Inside: Siemens
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neuester Beitrag: 15.04.26 18:09
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| eröffnet am: | 21.09.07 08:19 von: | EinsamerSamariter | Anzahl Beiträge: | 1079 |
| neuester Beitrag: | 15.04.26 18:09 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 858796 |
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gut analysiert
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informativ
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Dürfte weiter abwärts gehen.
Momentan echt kein Kauf, die Aktie. Viel zu großes weiteres Abwärtsrisiko.
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Wertpapier:
Siemens AG |
Siemens geht mit Rückenwind ins zweite Quartal – doch Nahost-Risiken und ein gedämpfter Hardware-Zyklus sorgen für Unsicherheit. Was die Zahlen wirklich verraten.
Lesen Sie den ganzen Artikel: Software läuft, Hardware wackelt: Was Siemens-Aktionäre jetzt wissen müssen
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Wertpapier:
Siemens AG |
Siemens ist für mich am 15. April 2026 eines der stärksten Industrieunternehmen Europas. Nicht, weil dort alles perfekt wäre, sondern weil der Konzern heute deutlich besser aufgestellt ist als das alte, breit zerfaserte Siemens früherer Jahrzehnte. Das Unternehmen verbindet drei Dinge, die an der Börse selten sauber zusammenkommen: erstens ein großes, reales Industriegeschäft mit Substanz, zweitens einen hohen Software- und Digitalisierungsanteil, drittens eine sehr starke Bilanz- und Cashflow-Qualität. Genau diese Mischung macht Siemens interessant. Die Aktie ist kein klassischer Deep-Value-Fall mehr, aber sie ist aus meiner Sicht auch kein leerer Hype-Wert. Sie ist eher die Aktie eines globalen Qualitätskonzerns, der sich vom zyklischen Mischkonzern Schritt für Schritt zu einer technologiegetriebenen Industrieplattform umbaut. (Reuters)
Ein Blick auf die Geschichte erklärt, warum Siemens heute so breit und zugleich so tief im industriellen Nervensystem vieler Volkswirtschaften sitzt. Gegründet wurde das Unternehmen 1847 in Berlin von Werner von Siemens und Johann Georg Halske als Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske. Schon kurz danach baute die junge Firma Europas erste Ferntelegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt, expandierte früh nach Russland und England und schuf mit dem Dynamo-Prinzip, der Elektrifizierung und später der elektrischen Eisenbahn Grundlagen, auf denen große Teile der modernen Industrie überhaupt erst möglich wurden. 1966 entstand die heutige Siemens AG durch die organisatorische Bündelung der wesentlichen Vorgängergesellschaften. Diese lange Geschichte ist nicht bloß Folklore. Sie erklärt die technologische Tiefe, die Kundenbeziehungen und die starke Stellung in kritischer Infrastruktur, Fabrikautomation und Mobilität. Zur Wahrheit gehört auch der dunkle Teil der Unternehmensgeschichte in der NS-Zeit, den Siemens auf seiner eigenen Historienseite ausdrücklich anerkennt. (Siemens)
Operativ ist Siemens heute klar strukturiert. Die wichtigsten industriellen Säulen sind Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility; hinzu kommt die Beteiligung an Siemens Healthineers sowie Siemens Financial Services. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Siemens aus fortgeführten Aktivitäten 78,9 Milliarden Euro Umsatz, 88,4 Milliarden Euro Auftragseingang und 10,8 Milliarden Euro Free Cashflow. Der Auftragsbestand stieg zum Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2026 auf den Rekordwert von 120 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Gewinn des Industrial Business bei 11,8 Milliarden Euro, die Dividende soll auf 5,35 Euro je Aktie steigen. Das sind harte Zahlen, keine Story. Sie zeigen: Siemens wächst nicht nur, Siemens verdient auch sehr ordentlich und wandelt einen großen Teil davon in Cash um. (Siemens Presse)
