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Die erwarteten US-Zinssenkungen dürften die Wirtschaft stimulieren, aber auch die Inflation auf erhöhtem Niveau halten
11.09.25 09:15
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Das alljährlich in der zweiten Augusthälfte stattfindende Treffen der führenden Vertreter von internationalen Notenbanken im US-Bundesstaat Wyoming zieht stets die Aufmerksamkeit des Kapitalmarkts auf sich, so Karin Kunrath, Chief Investment Officer von Raiffeisen Capital Management.
In diesem Jahr habe der US-Notenbankchef Jerome Powell ganz besonders im Fokus gestanden, nicht nur, weil es sein letztes Treffen und seine letzte Rede dort gewesen sei, sondern auch, weil er seit Monaten unter politischem Druck stehe, die Leitzinsen zu senken. Die US-Notenbank sei seit Dezember 2024 im "wait and see"-Modus verblieben und habe die Zinsen unverändert belassen. Dies sei nachvollziehbar damit begründet worden, dass zum einen die Arbeitslosigkeit mit knapp über vier Prozent historisch gesehen sehr niedrig gewesen sei und der Arbeitsmarkt bislang recht robust erschienen sei. Zum anderen habe die im Rahmen des Dual Mandats der Fed ebenso relevante Inflationsrate deutlich über dem angepeilten Ziel von zwei Prozent gelegen, mit der Perspektive, infolge der Effekte aus den eingeführten Importzöllen zumindest temporär noch weiter anzusteigen. Dennoch seien vor Jackson Hole zwei Zinssenkungen noch im Jahr 2025 mit hoher Wahrscheinlichkeit am Markt gepreist worden und es sei damit unterstellt worden, dass enttäuschende Arbeitsmarktdaten letztlich schwerer wiegen würden als nur temporär höhere Inflationsraten infolge der Zölle.
Die Rede von Fed-Chef Powell in Jackson Hole habe dann die Markterwartung dahingehend bestätigt, dass Zinssenkungen schon bald erfolgen könnten. Die unmittelbaren Reaktionen sowohl am Renten- als auch am Aktienmarkt seien daraufhin entsprechend positiv gewesen, wenngleich sich an der ohnehin schon bestandenen Aussicht auf zwei Zinssenkungen bis Jahresende nicht wirklich etwas geändert habe. Allerdings habe sich im Nachgang des Jackson-Hole-Meetings der politische Druck auf den Gouverneursrat der Fed noch weiter erhöht und für neuerliche Verunsicherung in Hinblick auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank gesorgt. Die erwarteten Zinssenkungen in den USA, in einem Umfeld von stabilen bis besser werdenden Makrodaten, dürften zwar die Wirtschaft zusätzlich stimulieren, aber auch die Inflation auf erhöhtem Niveau halten. Obwohl die Indikatoren aktuell ein weitgehend konstruktives fundamentales Umfeld anzeigten, scheine kurzfristig schon viel eingepreist zu sein. Für September erwarteten wir etwas mehr Marktvolatilität und blieben daher bei Aktien neutral gewichtet.
Die Experten von Raiffeisen Capital Management rechnen mit sinkenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit (5 Jahre) und bleiben entsprechend positiv gestimmt. Das treffe auch auf US-Staatsanleihen (5 Jahre) zu. Italienische Staatsanleihen wanderten auf den Verkaufszettel der Experten. Bei französischen und deutschen Staatsanleihen würden sie hingegen weiterhin investiert bleiben.
Am Markt für Unternehmensanleihen würden die Experten bei US-High-Yield-Unternehmensanleihen zurückhaltend bleiben, da sie mittelfristig mit steigenden Risikoprämien rechnen würden. Mit dem Ende der Sommermonate setze auch der Primärmarkt neue Impulse bzw. Preisanker für den Sekundärmarkt. Am Markt für EUR-Unternehmensanleihen blieben wir unverändert neutral positioniert.
