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US-Verbraucherpreisentwicklung und EZB-Zinssitzung stehen an


10.12.24 10:42
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Nach der jüngsten Rekordjagd an den globalen Aktienmärkten ging der Rally (vorerst) ein wenig die Luft aus, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Dabei sei zu Beginn des Tages noch Unterstützung aus China gekommen: Die chinesische Regierung habe nämlich zum Wochenbeginn zum ersten Mal seit 14 Jahren ihre Geldpolitik geändert. Im kommenden Jahr wolle man eine "moderat lockere" Geldpolitik fahren, um zum einen der Konjunkturflaute entgegenzuwirken. Zum anderen wolle man sich auf mögliche Handelskonflikte mit den USA vorbereiten. Die Aussagen sprächen dafür, dass China seinen im September eingeschlagenen Weg fortsetzen und der Wirtschaft mit weiteren stimulierenden Maßnahmen unter die Arme greifen könnte. Allerdings habe das freundliche Sentiment nicht lange gehalten, denn im Laufe des Tages seien vor allem die US-Indizes immer weiter in Richtung Süden gerutscht. Neben einer normalen Konsolidierung nach den zuletzt gesehenen Kursanstiegen hätten sich die Investor:innen eher in Zurückhaltung geübt, vor den wichtigen Daten zur US-Verbraucherpreisentwicklung am Mittwoch. Denn die Daten könnten die letzten Entscheidungskriterien im Hinblick auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am 18. Dezember liefern.

In den USA werde derzeit eine Zinssenkung um 25 Basispunkte (BP) mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 85% eingepreist. Aber auch der Donnerstag dürfte mit der EZB-Zinssitzung äußerst spannend werden. Hier werde die aktuelle Wahrscheinlichkeit eines kleinen Zinsschrittes in Höhe von 25 BP mit 83% gepreist, während die Zuversicht für 50 BP bei rund 17% liege. Zinssenkungsfreundlich könne man hingegen die Verschlechterung beim ZEW-Index interpretieren. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage habe sich nämlich mit -17,5 deutlich stärker eingetrübt als zuvor mit -13,5 erwartet worden sei, wobei der November-Wert noch bei -12,8 gelegen habe.

In diesem Umfeld hätten die europäischen Indizes keine gemeinsame Richtung gefunden: Während der deutsche DAX anfangs noch ein neues Allzeithoch markiert habe, sei er später mit -0,19% leicht in die Verlustzone gerutscht. Sein Pendant, der Euro STOXX 50, habe hingegen ein kleines Plus in Höhe von 0,15% über die Ziellinie retten können, während der heimische ATX mit +0,71% klar besser performt habe. Auch an den wichtigsten US-Börsen hätten sich die Anleger:innen im Vorfeld der Inflationsdaten nicht mehr aus dem Fenster gelehnt. Während der mehrheitlich mit Standardwerten bestückte Dow Jones den Tag mit einem Rückgang von 0,54% nur leicht im Minus beendet habe, habe der marktbreite S&P 500 mit einem Abschlag von 0,61% etwas mehr nachgegeben. Am schwächsten performt habe jedoch der technologie lastige Auswahlindex NASDAQ 100, der die Ziellinie mit einem Minus von 0,84% durchschritten habe.

Auf den Rohstoffmärkten sei Öl gestern nur wenig gefragt gewesen. Das schwarze Gold notiere heute Morgen im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs leicht niedriger, wobei der Preis für die Sorte Brent bei knapp unter USD 72 je Fass liege. Gold sei im gestrigen Umfeld als sicherer Hafen gefragt gewesen und notiere aktuell rund um USD 2.670 je Feinunze. Der Bitcoin als bekanntester Vertreter der Krypto-"Währungen" habe hingegen gestern etwas von seinen jüngsten Zugewinnen abgegeben und notiere heute Morgen bei rund USD 97.000.

Was den Datenkalender der Analysten betreffe, so präsentiere sich dieser mit der heutigen Veröffentlichung der italienischen Industrieproduktion für Oktober wenig spektakulär. Die Analysten würden eine Verbesserung von zuvor -0,4% auf +0,2% erwarten, was sich auch mit den Konsensdaten decke. Was die an sich bereits zu Ende gegangene Berichtssaison betreffe, so seien nur noch Nachzügler aus der zweiten Reihe zu erwarten. In den USA stünden zum Beispiel heute die Daten von Autozone auf der Agenda.

Die asiatischen Märkte hätten sich heute Morgen mehrheitlich im Plus präsentiert, wobei erneut Aktien aus Festland-China und Hongkong die Nase vorne hätten. Und für Europas Börsen signalisierten die Frühindikationen aktuell einen im Vergleich zu den gestrigen Schlusskursen leicht schwächeren Handelsauftakt. (10.12.2024/alc/a/a)