Währungsanleihen in NOK und SEK erleben neuen Nachfrageschub


23.09.11 12:57
Baader Bank

Unterschleissheim (anleihencheck.de) - Währungsanleihen in Norwegischen (NOK) und Schwedischen Kronen (SEK) erleben derzeit einen neuen Nachfrageschub, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Nachdem in den vergangenen Monaten die Alternativwährungen zum Euro zu den Lieblingen der Investoren gezählt hätten, sei diese Liebe neuerdings etwas abgekühlt gewesen. Schuld daran seien die gestiegenen Devisenkurse der beiden skandinavischen Währungen gewesen, die für Anleger aus Euro-Land eine solche Investition verteuert hätten. Nachdem nun aber der Euro wieder Boden gutgemacht habe, würden eine Reihe von Titeln in Norwegischen und Schwedischen Kronen zu den meist gehandelten Bonds an den Börsen Düsseldorf, Frankfurt und München zählen, wo die Baader Bank den Handel betreue.

Im Mittelpunkt des Interesses stehe z.B. eine Anleihe (ISIN NO0010144843 / WKN 858524) des norwegischen Königreichs mit einer Laufzeit 5/2013, die bei einem Kupon von 6,50% mit rund 1,33% rentiere, und ein Bond (ISIN NO0010226962 / WKN A0BC8F) mit einer Laufzeit 5/2015, der mit 5,00% verzinst sei und eine Rendite von rund 1,58% aufweise.

Beliebt unter Anlegern aus Deutschland seien wie seit Monaten schon Anleihen in Alternativwährungen von guten deutschen Schuldnern. Hier erfreue sich insbesondere eine Anleihe (ISIN XS0533338934 / WKN A1EL3P) der KfW mit einer Laufzeit 8/2017, die bei einem Zinssatz von 3,375% mit 3,15% rentiere, reger Nachfrage. Außerdem würden zwei Bonds von Daimler zu den Lieblingen der Anleger zählen. Eine davon (ISIN XS0670437150 / WKN A1GUY7) laute auf Norwegische Kronen, die bis 1/2015 laufe und bei einem Kupon von 3,625% mit rund 3,60% rentiere. Die andere (ISIN XS0671135514 / WKN A1GU3S) mit Laufzeit 12/2014 sei in Schwedischen Kronen notiert und weise bei einem Kupon von 3,00% eine Rendite von 2,80% auf.

Indessen sei dem Primärmarkt neues Leben eingehaucht worden. Unternehmen mit guter Qualität gelinge es dort ohne Probleme, sich über die Emission von Corporate Bonds zu refinanzieren. Nachdem der Markt über mehrere Wochen wie ausgetrocknet schien, brachten drei mit BBB+ oder besser bewertete Unternehmen erfolgreich neue Bonds auf den Markt, so die Analysten der Baader Bank. Es handle sich dabei um TeliaSonera AB, Schneider Electric SA und die Autoroutes du Sud de la France.

Anders sehe es bei schlecht oder gar nicht gerateten Unternehmen aus. Aufgrund der auf hohem Niveau verharrenden Risikoaversion der Investoren würden diese Emittenten am Bondmarkt derzeit keine Möglichkeiten der Refinanzierung finden.

Die Banken würden weiter ihr Geld bei der EZB bunkern. Im wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäft seien diese Woche den Instituten von der EZB 201 Mrd. Euro zugeteilt worden - 37 Mrd. Euro mehr als im auslaufenden Tendergeschäft fällig geworden seien. Überschüssige Liquidität werde also weiterhin nicht anderen Instituten zur Verfügung gestellt, sondern bei der EZB geparkt. Die Vertrauenskrise zwischen den Banken schwele also weiter, halte sich aber noch in Grenzen. Denn Bankanleihen hätten zwar auch Rückgänge verkraften müssen, würden aber deutlich über dem Niveau von 2008 notieren.

So notiere eine nachrangig besicherte Anleihe (ISIN DE000A0TU305 / WKN A0TU30) der Deutschen Bank mit einem Kupon von 8,0% und ohne Endfälligkeit derzeit wie etwa in der Vorwoche bei rund 93,70%, nachdem der Titel im Zuge der Lehman-Pleite auf rund 45% abgestürzt sei.

Auch die Entwicklung einer bereits 2005 emittierten unbefristeten Floating Rate Note (ISIN XS0221011454 / WKN A0E5JB) der Hannover Finance (Lux) S.A. deute zumindest kurzfristig auf etwas Entspannung hin. So habe sich der Bond im September von einem Niveau um die 73% wieder auf ca. 78% hochgearbeitet und sei weiterhin von den Tiefstkursen aus den Jahren 2008/2009 bei ca. 35% weit entfernt.

Anders sehe es bei einem Bond (ISIN XS0470937243 / WKN A1AQM0) der UniCredit aus, die unter dem Downgrade von Italien zu leiden habe. Die Anleihe, die per 12/2019 gekündigt werden könne und einen Kupon von 8,125% aufweise, habe zum Monatsbeginn noch bei knapp 80% notiert. Nun liege der Geldkurs bei 55,90%, der Briefkurs bei 64,10%. Auch an dieser breiten Geld-/Briefspanne lasse sich das fehlende Vertrauen in diesen Bond ablesen. Noch vor Jahresfrist habe der Preis über pari gelegen.