Besonders wichtig ist die Segmentqualität. Digital Industries ist das Herzstück der Investmentthese, auch wenn dieser Bereich kurzfristig zyklischer ist als viele Anleger gern hätten. Dort bündelt Siemens Automatisierung, industrielle Software, PLM, EDA, Low-Code und zunehmend industrielle KI. 2025 lag der Umsatz von Digital Industries bei 17,5 Milliarden Euro, der Gewinn bei 2,64 Milliarden Euro. Smart Infrastructure brachte 22,7 Milliarden Euro Umsatz und 4,51 Milliarden Euro Gewinn, also ein ausgesprochen starkes, robustes Geschäft rund um Elektrifizierung, Gebäude, Netze, Rechenzentren und Energieverteilung. Mobility kam auf 12,4 Milliarden Euro Umsatz und 1,10 Milliarden Euro Gewinn; das ist margenschwächer, aber strategisch wertvoll, weil Bahn- und Verkehrsinfrastruktur langfristige, politisch gestützte Märkte sind. Healthineers steuerte 23,4 Milliarden Euro Umsatz und 3,52 Milliarden Euro Gewinn bei. Diese Struktur zeigt sehr klar: Siemens lebt nicht mehr von einem einzigen Zyklus, sondern von mehreren, teilweise gegeneinander ausgleichenden Endmärkten. (Siemens)
Fundamental ist Siemens stark. Die Bilanz weist für 2025 62,2 Milliarden Euro Eigenkapital zurechenbar auf die Aktionäre aus, bei einer Eigenkapitalquote von 41 Prozent. Die Liquidität war mit 14,5 Milliarden Euro hoch. Die industrielle Nettoverschuldung lag bei 12,2 Milliarden Euro, was einem Verhältnis von 0,9 zum EBITDA entsprach. Das ist für einen Konzern dieser Größe und Projektlastigkeit gut beherrschbar. Hinzu kommt eine hohe Innovationskraft: Siemens gab 2025 rund 6,6 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus, hielt rund 41.300 erteilte Patente und beschäftigte im Schnitt 53.200 Mitarbeiter in F&E. Wer Siemens heute noch nur als „alten Elektrokonzern“ betrachtet, liegt daneben. Das Unternehmen ist längst in einer Mischform aus Industrie, Software, Infrastruktur und datengetriebener Optimierung angekommen. (Siemens)
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 sieht das Management den Konzern auf Wachstumskurs. Nach dem starken ersten Quartal wurde die Prognose für das Ergebnis je Aktie vor PPA auf 10,70 bis 11,10 Euro angehoben. Für den Gesamtkonzern erwartet Siemens 6 bis 8 Prozent vergleichbares Umsatzwachstum und ein Book-to-Bill-Verhältnis von über 1. Besonders interessant ist, was hinter diesen Zahlen steckt: Laut Reuters profitierte Siemens zuletzt stark von KI-getriebener Nachfrage aus dem Rechenzentrumsumfeld; CEO Roland Busch sprach davon, dass die Nachfrage nach Rechenzentren die Erwartungen deutlich übertroffen habe. Das passt zur Stärke von Smart Infrastructure und zur Software-/Automatisierungsseite von Digital Industries. Siemens profitiert damit nicht nur indirekt von KI, sondern verdient an Stromverteilung, Gebäudetechnik, Automatisierung, Designsoftware und industrieller Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette. Das ist substanzieller als viele KI-Börsengeschichten. (Siemens Presse)
Trotzdem gibt es klare Risiken. Digital Industries ist zyklisch; Siemens schreibt selbst, dass gerade Standardprodukte stark von Makrozyklen abhängen und kurzfristig deutlich schwanken können. Mobility hängt in erheblichem Maß an öffentlichen und staatlichen Investitionsentscheidungen, also an Haushalten, Ausschreibungen und sauberer Projektausführung. Dazu kommen Währungsbelastungen, die Siemens für 2026 selbst ausdrücklich als Gegenwind nennt. Und natürlich ist Siemens groß genug, um nie durchgehend schnell zu wirken: Integrationen wie Altair und Dotmatics müssen erst in Rendite übersetzt werden. Auch der verbliebene Siemens-Energy-Anteil ist kein operativer Kernwert mehr; seit dem Verlust des maßgeblichen Einflusses 2024 wird die Beteiligung erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis bewertet, also ohne direkten Effekt auf den Nettogewinn. Wer hier glaubt, Siemens sei ein reiner Selbstläufer ohne operative Reibung, macht sich etwas vor. (Siemens)
