Zentralbanken wollen nicht riskieren, dass die Inflationserwartungen noch weiter zurückgehen


18.01.21 13:30
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.anleihencheck.de) - Die Zentralbanken haben für 2021 bereits weitere Unterstützung in Aussicht gestellt, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank FED werde weiter steigen; sie wolle so lange an ihren Staatsanleihen- und MBS-Käufen festhalten, bis wieder Vollbeschäftigung erreicht sei und die Inflation auf ihren Zielwert steige. In Europa sehe es ähnlich aus: Die Zentralbanken möchten nicht riskieren, dass die Inflationserwartungen noch weiter zurückgehen würden.

"Mehr denn je ist Pragmatismus das Gebot der Stunde. Zwar scheint die Fiskalpolitik 2021 weniger expansiv zu werden, doch schließen wir neue Maßnahmen zur Stabilisierung der Erholung nicht aus", sage Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer von Edmond de Rothschild Asset Management.

So seien Investoren zwar zuversichtlich für die Märkte. Doch in ihren Portfoliokompositionen sei von diesem Optimismus nichts zu spüren. "Solange sich der Optimismus nur auf die Stimmung bezieht und die Kurse unverändert bleiben, gehen wir davon aus, dass der nahende Konjunkturaufschwung die Märkte beleben wird", sei Melman überzeugt.

Jean-Philippe Desmartin, Leiter Nachhaltigkeit bei Edmond de Rothschild Asset Management, zähle ESG-Faktoren zu den wichtigsten Mitteln der Zukunft: "Nach COVID-19 dürften Aktionäre wesentlich mehr auf die Corporate Governance (vor allem auf die Dividendenpraxis), die Verteilung der Steuerlasten und die systematische Einbindung von ESG-Kriterien achten, wenn sie über die Vergütung von Führungskräften entscheiden. Nachhaltigkeit stand während der Krise im Mittelpunkt - und ist der beste Weg sie zu überstehen." (18.01.2021/alc/a/a)