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Zinsmärkte stabil, aber US-Daten könnten Bewegung bringen
20.11.25 09:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - An den Zinsmärkten waren zuletzt Zeichen der Stabilisierung ablesbar, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Dies spiegele den Umstand wider, dass die aktuelle Informationslage ausreichend abgebildet sei und der Kapitalmarkt nun auf neue Impulse warte. Nach Wochen des Regierungs-Shutdowns in den USA sei zu erwarten, dass die nun mit Verzögerung eintreffenden US-Konjunkturdaten Impulsgeber sein würden. Die Wochen bis Weihnachten könnten somit durchaus turbulent werden. Daten zur Wirtschaftsleistung und zum Arbeitsmarkt stünden im Fokus, da hier die Informationslage zuletzt äußerst dünn gewesen sei.
Manche Informationen zur Preisentwicklung - Verbraucherpreisinflation - seien ausnahmsweise veröffentlicht worden. Nennenswerte Abweichungen ins Negative, aber auch ins Positive könnten den Kapitalmarkt in ein vorübergehendes Ungleichgewicht stürzen. Negative Überraschungen würden den Zinsmarkt unterstützen (mehr Zinssenkungen der Fed) und den US-Dollar belasten (US-Zinsvorteil nehme ab). Positive Überraschungen würden dagegen den Zinsmarkt belasten (weniger/keine Zinssenkungen der Fed, Inflationsrisiken inklusive) und den US-Dollar stärken (US-Zinsvorteil bleibe aufrecht/wachse).
Interessanterweise würde im aktuellen Umfeld wohl ein moderates Wachstum/Beschäftigungsaufbau zur geringsten Verunsicherung am Kapitalmarkt führen. Dies würde der US-Notenbank ermöglichen, die Leitzinsen kontrolliert an ein "normales" Niveau (wohl nahe 3%) heranzuführen. Seit Wochen sei der mittelfristige Ausblick zur Fed am Markt stark von Zinssenkungen geprägt. Nicht das Ob, sondern das Wann stehe im Vordergrund. Und so zeige man sich unsicher, ob die Fed bereit sein werde, im Dezember die Leitzinsen nach zwei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen von je 25 BP abermals zu senken. Die bevorstehenden US-Konjunkturveröffentlichungen würden dafür entscheidend sein. Aber selbst wenn die Zinssenkung im Dezember ausbleibe, solle damit das finale Leitzinsniveau in den USA noch nicht erreicht sein.
Die Situation in Europa gestalte sich als unauffällig. Die Wirtschaftsleistung sei im dritten Quartal um 0,2% p.q. gestiegen, was den Erwartungen entsprochen habe. Gegeben der handelspolitischen Spannungen sei die aktuelle wirtschaftliche Dynamik wohl okay. Von der Konjunktur-Beschleunigung, die die Analysten der RBI insbesondere für das Jahr 2026 erwarten würden, sehe man aber noch wenig. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) scheine im Pause-Modus voll und ganz angekommen zu sein. Die Zinssitzung Ende Oktober habe dies einhellig bestätigt, nicht mehr aber auch nicht weniger. Es sei somit weiterhin von einem EZB-Einlagesatz bei 2% auszugehen, was den 3-Monats-Euribor knapp über 2% verankern solle. Langfristige Zinssätze in Europa, wie etwa eine 10-jährige Bund-Rendite, würden in diesem Umfeld wohl in erster Linie von globalen Faktoren getrieben. Und somit blicke man auch in Europa gespannt darauf, was sich in Zeiten des Regierungs-Shutdowns in den USA wirklich getan habe. (Ausgabe vom 19.11.2025) (20.11.2025/alc/a/a)
Dies spiegele den Umstand wider, dass die aktuelle Informationslage ausreichend abgebildet sei und der Kapitalmarkt nun auf neue Impulse warte. Nach Wochen des Regierungs-Shutdowns in den USA sei zu erwarten, dass die nun mit Verzögerung eintreffenden US-Konjunkturdaten Impulsgeber sein würden. Die Wochen bis Weihnachten könnten somit durchaus turbulent werden. Daten zur Wirtschaftsleistung und zum Arbeitsmarkt stünden im Fokus, da hier die Informationslage zuletzt äußerst dünn gewesen sei.
Interessanterweise würde im aktuellen Umfeld wohl ein moderates Wachstum/Beschäftigungsaufbau zur geringsten Verunsicherung am Kapitalmarkt führen. Dies würde der US-Notenbank ermöglichen, die Leitzinsen kontrolliert an ein "normales" Niveau (wohl nahe 3%) heranzuführen. Seit Wochen sei der mittelfristige Ausblick zur Fed am Markt stark von Zinssenkungen geprägt. Nicht das Ob, sondern das Wann stehe im Vordergrund. Und so zeige man sich unsicher, ob die Fed bereit sein werde, im Dezember die Leitzinsen nach zwei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen von je 25 BP abermals zu senken. Die bevorstehenden US-Konjunkturveröffentlichungen würden dafür entscheidend sein. Aber selbst wenn die Zinssenkung im Dezember ausbleibe, solle damit das finale Leitzinsniveau in den USA noch nicht erreicht sein.
Die Situation in Europa gestalte sich als unauffällig. Die Wirtschaftsleistung sei im dritten Quartal um 0,2% p.q. gestiegen, was den Erwartungen entsprochen habe. Gegeben der handelspolitischen Spannungen sei die aktuelle wirtschaftliche Dynamik wohl okay. Von der Konjunktur-Beschleunigung, die die Analysten der RBI insbesondere für das Jahr 2026 erwarten würden, sehe man aber noch wenig. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) scheine im Pause-Modus voll und ganz angekommen zu sein. Die Zinssitzung Ende Oktober habe dies einhellig bestätigt, nicht mehr aber auch nicht weniger. Es sei somit weiterhin von einem EZB-Einlagesatz bei 2% auszugehen, was den 3-Monats-Euribor knapp über 2% verankern solle. Langfristige Zinssätze in Europa, wie etwa eine 10-jährige Bund-Rendite, würden in diesem Umfeld wohl in erster Linie von globalen Faktoren getrieben. Und somit blicke man auch in Europa gespannt darauf, was sich in Zeiten des Regierungs-Shutdowns in den USA wirklich getan habe. (Ausgabe vom 19.11.2025) (20.11.2025/alc/a/a)


