KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: Schlote Holding GmbH-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


16.12.20 11:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 6,75%-Anleihe (ISIN DE000A2YN256 / WKN A2YN25) der Schlote Holding GmbH kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe nun als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die Schlote Gruppe mit Sitz in Harsum (Niedersachsen) blicke auf eine über 50-jährige eigentümergeführte Firmengeschichte zurück. Die Aktivitäten würden sich in die drei Geschäfts- bzw. Produktionsbereiche Getriebe-, Motor- und Fahrwerkskomponenten gliedern. Der Schwerpunkt der Leistungen liege in der mechanischen Bearbeitung der Bauteile, der Vormontage von einbaufertigen Komponenten für die Automobil- und Zulieferindustrie sowie der Fertigung von Druckgussformen für Gießereien. In den im Hinblick auf die Wertschöpfung des Unternehmens größten Segmenten "Getriebe" (68%) und Motor (28%) würden im Wesentlichen Gehäuseteile jeglicher Art bearbeitet, wie zum Beispiel Kupplungs-, Getriebe- und Turbinengehäuse.

Die Schlote Gruppe profitiere nach Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG sowohl vom Trend zu mehr automatisierten Getrieben, aufgrund der Zunahme des Hybridantriebes, als auch vom starken Wachstum bei Turboladergehäusen, da der Trend zum Motor-"Downsizing" zu einer deutlich steigenden Nachfrage bei Turboladern führe. Durch die hohe technolgische Expertise sei die Schlote Gruppe auch in der Lage, steigenden Anforderungen der Hybrid- un E-Mobilityantriebstechnologie gerecht zu werden.

Derzeit erhalte das Unternehmen zahlreiche Nachfragen für gemeinsame Projekte mit sog. OEMs (Original Equipment Manufactures) bei Elektro- und Hybridantrieben. Produziert werde an acht Standorten in Deutschland, Tschechien und seit 2013 auch in China (Tianjin) u.a. mit dem Partner Bohai Trimet (Tochter von Beijing Automotive Group (BAIC)), welcher ein Joint Venture mit Daimler bilde. Insgesamt seien zum Halbjahr 2020 ca. 1.400 Mitarbeiter beschäftigt worden. Die Schlote Gruppe unterhalte langjährige mittel- und unmittelbare Geschäftsbeziehungen zu vielen renommierten OEMs wie Volkswagen, Audi, Porsche, Daimler, BMW und so genannten Tier-1-Lieferanten wie ZF Friedrichshafen, Continental und IHI2.

Im Geschäftsjahr 2019 habe die Schlote-Gruppe einen Konzernumsatz von 237 Mio. Euro nach 254 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum erzielt, was ungefähr im Bereich des Umsatzrückganges der weltweiten Automobilzuieferer Industrie liege, welcher bei -4% liege. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 2019 betrage 37,3 Mio. Euro und liege damit 3,5% über dem Vorjahr von 35,8 Mio. Euro; was unter dem Aspekt, dass der Automobilmarkt 2019 eher mit sinkenden Margen zu kämpfen gehabt habe, sehr positiv zu betrachten sei. Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern (EAT) habe sich auf 2,5 Mio. Euro nach 1,8 Mio. Euro im Vorjahr belaufen. Die Eigenkapitalquote habe so nach der Ausweitung der Bilanz durch die Anleihenemission Ende 2019 mit 12,9% zum 31.12.2019 konstant gehalten werden können.

Das aktuelle Geschäftsjahr 2020 sei im Wesentlichen durch die Covid-19-Pandemie geprägt. So sei die Nachfrage der Schlote-Kunden bedingt durch den Lockdown ab Ende März eingebrochen und habe im ersten Halbjahr 2020 zu einem erheblichen Umsatzrückgang um 40,3 Mio. Euro von 118,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 auf 78,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2020 geführt. Durch striktes Kostencontrolling und Kostenmanagement habe das EBITDA im ersten Halbjahr 2020 mit 4,2 Mio. Euro (Vorjahr 18,1 Mio. Euro) positiv gehalten werden können.