Zur Aktie selbst: Am 15. April 2026 liegt der Kurs ungefähr bei 238 bis 239 Euro; MarketScreener nennt einen Schlusskurs von 237,25 Euro und ein Analystenkonsensziel von 271,29 Euro, Reuters und aktuelle Börsenmeldungen zeigen den Kurs im Bereich um 238 Euro. Auf Basis der angehobenen 2026er EPS-pre-PPA-Prognose von 10,70 bis 11,10 Euro handelt die Aktie grob zu einem KGV von etwa 21 bis 22 auf diese Kennzahl. Das ist nicht billig. Für einen durchschnittlichen Industriekonzern wäre das zu teuer. Für Siemens halte ich diese Bewertung aber für vertretbar, weil die Cashflows stark sind, der Auftragsbestand hoch ist, das Portfolio qualitativ besser geworden ist und der Software- sowie Infrastrukturanteil eine strukturell höhere Bewertung rechtfertigt als bei klassischen Zyklikern. Die Dividendenrendite liegt auf Basis der vorgeschlagenen 5,35 Euro bei rund 2,2 Prozent und ist damit ordentlich, aber nicht der Hauptgrund für ein Investment. (DIE WELT)
Meine Einschätzung zu den Kurszielen ist daher wie folgt: Für die nächsten 12 bis 18 Monate halte ich einen fairen Bereich von 260 bis 280 Euro für plausibel; mein Basiskursziel liegt bei 270 Euro. Das liegt nahe am Analystenkonsens und setzt voraus, dass Siemens seine 2026er Prognose mindestens erfüllt, die Nachfrage aus Rechenzentren und Elektrifizierung hoch bleibt und Digital Industries keinen harten zyklischen Rückschlag erlebt. In einem schwächeren Szenario mit deutlicher Industrieabkühlung, Problemen in einzelnen Projekten oder Bewertungsdruck sehe ich auch Kurse um 210 bis 220 Euro als realistisch an. In einem starken Szenario mit anhaltender KI-Infrastruktur-Nachfrage, besserer Software-Monetarisierung und weiter steigenden Margen halte ich über 300 Euro für möglich. Für fünf Jahre ist meine Einschätzung konstruktiv: Wenn Siemens den Umbau zur technologiegetriebenen Industrieplattform weiter sauber vollzieht, halte ich Kurse im Bereich von 340 bis 380 Euro für erreichbar. Für zehn bis fünfzehn Jahre ist die eigentliche Frage nicht, ob Siemens noch existiert, sondern ob das Unternehmen den Software-, Daten- und Serviceanteil am Konzernmix weiter erhöht und dadurch schneller wächst als klassische Industrieunternehmen. Gelingt das, ist Siemens aus meiner Sicht ein sehr wahrscheinlicher langfristiger Gewinner. Misslingt es, bleibt immer noch ein sehr solides Industriehaus, aber eben keines mit Premium-Multiple.
Mein Gesamturteil ist deshalb klar: Siemens ist keine spektakulär billige Aktie, aber eine hochwertige. Wer maximale Unterbewertung sucht, findet anderswo mehr Hebel. Wer dagegen ein erstklassiges europäisches Industrieunternehmen mit Technologiekompetenz, starkem Cashflow, guter Bilanz, hoher Marktrelevanz und realistischen Chancen auf profitables Wachstum über viele Jahre sucht, kommt an Siemens schwer vorbei. Für mich ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau kein Schnäppchen, aber weiterhin kaufwürdig für langfristig orientierte Anleger mit Sinn für Qualität. Die größte Stärke des Unternehmens ist nicht ein einzelnes Produkt, sondern die Stellung an mehreren entscheidenden Schnittstellen der modernen Wirtschaft: Fabriken, Stromnetze, Gebäude, Bahninfrastruktur, industrielle Software und digitale Zwillinge. Genau deshalb traue ich Siemens in den nächsten 5 bis 15 Jahren mehr zu als vielen klassischen Industriekonzernen.
Autor: ChatGPT
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Wertpapier:
Siemens AG |



