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Zinsmärkten: Aufwärtsdruck bei Renditen
22.09.25 08:50
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Verschiedene Vorlaufindikatoren werden nächste Woche Aufschlüsse zur aktuellen Stimmungslage in der Eurozone und in den USA geben, wobei die PMI-Schnellschätzungen für September das definitive Highlight darstellen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
In der Eurozone erscheine es ihnen als realistisch, dass der Industrie-PMI seinen seit Jahresanfang anhaltenden positiven Trend weiter fortsetzen könne. Die Maßzahl habe im August zum ersten Mal seit geraumer Zeit die 50 Punkte-Marke durchbrochen und 50,7 Punkte erreichen können. RBI setze einen weiteren Anstieg auf 51 Punkte an. Beim Dienstleistungs-PMI erwarte man hingegen einen Rückgang von 50,5 auf 50,2 Punkte. In den USA hätten die PMIs für Industrie und Dienstleistungen zuletzt weiterhin höher notiert als in der Eurozone (53 Punkte und 54,5 Punkte). Hier stehe die Frage im Mittelpunkt, ob sich die jüngste Abkühlung des Arbeitsmarktes auch auf die PMIs rückwirke. Mit dem ifo-Index stehe auch eine Unternehmensumfrage mit Fokus auf deutsche Unternehmungen auf der Agenda. Hier prognostiziere RBI eine eher verhaltene Entwicklung, Rückgänge bei den Komponenten zur aktuellen Lage (86,4 auf 85,9 Punkte) und zu den Zukunftserwartungen (91,6 auf 91,4 Punkte) sollten einen Rückgang des Geschäftsklimaindex von 89 auf 88,6 Punkte bedeuten. Auch das Konsumentenvertrauen in der Eurozone dürfte im September einen Dämpfer erfahren haben, RBI erwarte einen Rückgang von -15,5 auf -15,9 Punkte. In den USA seien über die PMIs hinaus auch die PCE-Inflationszahlen für August von Interesse, immerhin sei die Inflation in den USA trotz bis dato ausbleibender Zolleffekte zuletzt auch weiterhin erhöht geblieben. Die finale Schätzung zum Q2-BIP in den USA dürfte indessen wohl keine großen Überraschungen bringen, aktuell werde eine erneute Bestätigung der zweiten Schätzung in Höhe von 3,3% (p.q., annualisiert) erwartet.
Die FED habe sich mit breitem Konsens auf eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte verständigt. Nur Trumps neuer FED-Gouverneur Miran hat auf eine Senkung um 50 Basispunkte gedrängt. Abgesehen von diesem "Ausreißer" zeige die FED keine Panik wegen der Arbeitsmarktlage. Es gebe Abwärtsrisiken, ja, und die Nachfrage nach Arbeitskräften gehe schneller zurück als erwartet, aber die Arbeitslosenquote sei immer noch niedrig und die FED-Prognosen für 2026/27 würden sogar ein leicht optimistischeres Bild als noch zuvor zeigen. RBI erwarte, dass der Leitzins der FED weiter sinken werde. Unter Powell werde wohl noch von Sitzung-zu-Sitzung je nach Datenlage entschieden. Post Powell könnte die FED aber Wild-West ähnliche Züge annehmen.
An den Zinsmärkten habe die FED-Sitzung vorerst zu wenig Bewegung geführt. Am Tag danach hätten US-Treasury Renditen schlussendlich höher tendiert. Nicht zwingenderweise sei der FED-Ausblick bis Jahresende einer Neubewertung unterzogen worden (hier preise der Markt weiterhin zwei Zinssenkungen), sondern das Ausmaß an Zinssenkungen in 2026. Das finale Leitzinsniveau werde nun etwas höher bei 3% gepreist und nicht mehr darunter, was Aufwärtsdruck bei US-Staatsanleihenrenditen impliziert habe. Am europäischen Zinsmarkt sei dies auch zu spüren gewesen. 10-jährige Bund-Renditen seien erneut über 2,7% gestiegen, während das kurze Ende der Bund-Kurve von den Bewegungen unberührt geblieben sei. Eine höhere Korrelation internationaler Rendite-Bewegungen bei längeren Laufzeiten sei zu erwarten. Die Treasury-Kurve befinde sich aber aktuell nahe der RBI-Prognosen, weswegen sie keine substantiellen Fehlbewertungen verorte.