Zum Halbjahr 2020 weise der Konzern einen Fehlbetrag nach Steuern von 13,5 Mio. Euro aus, nach einem Überschuss von 0,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Zur Eigenkapitalstärkung, Liquiditätssicherung und Stabilisierung habe sich die Gruppe aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) insgesamt 25,5 Mio. Euro beschafft. Diese seien aufgeteilt in 17 Mio. Euro Eigenkapital als stille Beteiligung mit Verlustbeteiligung und 8,5 Mio. Euro als Nachrangdarlehen. Die Laufzeiten lägen hierbei jeweils über 6 Jahre, womit eine Tilgung zeitlich erst nach der obigen Anleihe fällig sei.

Nach dem im 1. Halbjahr 2020 Covid-19 bedingten Umsatzrückgang habe der Konzernumsatz im 3. Quartal 2020 wieder auf 90% des Vorjahresniveaus gesteigert und ein Gewinn in Höhe von 1 Mio. Euro erzielt werden können. Für das gesamte Geschäftsjahr 2020 rechne die Schlote-Gruppe jedoch mit einem erheblichen Umsatz- und Ertragsrückgang. Der Nachsteuerverlust sollte nach Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG bei über 12 Mio. Euro, aber deutlich unter dem durch den WSF erlangten zusätzlichen Eigenkapital liegen.

Die nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der Schlote Holding GmbH sei mit einem Zinskupon von 6,75% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 21.05. und 21.11.) ausgestattet und habe eine Laufzeit vom 21.11.2019 bis 21.11.2024. Die Anleihe habe ein Gesamtvolumen von 25 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro. In den Anleihebedingungen seien vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin ab dem 21.11.2022 zu 103% und ab dem 21.11.2023 zu 102% des Nennwertes vorgesehen. Der Emissionserlös solle neben der Ablösung von Verbindlichkeiten auch Investitionen in die Bearbeitung alternativer Antriebstechnologien (wie Hybridantriebe und auf mittelfristiger Sicht auch reine E-Antriebe) dienen.

In den Anleihebedingungen verpflichte sich die Emittentin unter anderem zu einer umfassenden Transparenz. Darüber hinaus seien in den Anleihebedingungen eine Ausschüttungsbeschränkung bei einer Eigenkapitalquote von unter 25% und eine weit gefasste Negativerklärung verankert. Die Anleihe werde im Freiverkehr der Börse Frankfurt gehandelt.

Zusammenfassend laute die Einschätzung der KFM Deutsche Mittelstand AG wie folgt: Trotz der durch die Covid-19-Pandemie verschärften Schwäche im Automobilsektor sei die Schlote-Gruppe mittel- bis langfristig gut aufgestellt. Die Präzision der Bauteile im Nanobereich würden nur wenige Konkurrenten erreichen. Die E-Mobilität stelle besonders hohe Anforderungen an die Motor- und Getribetechnik, sodass die Profitabilität der Gesellschaft auch in die Zukunft übertragbar scheine. Hierbei helfe zusätzlich die hohe Anpassungsfähigkeit der Gruppe, erzeugt durch die Variabilität ihrer Produkte.

Mit den Mitteln aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds habe sich die Schlote Gruppe weitere Flexibilität beschaffen können. Durch das zukunftsträchtige Geschäftsmodell und die stabile Marktstellung erwarte die KFM Deutsche Mittelstand AG mittelfristig wieder die Rückkehr auf das Umsatz- und Ertragsnievau vor der Covid-19-Pandemie. In Verbindung mit der Rendite von 13,51% p.a. (auf Basis des Kurses von 81,00% am 15.12.2020 an der Börse Frankfurt bei Berechnung bis zum Ende der Laufzeit am 21.11.2024) bewerten wir die Schlote-Anleihe nun als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (16.12.2020/alc/n/a)





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1,50 € 1,80 € -0,30 € -16,67% 17.04./12:32
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A2YN256 A2YN25 4,00 € 0,80 €