KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: SCHMOLZ + BICKENBACH-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


24.04.17 16:56
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Barometer zur 5,625%-Anleihe der SCHMOLZ + BICKENBACH Luxembourg Finance S.A. kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen) einzustufen.

Die SCHMOLZ + BICKENBACH Luxembourg Finance S.A. sei ein Tochterunternehmen der SCHMOLZ + BICKENBACH AG, die innerhalb der Gruppe eine Finanzierungsfunktion wahrnehme.

Die SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe sei einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich Speziallangstahl. In den Teilmärkten RSH-Stahl und Werkzeugstahl sei das Unternehmen zweitgrößter Anbieter weltweit. Im Teilmarkt Edelbaustahl sei die Gruppe zweitgrößter Anbieter in Europa. Die Wertschöpfungskette umfasse neben eigenen Produktionswerken insbesondere in Deutschland, der Schweiz und den USA ein weltweites Vertriebs- und Service-Netz. Mit rund 9.000 Mitarbeitern sei das Unternehmen in über 30 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten.

Die anhaltend schwierigen Marktbedingungen, insbesondere der Preisdruck aufgrund von internationalen Angebotsüberhängen und der schwachen Stahlnachfrage aus der Öl- und Gas-Industrie, hätten zu einer Fortsetzung des Umsatzrückgangs im Jahr 2016 geführt. Im Vergleich zum Vorjahr 2015 sei der Umsatz um 13,6% auf 2,3 Mrd. Euro (Vj. 2,7 Mrd. Euro) rückläufig gewesen. Durch umfangreiche Optimierungsmaßnahmen habe die nachhaltige Ertragskraft trotz rückläufiger Umsätze verbessert werden können.

Das Ergebnis vor Abschreibung, Zinsen und Steuern (EBITDA) habe 108,0 Mio. Euro im Jahr 2016 erreicht (Vj. 159,0 Mio. Euro). Hierin seien jedoch erhebliche Einmalkosten enthalten. Auf bereinigter Basis sei ein EBITDA von 153,2 Mio. Euro bzw. eine EBITDA-Marge von 6,6% erzielt worden. Damit sei die vom Management zum Halbjahr 2016 formulierte Erwartung eines bereinigten EBITDA in einer Bandbreite von 150 bis 190 Mio. Euro am unteren Ende der Spanne erreicht worden.

Im Vergleich zum Vorjahr 2015 mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 6,3% stelle die Margensteigerung zunächst lediglich eine leichte Verbesserung dar. Unterjährig zeige sich jedoch im vierten Quartal 2016 bereits eine deutlich erhöhte bereinigte EBITDA-Marge von 7,9%, die einen leicht positiven Ausblick für die Entwicklung in 2017 erlaube. Mittelfristig werde eine bereinigte EBITDA-Marge von 8% über den kompletten Konjunkturzyklus angestrebt.

Das Nachsteuer-Ergebnis sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert worden, sei jedoch weiterhin deutlich negativ mit einem Verlust von 80,0 Mio. Euro (Vj. Verlust von 166,8 Mio. Euro). Zu berücksichtigen sei, dass in beiden Jahren erhebliche Sondereffekte enthalten seien.

Trotz der herausfordernden Branchenbedingungen seien durch SCHMOLZ + BICKENBACH in den letzten Jahren positive Free Cashflows erwirtschaftet worden. Der Free Cashflow der fortzuführenden Bereiche habe im Jahr 2016 eine Höhe von 92,0 Mio. Euro erreicht (Vj. 179,0 Mio. Euro). Zu berücksichtigen seien hierbei Effekte aus dem Verkauf eigener Distributionseinheiten, die in 2015 zu einem einmaligen Liquiditätszufluss von 48,6 Mio. Euro geführt hätten. Weiterhin wirke unterstützend, dass die rückläufigen Umsatzerlöse eine geringere Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen (Working Capital) verursachen würden. Die langjährig positiven Free Cashflows würden sukzessive die Verschuldung reduzieren. Zum 31.12.2016 liege die Nettoverschuldung bei 420 Mio. Euro (31.12.2015: 471,1 Mio. Euro).

Die Eigenkapitalquote zum 31.12.2016 betrage 32,6% (31.12.2015: 35,6%) und sei damit bereits mehrjährig rückläufig. In Verbindung mit einem Verhältnis der Nettoverschuldung zum bereinigten EBITDA von 2,7 (31.12.2015: 2,8) ergebe sich eine insgesamt moderate Verschuldung.

Die Anfang April 2017 begebene Anleihe mit Laufzeit bis 15.07.2022 und Zinslauf ab 24.04.2017 verfüge über einen Zinskupon von 5,625% p.a. Die Zinszahlung erfolge halbjährlich am 15.01. und 15.07. Im Rahmen der Emission seien 200 Mio. Euro platziert worden. Der Handel der Anleihe sei in Stückelungen ab 100.000 Euro möglich. In den Anleihebedingungen seien vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten der Emittentin ab 15.07.2019 zu 102,813%, ab 15.07.2020 zu 101,406% und ab 15.07.2021 zu 100% des Nennwerts vorgesehen.

Die Anleihe sei ab dem Zeitpunkt der Rückzahlung der 9,875%-Anleihe im gleichen Rang (pari passu) zum Konsortialkredit und entsprechend über Garantien und weitere dingliche Sicherheiten besichert.

Die SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe sei in der Produktion und dem Handel von Spezialstahl tätig. Wenngleich das Unternehmen hierdurch eine Nische im Stahlbereich besetze, habe sich das Unternehmen nicht vollständig von den negativen Markteinflüssen in Folge der weltweit bestehenden Überkapazitäten in der Stahlproduktion entkoppeln können.

Aufgrund der insgesamt herausfordernden Branchenbedingungen, der aber auch hohen Cashflowstärke und moderaten Verschuldungssituation mit leicht positivem Ausblick in Verbindung mit der attraktiven Rendite von 4,98% p.a. (Kurs 102,70% am 21.04.2017) bewerten wir die 5,625%-Anleihe der SCHMOLZ + BICKENBACH Luxembourg Finance S.A. als "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (24.04.2017/alc/n/a)