Die Experten von Raiffeisen Capital Management bleiben bei Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen weiterhin zurückhaltend und schließen sich dem Optimismus des Marktes hinsichtlich Schwellenländer-Papieren nicht an. Insbesondere die von den USA verhängten Zölle gegenüber den Emerging-Markets-Handelspartnern dürften mittelfristig negativ wirken. Sie dächten, dass hier ein Schönwetter-Szenario diskontiert werde, das mit den realen Gegebenheiten (Wirtschaftsdynamik, geopolitische Eventrisiken etc.) nicht zusammenpasse, und würden sich auf andere Ertragsbringer fokussieren.
Die globalen Aktienmärkte hätten sich in Summe in den letzten Monaten weiterhin recht fest präsentiert. Neben besser als erwarteten Konjunkturdaten hätten sich einmal mehr die Unternehmensgewinne als wichtiger Unterstützungsfaktor erwiesen. Die Stimmung scheine kurzfristig schon etwas optimistisch (Kontraindikator), die Experten würden daher aktuell bei ihrer neutralen Aktienpositionierung bleiben.
Nach der durchwachsenen Entwicklung von US-Aktien in den letzten Monaten sei eine globale Erholung eingetreten, die insbesondere an den entwickelten Märkten stattgefunden habe. Dennoch hätten Emerging-Markets-Aktien den Performancevorteil halten können, den sie bisher in diesem Jahr herausgeholt hätten. Weiter fraglich bleibe, wie die Maßnahmen der US-Regierung sich konjunkturell auswirken würden. Die fundamentale Bewertung für die Emerging-Markets-Region sei weiter recht günstig. Seit Jahresbeginn hätten insbesondere Telekom- und Grundstoffwerte profitieren können.
Die internationalen Rohstoffmärkte hätten sich zuletzt uneinheitlich präsentiert. Edelmetalle seien kürzlich auf ein neues Allzeithoch geklettert. Strukturell sorgten Zentralbankkäufe weiterhin für anhaltende Unterstützung. Auch Retailkäufer\:innen hätten zuletzt wieder vermehrt Gefallen an Gold gefunden. Industriemetalle hätten sich zuletzt wieder etwas erholen können, während Energierohstoffe leicht nach unten tendiert hätten. Die Experten von Raiffeisen Capital Management sehen den Bereich Edelmetalle auch in den nächsten Monaten gut unterstützt. (Ausgabe vom 10.09.2025) (11.09.2025/alc/a/a)
In diesem Jahr habe der US-Notenbankchef Jerome Powell ganz besonders im Fokus gestanden, nicht nur, weil es sein letztes Treffen und seine letzte Rede dort gewesen sei, sondern auch, weil er seit Monaten unter politischem Druck stehe, die Leitzinsen zu senken. Die US-Notenbank sei seit Dezember 2024 im "wait and see"-Modus verblieben und habe die Zinsen unverändert belassen. Dies sei nachvollziehbar damit begründet worden, dass zum einen die Arbeitslosigkeit mit knapp über vier Prozent historisch gesehen sehr niedrig gewesen sei und der Arbeitsmarkt bislang recht robust erschienen sei. Zum anderen habe die im Rahmen des Dual Mandats der Fed ebenso relevante Inflationsrate deutlich über dem angepeilten Ziel von zwei Prozent gelegen, mit der Perspektive, infolge der Effekte aus den eingeführten Importzöllen zumindest temporär noch weiter anzusteigen. Dennoch seien vor Jackson Hole zwei Zinssenkungen noch im Jahr 2025 mit hoher Wahrscheinlichkeit am Markt gepreist worden und es sei damit unterstellt worden, dass enttäuschende Arbeitsmarktdaten letztlich schwerer wiegen würden als nur temporär höhere Inflationsraten infolge der Zölle.
