http://www.wiwo.de/politik/europa/...sser-rand-und-band/10789798.html
Zur Begründung für das ABS-Kaufprogramm verwies Draghi auf die schwache Kreditvergabe in den Krisenländern. Sie soll angekurbelt werden, indem die Banken via Verkauf risikobehafteter Kreditforderungen an die EZB Eigenkapital in ihren Bilanzen freisetzen, das sie dann für die Vergabe neuer Kredite verwenden können.
Der Haken ist nur: Den Banken mangelt es an ausreichender Nachfrage nach Krediten. Unternehmen und Bürger in den Peripherieländern sind bis über beide Ohren verschuldet, entsprechend gering ist ihre Lust auf neue Schulden. Zudem dämpft die flaue Konjunktur die Nachfrage nach Investitions- und Konsumkrediten. Der Kauf von ABS durch die EZB wird daran nichts ändern. Daher liegt der Verdacht nahe, dass die EZB mit ihrem ABS-Programm in Wahrheit ein anderes Ziel verfolgt: Sie will die unter faulen Krediten leidenden Banken retten und durch eine neue Liquiditätsschwemme die Eurozone re-inflationieren.
Den Währungshütern ist klar, dass einige Banken durch den Stresstest fallen werden, dessen Ergebnisse demnächst veröffentlicht werden. Diese Institute müssen ihre Kernkapitalquoten (das Verhältnis aus hartem Eigenkapital zu risikogewichteten Forderungen) erhöhen. Kauft die EZB ihnen einen Teil der risikobehafteten Forderungen ab, steigt die Kernkapitalquote. Die EZB mutiert zum Banken-Retter. Doch dafür hat sie kein Mandat, sie bewegt sich außerhalb der Gesetzesnormen. |