Hochverzinsliche Unternehmensanleihen große Chancen tun sich auf


20.10.11 09:07
StarCapital

Frankfurt (anleihencheck.de) - Wer heute Geld rentabel und sicher anlegen will, tut sich schwer, so die Experten von StarCapital in ihrer aktuellen Ausgabe von "StarInvest".

Bundesanleihen und amerikanische T-Bonds als vermeintlich sichere Häfen würden auf zehn Jahre nur noch eine Rendite von deutlich unter zwei Prozent bringen. Und dies, obwohl auch in diesen Ländern die Staatsschulden explodieren würden und die Inflationsrate deutlich darüber liege. Gold schaffe keinen Wert und zahle demzufolge weder Zinsen noch Dividenden. Es sei also eine reine Glaubenssache und habe sich in den letzten zehn Jahren zudem im Preis bereits mehr als versechsfacht.

Eingefleischte Immobilienfans hätten bei den offenen Immobilienfonds gerade erlebt, wie werthaltig Betongold tatsächlich sei. Und Aktien seien zwar historisch extrem günstig bewertet, die andauernde Staatsschuldenkrise und der bevorstehende Wirtschaftsabschwung würden aber unkalkulierbare Risiken bergen. Was bleibe also noch übrig?

Nach Erachten der Experten würden sich bei hochverzinslichen Unternehmensanleihen derzeit große Chancen auftun und sie möchten dies auch begründen. Anleihen von stärker verschuldeten Unternehmen seien in der Weltwirtschaftskrise 2008 massiv im Kurs eingebrochen. Die Gesellschaften seien ertragsmäßig angeschlagen, oft kurzfristig finanziert und überschuldet gewesen und die Banken hätten den Geldhahn zugedreht. Es sei ums nackte Überleben gegangen.

Das habe sich bei den Investoren eingeprägt, die diese Anleihen deshalb als hochspekulative Risikopapiere einstufen würden. Folgerichtig hätten sie sich auch jetzt wieder scharenweise von diesen Anleihen verabschiedet und die Kurse damit in den Keller gedrückt.

Doch dieses Mal sei die Situation eine ganz andere. Die Unternehmen (außer den Banken) hätten aus der Krise gelernt und seien heute viel besser aufgestellt. Sie hätten die gute Konjunkturlage der letzten drei Jahre genutzt, um sich zu entschulden und die Fälligkeiten ihrer Verbindlichkeiten deutlich zu verlängern. Außerdem hätten sie sich viel stärker über die Kapitalmärkte refinanziert und damit von den Banken unabhängiger gemacht.

Die niedrigen Kurse (d.h. hohe Renditen) seien deshalb eine Einstiegschance, wie sie sich normalerweise nur alle paar Jahrzehnte biete. Vorausgesetzt, man gehe strategisch vor. Bereits in der letzten Finanzkrise sei keine einzige Anleihe in dem Portfolio der Experten nicht zurückgezahlt worden. Und es würde sie wundern, wenn es diesmal anders wäre. Weil wir uns die Emittenten genau ansehen und beispielsweise Papiere von Finanzinstituten fast komplett meiden, so die Experten von StarCapital. Ebenso wie Pfandbriefe oder Anleihen hochverschuldeter Staaten.

Dies sei natürlich nur eine kleine Auswahl, denn man streue breit. Alle Papiere würden in Euro notieren und seien zwischen BBB und B+ bewertet. Alle Gesellschaften würden mit Gewinn arbeiten. Selbst Hellenic Telecom (ISIN GRS260333000/ WKN 903465) (OTE) habe mit der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) einen Großaktionär, der 40% der Firmenanteile halte und auch operativ bereits die Geschäfte führe. Ein Ausfall der Anleihen erscheine den Experten deshalb selbst im schlimmsten Fall äußerst unwahrscheinlich. (Ausgabe Oktober 2011) (20.10.2011/alc/m/a)






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