Diese Woche halte die SNB ihr Meeting zur Zinsentscheidung ab und hierbei dürfte es zu keinen großen Überraschungen kommen. RBI, sowie auch ein breiter Konsensus und die Märkte, erwarte keine weitere Zinssenkung und somit ein Verharren auf 0,0%. Die Inflation befinde sich noch im Zielband der SNB zwischen 0 bis 2% und der Präsident des SNB-Direktoriums, Martin Schlegel, habe wiederholt betont, dass Negativzinsen nur im äußersten Fall beschlossen würden. Durch das Fehlen eines Handelsabkommens mit den USA gebe es zwar grundsätzlich einen großen Unsicherheitsfaktor für die Schweizer Wirtschaft - denn die Schweiz, die enge Wirtschaftsbeziehungen zu den USA pflege, habe den europaweit höchsten Zollsatz mit 39% vorgeschrieben bekommen - aber auch das dürfte den Kurs der SNB nicht verändern, da die Schweiz auf Hochtouren an einer Lösung des Handelskonfliktes arbeite. Die Effekte von Negativzinsen wie das Befeuern des Immobilienmarktes, Nachteile für Sparer und Pensionskassen sowie Umverteilungseffekte, seien zu gravierend, um sie vorschnell zu beschließen. Die Zeichen für die SNB stünden somit auf Pause. (22.09.2025/alc/a/a)
In der Eurozone erscheine es ihnen als realistisch, dass der Industrie-PMI seinen seit Jahresanfang anhaltenden positiven Trend weiter fortsetzen könne. Die Maßzahl habe im August zum ersten Mal seit geraumer Zeit die 50 Punkte-Marke durchbrochen und 50,7 Punkte erreichen können. RBI setze einen weiteren Anstieg auf 51 Punkte an. Beim Dienstleistungs-PMI erwarte man hingegen einen Rückgang von 50,5 auf 50,2 Punkte. In den USA hätten die PMIs für Industrie und Dienstleistungen zuletzt weiterhin höher notiert als in der Eurozone (53 Punkte und 54,5 Punkte). Hier stehe die Frage im Mittelpunkt, ob sich die jüngste Abkühlung des Arbeitsmarktes auch auf die PMIs rückwirke. Mit dem ifo-Index stehe auch eine Unternehmensumfrage mit Fokus auf deutsche Unternehmungen auf der Agenda. Hier prognostiziere RBI eine eher verhaltene Entwicklung, Rückgänge bei den Komponenten zur aktuellen Lage (86,4 auf 85,9 Punkte) und zu den Zukunftserwartungen (91,6 auf 91,4 Punkte) sollten einen Rückgang des Geschäftsklimaindex von 89 auf 88,6 Punkte bedeuten. Auch das Konsumentenvertrauen in der Eurozone dürfte im September einen Dämpfer erfahren haben, RBI erwarte einen Rückgang von -15,5 auf -15,9 Punkte. In den USA seien über die PMIs hinaus auch die PCE-Inflationszahlen für August von Interesse, immerhin sei die Inflation in den USA trotz bis dato ausbleibender Zolleffekte zuletzt auch weiterhin erhöht geblieben. Die finale Schätzung zum Q2-BIP in den USA dürfte indessen wohl keine großen Überraschungen bringen, aktuell werde eine erneute Bestätigung der zweiten Schätzung in Höhe von 3,3% (p.q., annualisiert) erwartet.
An den Zinsmärkten habe die FED-Sitzung vorerst zu wenig Bewegung geführt. Am Tag danach hätten US-Treasury Renditen schlussendlich höher tendiert. Nicht zwingenderweise sei der FED-Ausblick bis Jahresende einer Neubewertung unterzogen worden (hier preise der Markt weiterhin zwei Zinssenkungen), sondern das Ausmaß an Zinssenkungen in 2026. Das finale Leitzinsniveau werde nun etwas höher bei 3% gepreist und nicht mehr darunter, was Aufwärtsdruck bei US-Staatsanleihenrenditen impliziert habe. Am europäischen Zinsmarkt sei dies auch zu spüren gewesen. 10-jährige Bund-Renditen seien erneut über 2,7% gestiegen, während das kurze Ende der Bund-Kurve von den Bewegungen unberührt geblieben sei. Eine höhere Korrelation internationaler Rendite-Bewegungen bei längeren Laufzeiten sei zu erwarten. Die Treasury-Kurve befinde sich aber aktuell nahe der RBI-Prognosen, weswegen sie keine substantiellen Fehlbewertungen verorte.
Diese Woche halte die SNB ihr Meeting zur Zinsentscheidung ab und hierbei dürfte es zu keinen großen Überraschungen kommen. RBI, sowie auch ein breiter Konsensus und die Märkte, erwarte keine weitere Zinssenkung und somit ein Verharren auf 0,0%. Die Inflation befinde sich noch im Zielband der SNB zwischen 0 bis 2% und der Präsident des SNB-Direktoriums, Martin Schlegel, habe wiederholt betont, dass Negativzinsen nur im äußersten Fall beschlossen würden. Durch das Fehlen eines Handelsabkommens mit den USA gebe es zwar grundsätzlich einen großen Unsicherheitsfaktor für die Schweizer Wirtschaft - denn die Schweiz, die enge Wirtschaftsbeziehungen zu den USA pflege, habe den europaweit höchsten Zollsatz mit 39% vorgeschrieben bekommen - aber auch das dürfte den Kurs der SNB nicht verändern, da die Schweiz auf Hochtouren an einer Lösung des Handelskonfliktes arbeite. Die Effekte von Negativzinsen wie das Befeuern des Immobilienmarktes, Nachteile für Sparer und Pensionskassen sowie Umverteilungseffekte, seien zu gravierend, um sie vorschnell zu beschließen. Die Zeichen für die SNB stünden somit auf Pause. (22.09.2025/alc/a/a)


