Unternehmensanleihen aus Österreich: steigendes Angebot


12.10.12 16:19
Fuchsbriefe

Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Experten von "Fuchsbriefe" haben in ihrer aktuellen Ausgabe den Markt der österreichischen Unternehmensanleihen unter die Lupe genommen.

Österreichischen Unternehmen würden zunehmend auf den Kapitalmarkt drängen. Während sich die Eigenkapitalbeschaffung weiter schwierig gestalte, könnten die Gesellschaften als Emittenten von Anleihen von einem Umfeld niedriger Zinsen profitieren. So hätten allein in den vergangenen sechs Monaten gut ein halbes Dutzend Firmen neue Anleihen angeboten. Doch nicht jedes Unternehmen aus Osterreich könne auf Anhieb überzeugen und Anlegern sei geraten, genauer hinzuschauen und bei Veränderungen zu reagieren.

Nach Ansicht der Experten habe es in der vergangenen Woche mit der Unternehmensanleihe (ISIN AT0000A0WNP5 / WKN A1G9ZD) von EGGER HOLZWERKSTOFFE eine interessante Emission gegeben. Das Unternehmen habe Erfahrung im Anleihensektor und sich dabei bisher einen guten Ruf als Schuldner erarbeitet. Die aktuelle Emission solle eine Laufzeit von 7 Jahren haben und einen Kupon von 4,5% tragen. Mit der Stückelung von 500 EUR ziele man konkret auf Privatanleger. Das Unternehmen stehe für eine robuste Investmentstory und habe im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von fast 2 Mrd. EUR und ein EBITDA von 162 Mio. EUR erwirtschaftet. Der Emissionserlös solle für die weitere Expansion und zur Refinanzierung von Alt-Schulden genutzt werden.

Die neue Unternehmensanleihe (ISIN AT0000A0W6B3 / WKN A0VNDU) von Spar Österreich werde von den Experten als eher konservatives Investment eingestuft. Das auf insgesamt 200 Mio. EUR nominierte Papier habe seit der Notierungsaufnahme gut zulegen können und biete eine derzeitige Rendite von 2,7%. Der Kupon liege bei 3,5% p.a. und die Stückelung bei 1.000 EUR. Spar Österreich habe das Momentum neuer Geschäftszahlen zur Emission genutzt. Mit einem Umsatzanstieg von 4% auf 2,7 Mrd. EUR im ersten Halbjahr wachse das Unternehmen fast doppelt so stark wie der österreichische Einzelhandelsmarkt insgesamt.

Von solchen Zahlen könne die Identec Group bislang nur träumen, das mit seiner Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1G82U1 / WKN A1G82U) weiteres Wachstum finanzieren wolle. Spezialität des in Liechtenstein ansässigen Unternehmens seien so genannte RFID-Chips. Mit diesen könnten per Funkübertragung Objekte oder Personen vernetzt werden. Der Markt für RFID-Chips sei wachstumsstark und bereits jetzt würden weltweit fast 8 Mrd. USD jährlich umgesetzt. In 10 Jahren sollten es 26 Mrd. USD sein. Auch wenn das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 20% ausweise, habe dieser aber erst gut 41 Mio. EUR betragen. Zudem müsse viel investiert werden, was bislang Verluste erzeugt habe. Die Anleihe solle bis 2017 laufen und biete einen Kupon von 7,5%. Wenngleich das Eigenkapital der Gesellschaft 55 Mio. EUR betrage, stehe die Frage im Raum, wie das Unternehmen die Zinszahlungen für die Anleihe aufbringen wolle, wenn nicht aus der Substanz. Das Papier befinde sich noch in der Zeichnungsfrist.

Nach Einschätzung der Experten von "Fuchsbriefe" gilt es auch bei den österreichischen Emissionen abzuwägen, ob das Anlagerisiko angemessen vergütet wird und sie sprechen sich für die o.a. Anleihen von Egger und Spar Österreich Kaufempfehlungen aus. (Ausgabe 41 vom 11.10.2012) (12.10.2012/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.