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Von Goldilocks zu Trumpilocks - das Makroszenario wandelt sich
22.01.25 09:00
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Gerade war noch von einer Goldlöckchen-Welt an den Finanzmärkten die Rede, denn das Umfeld war sowohl für Anleihen- als auch für Aktienanlagen nahezu perfekt, so die Experten von MFS Investment Management.
"Diese Zeit ist vorbei", sage Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management. "Wir bewegen uns auf ein neues makroökonomisches Regime zu - ich nenne es Trumpilocks."
Dabei gehe es nicht nur um Trump 2.0 und die Auswirkungen seiner Politik, auch wenn diese erheblich sein dürften. Darüber hinaus sei bedeutend, dass die FED aufgrund des unerwartet starken US-Wachstums und der hartnäckigen Inflation eine Pause bei ihrer Lockerung der Geldpolitik einlege. Vor allem durch die ungünstigeren Inflationsaussichten sei es im neuen Trumpilocks-Regime viel schwieriger geworden, sich langfristig eindeutig zu positionieren.
Außerdem gebe es eine Reihe von Risiken - von einem möglichen Handelskrieg bis hin zu den Gefahren der Geopolitik - die die Risikobereitschaft der Anleger trüben könnten. Das nähre Bedenken hinsichtlich der Bewertungen am Aktienmarkt und anderer risikobehafteter Wertpapiere. Bei den Festverzinslichen würden die erwarteten Renditen, vor allem in den USA, nicht mehr von Leitzinssenkungen bestimmt.
Ein weiteres Merkmal der Trumpilocks-Welt sei ihre große spaltende Kraft. Die Welt sei nicht mehr im Einklang, auch was die Geldpolitik und die Konjunkturaussichten betreffe. Aus Sicht eines Anleiheinvestors sei jedenfalls die Eurozone weiterhin im Goldlöckchen-Modus, da die EZB ihre Zinslockerungspolitik fortsetzen müsse. Für Anleger, die nicht an Indices gebunden seien, werde das in nächster Zeit viele Chancen aufgrund der unterschiedlichen Marktbewertungen und Verwerfungen schaffen. Anleihen dürften dabei allmählich ihren traditionellen Status als Instrument zur Portfoliodiversifikation zurückgewinnen, während die Korrelation mit dem Aktienmarkt wieder niedriger werde. Dabei gehe MFS Investment Management davon aus, dass die Volatilität auf makroökonomischer Ebene hoch bleiben werde.
In den USA zumindest sei der Konjunkturzyklus noch nicht an seinem Ende angekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die Rezessionsrisiken so gering wie seit Mai 2022 nicht mehr. Mit anderen Worten: Die US-Wirtschaft laufe weiterhin gut und verhalte sich so, als befände sie sich immer noch in der Mitte des Zyklus. Aktuell bestehe eher die Gefahr, dass die US-Wirtschaft überhitze. Für das Schlussquartal 2024 würden die Prognosen sowohl der Federal-Reserve-Banken in Atlanta als auch in New York ein Wirtschaftswachstum von 3% signalisieren. Wenn sich dies bestätige, wäre es das dritte Quartal in Folge mit einem BIP-Wachstum um oder über 3%. Das sei bemerkenswert gesund und lasse die Frage zu, ob die USA auf einen strukturell höheren Wachstumspfad eingeschwenkt seien. Für US-Aktien, und insbesondere Growth-Titel, wäre das eine gute Nachricht. (22.01.2025/alc/a/a)
"Diese Zeit ist vorbei", sage Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management. "Wir bewegen uns auf ein neues makroökonomisches Regime zu - ich nenne es Trumpilocks."
Außerdem gebe es eine Reihe von Risiken - von einem möglichen Handelskrieg bis hin zu den Gefahren der Geopolitik - die die Risikobereitschaft der Anleger trüben könnten. Das nähre Bedenken hinsichtlich der Bewertungen am Aktienmarkt und anderer risikobehafteter Wertpapiere. Bei den Festverzinslichen würden die erwarteten Renditen, vor allem in den USA, nicht mehr von Leitzinssenkungen bestimmt.
Ein weiteres Merkmal der Trumpilocks-Welt sei ihre große spaltende Kraft. Die Welt sei nicht mehr im Einklang, auch was die Geldpolitik und die Konjunkturaussichten betreffe. Aus Sicht eines Anleiheinvestors sei jedenfalls die Eurozone weiterhin im Goldlöckchen-Modus, da die EZB ihre Zinslockerungspolitik fortsetzen müsse. Für Anleger, die nicht an Indices gebunden seien, werde das in nächster Zeit viele Chancen aufgrund der unterschiedlichen Marktbewertungen und Verwerfungen schaffen. Anleihen dürften dabei allmählich ihren traditionellen Status als Instrument zur Portfoliodiversifikation zurückgewinnen, während die Korrelation mit dem Aktienmarkt wieder niedriger werde. Dabei gehe MFS Investment Management davon aus, dass die Volatilität auf makroökonomischer Ebene hoch bleiben werde.
In den USA zumindest sei der Konjunkturzyklus noch nicht an seinem Ende angekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die Rezessionsrisiken so gering wie seit Mai 2022 nicht mehr. Mit anderen Worten: Die US-Wirtschaft laufe weiterhin gut und verhalte sich so, als befände sie sich immer noch in der Mitte des Zyklus. Aktuell bestehe eher die Gefahr, dass die US-Wirtschaft überhitze. Für das Schlussquartal 2024 würden die Prognosen sowohl der Federal-Reserve-Banken in Atlanta als auch in New York ein Wirtschaftswachstum von 3% signalisieren. Wenn sich dies bestätige, wäre es das dritte Quartal in Folge mit einem BIP-Wachstum um oder über 3%. Das sei bemerkenswert gesund und lasse die Frage zu, ob die USA auf einen strukturell höheren Wachstumspfad eingeschwenkt seien. Für US-Aktien, und insbesondere Growth-Titel, wäre das eine gute Nachricht. (22.01.2025/alc/a/a)


