Der Nasdaq sieht oben gerade verdächtig nach Erschöpfungsgap mit Heldenpose aus. Stark, keine Frage — aber genau so stark, dass es ungesund werden kann. Der Move war brutal steil, kaum echte Zwischenverdauung, direkt hoch in die Zone 26.562 / 26.672. Das ist genau die Gegend, in der erst die Shorts gegrillt werden, dann die Spätkäufer aufspringen und danach plötzlich alle überrascht tun, wenn der Markt doch nicht unendlich Treppen steigen will.
Wichtig ist: Ein Gap nach oben ist nicht automatisch bearish. Es wird erst dann zum Erschöpfungsgap, wenn der Markt es nicht weitertragen kann. Also: kein sauberer Anschlusskauf, oben Ablehnung, Rückfall unter die erste Haltezone. Solange das nicht passiert, bleibt das Ding einfach nur heiß gelaufen, aber intakt.
Spannend wird’s, wenn 26.378 verloren geht. Dann ist das nicht mehr nur bisschen Durchatmen, sondern der erste Hinweis, dass oben vielleicht doch mehr Show als Substanz drin war. Unter 26.163 wird’s deutlich anfälliger, und wenn auch 26.022 kippt, dann kann das ziemlich zügig in 25.879 / 25.814 rauschen. Genau das ist das Problem an solchen vertikalen Moves: Nach oben sieht’s aus wie Rakete, nach unten merkt man plötzlich, wie wenig Treppenstufen wirklich eingebaut wurden.
Oben stark, aber exhaustion-gefährdet. Über 26.378 noch okay. Unter 26.378 wird’s verdächtig. Unter 26.163 / 26.022 kann die Korrektur scharf werden.
Gerade sieht der Nasdaq aus wie einer, der auf der Party noch laut „easy“ ruft — und fünf Minuten später draußen an der Bordsteinkante sitzt und Wasser braucht. |
Angehängte Grafik:
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