Zehn Trends für das Finanzjahr 2020: Umschichtung aus Euro in US-Dollar denominierte Anleihen?


24.01.20 12:15
Neuberger Berman

New York (www.anleihencheck.de) - Neuberger Berman definiert in seinem Jahresausblick zehn Punkte, die das Finanzjahr 2020 maßgeblich bestimmen werden, so die Experten von Neuberger Berman.

Im nachfolgenden Kommentar würden dazu fünf Spezialisten des unabhängigen US-amerikanischen Vermögensverwalters erläutern, welche Trends Investoren bei ihren Anlageentscheidungen in den Bereichen Makro, Anleihen, Aktien und Alternative Investments berücksichtigen sollten.

Makro: Die Fiskalpolitik funktioniere nicht

1. Politische Risiken würden dominieren

Auch 2020 werde es politische Risiken geben und eine Fiskalpolitik, die nicht zum Wirtschaftsumfeld passe. Doch jetzt werde in den USA gewählt und den Notenbanken falle es zunehmend schwerer, die fiskalpolitischen Fehler auszugleichen - was 2020 vor allem für Volatilität und Bewertungschancen sorgen könnte.

2. Geldpolitik stoße an Grenzen

Die Notenbanken würden mehr und mehr in die Kritik geraten - zumal sie wenig gegen die politischen Risiken ausrichten könnten, die die Märkte auch 2020 bestimmen würden. Die volatile Phase dürfte sich daher auch in diesem Jahr fortsetzen - doch länger dauern, als man es in den letzten Jahren gewohnt gewesen sei.

3. Ein weiteres Jahr ohne Rezession, aber steigende Risiken

Das Risiko einer Rezession in den USA oder weltweit würden die Experten von Neuberger Berman auch 2020 für niedrig bis moderat halten. Für das kommende Jahr 2021 werde sie allerdings wahrscheinlicher. Außerhalb der USA nehme die Instabilität zu. Die Märkte würden eine bevorstehende Rezession oft sechs bis neun Monate im Voraus erkennen. Wenn dies der Fall sei, dürfte die Spannbreite unterschiedlicher Jahresrendite 2020 deutlich breiter ausfallen.

4. Auf Erholung des Geschäftsklimas achten

"Weiche" Indikatoren wie die Einkaufsmanagerindices (PMIs) hätten gezeigt, dass sich das Geschäftsklima im Vergleich zu den "harten" Konjunkturdaten sehr viel stärker verschlechtert habe. Irgendwann dürften aber die niedrige Arbeitslosenquote, der stabile Konsum und die Fortschritte bei den Handelsgesprächen die politische Unsicherheit aufwiegen. Das Geschäftsklima könnte sich dann drehen und aufgeschobene Investitionen würden möglicherweise realisiert.

Anleihen: USA und Qualität

5. Leitzinskonvergenz zwischen den USA und Europa mache US-Anleihen attraktiver

Die Europäische Zentralbank dürfte ihre Zinsen nicht mehr sehr viel stärker unter null senken und in den USA seien Zinssenkungen wahrscheinlicher als Zinserhöhungen. Die Absicherung des US-Dollar werde daher billiger. Das könnte zu Umschichtungen aus Euro- in US-Dollar denominierte Anleihen führen.

6. Der Credit-Markt bleibe zweigeteilt

Die Investoren würden noch immer nach Rendite suchen, aber sie würden sich zunehmend eine gewisse Sicherheit wünschen. Am High-Yield-Markt seien CCC- hinter BB-Anleihen zurückgeblieben. Das dürfte auch 2020 so bleiben.

Aktien: Volatilität und Rotation

7. Längere Volatilitätsphasen würden für Bewertungschancen sorgen

2019 hätten Wachstumszweifel für Volatilität gesorgt, die von den Notenbanken aber schnell eingefangen worden seien. Die politischen Unsicherheiten 2020 dürften jedoch nicht so leicht zu beheben sein. Es könnte daher zu Ausverkäufen, ähnlich wie im vierten Quartal 2018, kommen. Angesichts der stabilen Konjunkturdaten seien dann aber dauerhaft attraktiv bewertete Märkte denkbar.

8. Versteckte Chancen für aktive Investoren

Unabhängig von den Bewertungen der Märkte dürften Investoren wegen des insgesamt mäßigen Wirtschaftswachstums eher auf die Fundamentaldaten der Unternehmen achten. Denkbar sei auch eine Umkehr längerfristiger Trends: Auf Einzelwert-, Sektor- und Länderebene könnten jetzt Small Caps statt Large Caps, Substanz- statt Wachstumswerte und Zykliker statt defensiver Titel vorn liegen.

Alternative Investments: Die Stars in der Endphase des Zyklus

9. Nicht börsennotierte Anlagen würden zeigen, was sie könnten

Wenn die Bewertungen hoch seien, habe man bei nicht börsennotierten Anlagen meist mehr Einfluss auf die Ertragsentwicklung und könne die Bewertungsrisiken leichter verringern. Es bestehe ein Anreiz zum langfristigen Denken, über einen Zyklus hinaus. Die mehrjährigen Anlagezeiträume würden bedeuten, dass Kapital auch durch anschließende Abschwünge hindurch eingesetzt werde und sich zudem günstige Kaufgelegenheiten ergeben könnten.

10. Volatilität biete Chancen für Liquid Alternatives

Ein gut diversifiziertes Portfolio aus liquiden alternativen Strategien könne 2020 die Erträge glätten. Die Volatilität führe zu unkorrelierten Erträgen aus Nischenanlagen außerhalb der klassischen Märkte. Außerdem würden sich kurzfristige taktische Chancen sowie Chancen durch Bewertungsunterschiede zwischen den Assetklassen oder den verschiedenen Kapitalarten eines Emittenten ergeben. (Ausgabe vom 23.01.2020) (24.01.2020/alc/a/a)





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