Die Rede von Fed-Chef Powell in Jackson Hole habe dann die Markterwartung dahingehend bestätigt, dass Zinssenkungen schon bald erfolgen könnten. Die unmittelbaren Reaktionen sowohl am Renten- als auch am Aktienmarkt seien daraufhin entsprechend positiv gewesen, wenngleich sich an der ohnehin schon bestandenen Aussicht auf zwei Zinssenkungen bis Jahresende nicht wirklich etwas geändert habe. Allerdings habe sich im Nachgang des Jackson-Hole-Meetings der politische Druck auf den Gouverneursrat der Fed noch weiter erhöht und für neuerliche Verunsicherung in Hinblick auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank gesorgt. Die erwarteten Zinssenkungen in den USA, in einem Umfeld von stabilen bis besser werdenden Makrodaten, dürften zwar die Wirtschaft zusätzlich stimulieren, aber auch die Inflation auf erhöhtem Niveau halten. Obwohl die Indikatoren aktuell ein weitgehend konstruktives fundamentales Umfeld anzeigten, scheine kurzfristig schon viel eingepreist zu sein. Für September erwarteten wir etwas mehr Marktvolatilität und blieben daher bei Aktien neutral gewichtet.
Die Experten von Raiffeisen Capital Management rechnen mit sinkenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit (5 Jahre) und bleiben entsprechend positiv gestimmt. Das treffe auch auf US-Staatsanleihen (5 Jahre) zu. Italienische Staatsanleihen wanderten auf den Verkaufszettel der Experten. Bei französischen und deutschen Staatsanleihen würden sie hingegen weiterhin investiert bleiben.
Die Experten von Raiffeisen Capital Management bleiben bei Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen weiterhin zurückhaltend und schließen sich dem Optimismus des Marktes hinsichtlich Schwellenländer-Papieren nicht an. Insbesondere die von den USA verhängten Zölle gegenüber den Emerging-Markets-Handelspartnern dürften mittelfristig negativ wirken. Sie dächten, dass hier ein Schönwetter-Szenario diskontiert werde, das mit den realen Gegebenheiten (Wirtschaftsdynamik, geopolitische Eventrisiken etc.) nicht zusammenpasse, und würden sich auf andere Ertragsbringer fokussieren.
Die globalen Aktienmärkte hätten sich in Summe in den letzten Monaten weiterhin recht fest präsentiert. Neben besser als erwarteten Konjunkturdaten hätten sich einmal mehr die Unternehmensgewinne als wichtiger Unterstützungsfaktor erwiesen. Die Stimmung scheine kurzfristig schon etwas optimistisch (Kontraindikator), die Experten würden daher aktuell bei ihrer neutralen Aktienpositionierung bleiben.
Nach der durchwachsenen Entwicklung von US-Aktien in den letzten Monaten sei eine globale Erholung eingetreten, die insbesondere an den entwickelten Märkten stattgefunden habe. Dennoch hätten Emerging-Markets-Aktien den Performancevorteil halten können, den sie bisher in diesem Jahr herausgeholt hätten. Weiter fraglich bleibe, wie die Maßnahmen der US-Regierung sich konjunkturell auswirken würden. Die fundamentale Bewertung für die Emerging-Markets-Region sei weiter recht günstig. Seit Jahresbeginn hätten insbesondere Telekom- und Grundstoffwerte profitieren können.
Die internationalen Rohstoffmärkte hätten sich zuletzt uneinheitlich präsentiert. Edelmetalle seien kürzlich auf ein neues Allzeithoch geklettert. Strukturell sorgten Zentralbankkäufe weiterhin für anhaltende Unterstützung. Auch Retailkäufer\:innen hätten zuletzt wieder vermehrt Gefallen an Gold gefunden. Industriemetalle hätten sich zuletzt wieder etwas erholen können, während Energierohstoffe leicht nach unten tendiert hätten. Die Experten von Raiffeisen Capital Management sehen den Bereich Edelmetalle auch in den nächsten Monaten gut unterstützt. (Ausgabe vom 10.09.2025) (11.09.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
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