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Zinsmärkte: Bundesanleihen steigen leicht - Fed unklar


17.11.25 09:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Auf den Zinsmärkten war letzte Woche bei deutschen Bundesanleihen ein marginaler Aufwärtstrend zu beobachten, während sich die Renditen von US-Staatsanleihen mehrheitlich seitwärts bewegten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Ein genauerer Blick offenbare jedoch eine interessante Entwicklung in den USA: Die Finanzmärkte seien in Bezug auf das Ergebnis der nächsten Federal-Reserve-Sitzung am 10. Dezember noch unsicherer geworden. Die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung sei seit der letzten FOMC-Sitzung, bei der Jerome Powell betont habe, dass eine Senkung im Dezember nicht ausgemacht sei (die Sitzungsprotokolle würden diese Woche veröffentlicht werden), kontinuierlich gesunken. Letzte Woche seien die wahrgenommenen Chancen weiter gefallen und schlussendlich auf einem 50:50-Niveau zwischen einer Senkung und keiner Änderung des Zinsniveaus gelandet.

Begünstigt worden sei diese Entwicklung durch mehrere Äußerungen von Fed-Entscheidungsträgern: Mary Daly (San Francisco Fed, nicht stimmberechtigtes Mitglied) und Neel Kashkari (Minneapolis Fed, nicht stimmberechtigtes Mitglied) hätten geäußert, dass sie sich bezüglich der besten Vorgehensweise im Dezember noch nicht entschieden hätten, während Susan Collins (Boston Fed, stimmberechtigtes Mitglied) deutlicher gewesen sei und erklärt habe, sie sehe "eine relativ hohe Hürde für zusätzliche Lockerungen in der nahen Zukunft". Collins hätten sich andere stimmberechtigte Mitglieder angeschlossen, die angesichts anhaltender Inflationsrisiken ebenfalls auf die Möglichkeit eines vorsichtigeren Kurses hingewiesen hätten.

Das jüngste Ausbleiben von Daten zu Inflation und Arbeitsmarktbedingungen dürfte die Meinungsgegensätze im FOMC zusätzlich verstärkt haben. Die nach dem Ende des Shutdowns anstehenden Datenveröffentlichungen seien daher umso wichtiger: Anzeichen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt könnten die Märkte wieder zu einer dovisheren Einschätzung der nächsten Fed-Sitzung veranlassen, während ein Ausbleiben von Verschlechterungszeichen die jüngsten Tendenzen bestätigen würde. Die Prognosen der Analysten der RBI sähen eine Pause bei der Dezembersitzung vor, während die Analysten für den Verlauf des Jahres 2026 eine stärkere Lockerung erwarten würden, als derzeit eingepreist sei. (Ausgabe vom 14.11.2025) (17.11.2025/alc/a/a)