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Der letzte FED-Zinsentscheid des Jahres


18.12.24 10:00
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Und wenn das vierte Lichtlein brennt… dann hat die FED den Zins gesenkt, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

In der letzten Zinsentscheidung der US-Notenbank im Jahr 2024 und kurz vor dem vierten Adventswochenende seien die Erwartungen im Markt klar: Die FED senke die Zinsen um weitere 25 Basispunkte, so dass der Leitzins zum Jahresende bei 4,5 Prozent liege.

Aber wie gehe es im kommenden Jahr weiter? Johannes Jahn, Fürst Fugger Privatbank: "Noch Mitte 2024 wurde in den USA von einem Zinsniveau von 2,75 Prozent zum Jahresende 2025 ausgegangen. Davon spricht heute keiner mehr. Nun erwartet der Markt für Mitte 2025 eher 4 Prozent und für Ende des Jahres 3,75 Prozent." Die Geschwindigkeit des Zinssenkungszyklus nehme spürbar ab und die Gründe dafür lägen auf der Hand. So sei der amerikanische Arbeitsmarkt weiterhin robust und die Inflation habe zuletzt über den Prognosen der FED gelegen. Zudem würden die angekündigten politischen Veränderungen mitschwingen, wie Zölle und eine restriktivere Handelspolitik.

"Es ist spannend zu beobachten, dass trotz der Zinssenkungen die 10-jährigen US-Staatsanleihen weiterhin eine Rendite von ca. 4,35 Prozent versprechen", meine Jahn. Zum Vergleich läge die 10-jährige deutsche Staatsanleihe bei ca. 2,25 Prozent. Daher sei auch die zunehmende Stärke des US-Dollar nicht überraschend.

Die Währungsentwicklung werde sich im Jahr 2025 auch auf die Ergebnisse und Prognosen der Unternehmen in den USA auswirken, sei Johannes Jahn überzeugt: "Die Unternehmen im S&P 500 erwirtschaften fast ein Drittel ihres Gesamtumsatzes außerhalb der USA. Der starke US-Dollar wurde daher bereits in der aktuellen Ergebnissaison von vielen Unternehmen explizit angesprochen."

Insgesamt deute die aktuelle Situation auf ein spannendes Jahr 2025 hin, in dem wirtschaftliche Stabilität, geldpolitische Flexibilität und geopolitische Entwicklungen entscheidend sein dürften. Die FED werde dabei weiterhin zwischen Wachstumsförderung und Inflationsbekämpfung balancieren müssen, um die wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen zu meistern. Johannes Jahn: "Mit einem Fragezeichen ist versehen, welchen Einfluss die neue US-Regierung auf die Notenbank nehmen wird. Dem künftigen Präsidenten Trump ist die Unabhängigkeit der FED bekanntermaßen schon länger ein Dorn im Auge."

Zitate Johannes Jahn, Fürst Fugger Privatbank:

- "Noch Mitte 2024 wurde in den USA von einem Zinsniveau von 2,75 Prozent zum Jahresende 2025 ausgegangen. Davon spricht heute keiner mehr. Nun erwartet der Markt für Mitte 2025 eher 4 Prozent und für Ende des Jahres 3,75 Prozent."

- "Es ist spannend zu beobachten, dass trotz der Zinssenkungen die 10-jährigen US-Staatsanleihen weiterhin eine Rendite von ca. 4,35 Prozent versprechen."

- "Die Unternehmen im S&P 500 erwirtschaften fast ein Drittel ihres Gesamtumsatzes außerhalb der USA. Der starke US-Dollar wurde daher bereits in der aktuellen Ergebnissaison von vielen Unternehmen explizit angesprochen."

- "Mit einem Fragezeichen ist versehen, welchen Einfluss die neue US-Regierung auf die Notenbank nehmen wird. Dem künftigen Präsidenten Trump ist die Unabhängigkeit der FED bekanntermaßen schon länger ein Dorn im Auge." (18.12.2024/alc/a/a)