Die Preise für Eisenerz-Futures gaben am Mittwoch an den wichtigsten Börsen nach. Belastet wurden sie durch steigende Liefermengen des weltweit größten Produzenten Brasilien sowie durch einen vorsichtigen Ausblick auf die Stahlnachfrage.
Der meistgehandelte Eisenerzkontrakt für Januar an der Dalian Commodity Exchange (DCE) in China notierte 0,12% schwächer bei 804,5 Yuan ($113,17) pro Tonne.
Der Benchmark-Kontrakt für Eisenerz mit Lieferung im September an der Singapore Exchange lag um 0,11% niedriger bei $105,6 pro Tonne (Stand: 0703 GMT).
Wie der Broker Galaxy Futures berichtet, stieg der Stahlverbrauch in der verarbeitenden Industrie im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 7%. Allerdings ging die Endnachfrage nach Stahl im dritten Quartal rasch zurück. Das jährliche Wachstum des inländischen Stahlverbrauchs im August werde voraussichtlich das niedrigste für 2025 sein.
Weltweit stiegen die Eisenerzlieferungen im dritten Quartal, wobei Brasilien den größten Anteil ausmachte.
Die Beratungsfirma Mysteel stellte jedoch fest, dass die Preise für importiertes Eisenerz in China in der vergangenen Woche anzogen. Dies sei auf eine stärkere Nachfrage nordchinesischer Stahlhersteller zurückzuführen, nachdem Produktionsbeschränkungen aufgehoben und der normale Betrieb wieder aufgenommen wurde.
Die Produktion von Roheisen, ein Indikator für die Eisenerznachfrage, stieg laut dem chinesischen Broker Everbright Futures im Monatsvergleich um 117.100 Tonnen auf 2,4055 Millionen Tonnen, wie es in einer Mitteilung am Mittwoch hieß.
Thyssenkrupp Steel Europe, Deutschlands größter Stahlproduzent, hat ein unverbindliches Übernahmeangebot von Jindal Steel International erhalten, einem Unternehmen der indischen Naveen Jindal Group.
Jindal Steel hat bedeutende Investitionen zugesagt und plant, das Unternehmen zum führenden emissionsarmen Stahlhersteller Europas umzubauen.
Andere Stahlrohstoffe an der DCE legten zu: Kokskohle stieg um 0,37% und Koks um 0,46%, nachdem beide in der vorherigen Sitzung um mehr als 5% zugelegt hatten.
Stichprobenartige Überprüfungen der Überproduktion in Kohlebergwerken dürften laut Galaxy weiterhin stattfinden und die Preise für Kokskohle erheblich stützen, hieß es in derselben Mitteilung.
Die wichtigsten Stahl-Benchmarks an der Shanghai Futures Exchange gaben mehrheitlich nach: Bewehrungsstahl stieg leicht um 0,06%, während Warmband um 0,38% nachgab, Walzdraht um 0,18% sank und Edelstahl um 0,92% nachließ. |