In Griechenland werde mit Spannung auf die Entscheidung zur Freigabe der nächsten Kreditrate gewartet. Sei diese zunächst für Ende September erwartet worden, so habe sich der Zeitplan in den Oktober verschoben. Grund hierfür sei der Abbruch der Gespräche und die erst nach dem Treffen der EU-Finanzminister wieder neu aufgenommenen Beratungen der aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank gebildeten Troika gewesen.

Die Erwartungshaltung an die Bereitschaft der griechischen Regierung sei hoch, aber die bisherigen Zahlen müssten eine eindeutige Sprache sprechen. Sonst gebe es kein neues Geld. Hierbei sollte man aber nicht von einer europäischen Erpressung Griechenlands sprechen, sondern von einem leider zu selten verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern. In der Zwischenzeit würden die leidgeprüften Rentenhändler noch manche gefühlsmäßige Berg- und Talfahrt durchlaufen.

Noch sei die Staatspleite Griechenlands vermeidbar, aber es sollte nicht mehr lange gezögert werden, die nächsten Schritte genauer zu definieren. Die einfachste und auch sinnvollste Entschuldung der Hellenen wäre mittels zusätzlicher IWF-Kredite zu meistern. Diese Gelder müssten zweckgebunden von der Griechischen Zentralbank zum Ankauf griechischer Staatsanleihen zum aktuellen Kurs erfolgen. Somit würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens würde man eine dauerhafte Reduzierung der Verschuldung erreichen und zweitens für eine stabilisierende Nachfrage am Sekundärmarkt sorgen. Viel Zeit sei aber nicht mehr!

Refinanzierungen über Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von drei Monaten würden dann der Vergangenheit angehören. In dieser Woche habe man sich auf diesem Wege 1,625 Mrd. Euro zu 4,56% beschaffen können, nachdem bei der letzten Auktion die Zuteilung noch bei 4,50% erfolgt sei.

Es ist unseres Erachtens zulässig über Alternativen nachzudenken, aber bitte hinter verschlossenen Türen, so die Analysten der Baader Bank. Eine Diskussion müsse ohne Wenn und Aber geführt werden. Griechenland aufzugeben, würde Fakten schaffen und diese würden unwiderruflich Milliarden an Steuergeldern vernichten. Allerdings könne man strukturelle Wunden auch nicht nur mit Geld heilen, um Ansteckungen zu vermeiden. Der Weg sei steinig, steil und kurvenreich.

In einem solchen Fall sei man auch auf die Hilfe der anderen Staaten angewiesen und somit würden alle Staaten mit Devisenreserven ins Visier der Finanzmärkte rücken. Diese Gelder würden oft mit Sparbüchern verglichen, die wie Kornspeicher für schlechte Zeiten angesammelt worden seien. Nun scheine es an der Zeit zu sein, diese Gelder rund um den Globus zu investieren. Alles habe seinen Preis, positiv wie negativ betrachtet.

Der Auftakt dieser Handelswoche habe es in sich gehabt. Zuerst hätten die Kapitalmärkte das "Non Event"-Treffen der Finanzminister in Polen und die schlauen Sprüche des US-Finanzministers verdauen müssen. Bereits am Dienstag sei aber mit der Herabstufung Italiens der nächste Paukenschlag gefolgt. Standard & Poor's habe den Märkten einen neuerlichen Nackenschlag verpasst. Der Zeitpunkt habe überrascht, aber die damit vermittelte Aussage sei klar gewesen. Die italienische Regierung sei nicht zuverlässig und die Reformen seien Stückwerk.

Die in den Vorwochen mehrfach vollzogene Rolle vorwärts mit anschließender Rolle rückwärts und dreifachem Dementi hätten eine glücklos und auch hilflos agierende Regierung in Rom aufgezeigt. Italienische Staatsanleihen hätten kurzzeitig eine Spreadausweitung erlebt, aber da die Einschätzungen der Ratingagenturen sehr unterschiedlich seien, habe diese Nachricht noch kein generelles Umdenken bezüglich Italiens erzeugt. Die Probleme seien nicht neu und somit würden die Marktteilnehmer der Dinge harren, die da noch kommen würden.

Privatanleger, die interessiert die Kursblätter der Börsen nach italienischen Staatsanleihen durchforsten würden, würden diese Lücke schon lange entdeckt haben. Wegen abwicklungstechnischer Hürden könnten diese Anleihen an den deutschen Börsen nicht gehandelt werden. Somit seien die Schwankungen dieser Bonds an den Privatanlegern größtenteils spurlos vorübergegangen. Der Rentenhandel sei in Ermangelung klarer Tendenzen und im Zuge der weiterhin bestehenden Unsicherheiten von Positionsbereinigungen geprägt gewesen.

Letzte Nacht sei es endlich soweit gewesen. Die amerikanische Notenbank habe die Katze aus dem Sack gelassen und die von den Märkten erwartete neue Vorgehensweise bei den Ankäufen von Staatsanleihen bekannt gegeben. Mit der "Operation Twist" würden die zwei Billionen US-Wertpapiere in der Endfälligkeitsstruktur angepasst. Nach der Festschreibung der kurzen Zinsen werde nun das Augenmerk mehr auf einer nachhaltigen Senkung der langfristigen Zinsen gelegt. Zu diesem Zwecke würden Umschichtungen kürzerer - in längere Laufzeiten vorgenommen. Der Zweck heilige anscheinend alle Mittel.

Disclaimer

Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument "Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft" das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltenen weiteren Links übernehmen.

Copyright © 2011: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.

Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Lurgiallee 12, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (23.09.2011/alc/m/a)