Silberminenbetreiber sprengen die COMEX-Fantasie: Hecla und 1st Majestic melden für das vierte Quartal realisierte Preise, die rund 26 % über dem „offiziellen” Papier-Silberpreis liegen Dies beweist, dass sich der reale Markt bereits von der COMEX-Börse entfernt hat
Die COMEX ist vorbei – nicht weil die Bildschirme schwarz geworden sind, sondern weil die Zahlen der Minenbetreiber nun offen einen zweigeteilten Silbermarkt offenbaren. Wenn die Primärproduzenten durchweg Preise erzielen können, die etwa ein Viertel über dem „Referenz”-Terminpreis liegen, dann bestimmt diese Referenz nicht mehr den Preis, sondern dient nur noch als Schlagzeile.
Das Dezemberquartal von Hecla ist das deutlichste Beispiel dafür. Das Unternehmen meldete für das 4. Quartal 2025 einen durchschnittlichen realisierten Silberpreis von 69,28 $/oz. Im gleichen Quartal lag der neben den Ergebnissen angegebene durchschnittliche Silberpreis bei etwa 54,83 USD/Unze – was bedeutet, dass Hecla etwa 14 USD über dem Referenzwert erzielte, was einer Prämie von ~26 % entspricht. Entweder hat Hecla ein übermenschliches Timing an den Tag gelegt – indem es fast alles zu Spitzenpreisen verkauft hat – oder es geschieht etwas weitaus Strukturelleres: Der physische Käufer zahlt mehr, weil der Papierpreis nicht mehr als Quelle für echtes, lieferbares Metall angesehen wird, wenn es darauf ankommt.
Dann kommt First Majestic ins Spiel und bestätigt dieses Muster unabhängig davon. In seinen Highlights für das vierte Quartal 2025 meldete First Majestic einen durchschnittlichen realisierten Silberpreis von 69,74 USD/Unze und stellte diesen ausdrücklich dem durchschnittlichen COMEX-Silberpreis des Quartals (etwa Mitte 50 USD) gegenüber, wobei es einen Aufschlag von etwa 14,5 USD/Unze – wiederum ~26 % – feststellte.
Zwei verschiedene Produzenten, zwei verschiedene Verkaufsbücher, dasselbe Ergebnis: Die ausgehandelten physischen Preise liegen deutlich über dem „Preisfindungsort” der Terminmärkte.
Das ist die wahre Geschichte: Die Preisfindung verlagert sich von einem zentralisierten Papiermarkt zu bilateralen Vereinbarungen – industrielle Nutzer und Raffinerien sichern sich ihr Angebot, zahlen, was sie müssen, und tun dies außerhalb der Börse. Wenn Sie eine Definition dafür suchen, warum die COMEX an Macht verliert, dann ist es diese: Die Bergbauunternehmen beweisen in geprüften öffentlichen Berichten, dass sie die Börse umgehen und wesentlich bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen können.
Stellen Sie sich also die einzige Frage, die als Nächstes wichtig ist: Wenn Samsung direkt zu den Bergbauunternehmen geht, wer tut das dann noch? |