Zeichnung bis zum 03.02.2025. Die Aktienanleihe laufe bis zum 20.03.2026.
In den letzten Jahren sei die deutsche Regierung fest entschlossen gewesen, eine globale Führungsposition in der Halbleiterindustrie einzunehmen. Mit ambitionierten Plänen und massiven Investitionen habe das Land seine Abhängigkeit von asiatischen Halbleiterlieferanten verringern und sich technologische Souveränität in dieser Schlüsseltechnologie sichern wollen. Doch trotz der ehrgeizigen Ziele und einer Reihe von staatlichen Förderprogrammen mehrten sich die Anzeichen, dass dieser Traum ins Stocken gerate. Verzögerungen bei Prestigeprojekten, wirtschaftliche Herausforderungen und geopolitische Spannungen ließen die Frage aufkommen, ob Deutschland in der globalen Chipproduktion wirklich noch konkurrenzfähig sein könnte.
Hintergrund: Laut den Plänen der Bundesregierung hätte Deutschland zu einem wichtigen, globalen Chipproduzenten und Standort für die Halbleiterindustrie werden sollen, das sowohl in der Forschung als auch in der Fertigung eine führende Rolle einnehmen sollte, um so die Abhängigkeit von asiatischen und amerikanischen Lieferketten zu verringern. Durch eine Kombination aus staatlichen Subventionen und privaten Investitionen hätten führende Unternehmen der Halbleiterindustrie wie Intel und Infineon dazu veranlasst werden sollen, Produktionsstandorte in Deutschland aufzubauen. Bis 2030 sollten mindestens 20% der europäischen Halbleiterproduktion aus der Bundesrepublik stammen. Vor allem habe der European Chips Act, der mit Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro ausgestattet sei, zum gewünschten Erfolg beitragen sollen. Dieser Plan, dass mindestens 20% der Halbleiterproduktion in Europa aus Deutschland kommen sollte, habe darauf abgezielt, Deutschland zu einem globalen Zentrum für die Fertigung von Mikrochips und Innovationen, insbesondere in den Bereichen Mikroelektronik und Automobilindustrie, zu machen. Nach diesem Plan habe Deutschland nicht nur seine eigene Produktion steigern, sondern auch die Entwicklung neuer, innovativer Technologien anführen wollen.
Deutschland habe im Vergleich zu Asien und den USA höhere Energie- und Arbeitskosten, was die Produktion verteuere. Länder wie Taiwan und Südkorea böten günstigere Bedingungen und erhielten stärkere staatliche Unterstützung. Hinzu kämen geopolitische Spannungen, die die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden (wie z. B. Zinn, Kupfer, Nickel) gefährdeten. Während Deutschland in Nischenmärkten wie Automobilchips und Leistungshalbleitern stark vertreten sei, fehle es hingegen an Know-how für moderne Hochleistungschips unter 7 Nanometer (nm), die für KI, Cloud Computing und 5G benötigt würden. In diesen Bereichen dominierten Unternehmen wie TSMC und AMD. Langwierige Genehmigungsverfahren und komplizierte Subventionsstrukturen bremsten hierzulande Großprojekte aus. Die geplante Intel-Fabrik in Magdeburg verzögere sich wiederholt aufgrund von Finanzierungsproblemen und behördlichen Auflagen. In den USA und Asien seien Fördermechanismen deutlich effizienter. Zudem sehe sich Deutschland dem Problem ausgesetzt, ausreichend Spezialisten für die Halbleiterbranche anzusiedeln. Strenge Einwanderungsregeln und der Wettbewerb mit anderen High-Tech-Standorten erschwerten die Anwerbung internationaler Talente.
Ein Paradebeispiel für die Schwierigkeiten Deutschlands auf dem Weg zur Halbleitersupermacht sei die wiederholte Verzögerung des Baus des Intel-Werks in Magdeburg. Das Prestigeprojekt der Bundesregierung, das ursprünglich ein Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro umfassen sollte, sei immer wieder nach hinten verschoben worden (Quelle: Tagesschau). Die Gründe hierfür seien vielfältig: steigende Kosten, bürokratische Hürden und eine unklare Nachfrage nach den geplanten Produkten. Solche Verzögerungen würden ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung großer Infrastrukturprojekte in Deutschland und die Herausforderungen, die das Land bei der Schaffung eines wettbewerbsfähigen Chipstandorts zu bewältigen habe, werfen.
Die europäische Strategie zur Förderung der Halbleiterindustrie sei fragmentiert, was bedeute, dass die Förderungen auf mehrere Mitgliedsstaaten verteilt würden. Dies erschwere, im Vergleich zu den USA, die 500 Milliarden in die Halbleiterindustrie investieren wollten (Quelle: Finanz und Wirtschaft), dass Deutschland eine führende Rolle übernehmen könne, und in der Lage sei, Großprojekte schnell umzusetzen. Die Förderungen der EU in Höhe von 50 Milliarden Euro würden auf verschiedene Länder und Projekte verteilt. Diese Vorgehensweise verschärfe den Wettbewerb unter den Mitgliedstaaten, sodass Deutschland die notwendige Durchschlagskraft fehle, um auf globaler Ebene konkurrenzfähig zu bleiben.
Trotz der Herausforderungen gäbe es für Investoren kurzfristige Investitionschancen, insbesondere in den Bereichen Automobil- und Leistungshalbleiter. Unternehmen wie Infineon, die auf Automobilchips und Leistungshalbleiter spezialisiert seien, könnten von der anhaltenden Nachfrage in diesen Bereichen profitieren. Hieraus könnte sich für den Investor wiederum in langfristiger Hinsicht eine attraktive Investitionsmöglichkeit ergeben. Auch die Produktionskapazitäten für Halbleiter, die für die Automobilindustrie und den Industriebedarf benötigt würden, böten Potenzial, insbesondere im Hinblick auf die Elektromobilität.
Langfristig jedoch könnte Deutschland Schwierigkeiten haben, mit den führenden Chipproduzenten aus Asien und den USA mitzuhalten. Ohne einen entscheidenden technologischen Durchbruch in fortschrittlicher Chiptechnologie und ohne die Fähigkeit, schnell auf Marktbedürfnisse zu reagieren, könnte Deutschland seine Position im globalen Wettbewerb verlieren. Investoren sollten diese Wettbewerbsrisiken sorgfältig abwägen, da der Markt für fortschrittliche Halbleiter zunehmend von Unternehmen wie TSMC, AMD und Intel dominiert werde, die bedeutend größere Produktionskapazitäten und Ressourcen hätten.
Es bleibe offen, ob Deutschland in der Lage sei, eine führende Rolle im Halbleitermarkt einzunehmen. Obwohl der europäische Markt wachse, hätten Regionen wie Taiwan, Südkorea und die USA weiterhin eine dominante Stellung, wenn es um Forschung und Entwicklung sowie die Produktion von hochmodernen Chips gehe, weswegen Aktien wie z. B. von TSMC und AMD sehr nachgefragt würden. Investoren sollten daher auch globale Entwicklungen und Marktverlagerungen im Auge behalten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischer, branchenspezifischer und ökonomischer Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarteten, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe Januar 2025) (23.01.2025/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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