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US-Inflations- und Lohnentwicklung deuten auf Abschwung hin - Konjunkturabschwung möglich?
28.02.18 11:00
Legal & General IM
London (www.anleihencheck.de) - Im Februar verdarben zwei wichtige Wirtschaftskennzahlen in den USA den Anlegern die Stimmung, so die Experten von Legal & General Investment Management.
Zwar hatte der Stimmungsindikator der American Association of Individual Investors seit beinahe acht Jahren seinen Höchststand erreicht und auch der Wirtschaftszyklus schien reibungslos voranzuschreiten, so die Experten von Legal & General Investment Management. Doch dann hätten die Lohn- und Inflationsentwicklung die Laune getrübt.
"Zunächst wurde ein überraschender Lohnanstieg im Januar verkündet", sage Emiel van den Heiligenberg, Head of Asset Allocation bei Legal & General Investment Management. "Das sind auf den ersten Blick natürlich gute Nachrichten, steigende Löhne können allerdings auch als Hinweis auf eine steigende Inflation interpretiert werden." Das wiederum könne eine Überhitzung der Wirtschaft und den Anfang vom Ende des Zyklus anzeigen. Diese Befürchtungen habe die zweite veröffentlichte Kennzahl genährt: "Die Kerninflation ist in den USA im Januar so stark gewachsen wie zuletzt vor 13 Jahren." Das stelle Anleger vor die entscheidende Frage, ob sich der US-Wirtschaftszyklus seinem Ende entgegen neige.
"Die Stimmung an den Märkten schwankt tendenziell heftiger als die zugrundeliegenden Fundamentaldaten", sage Heiligenberg. "Wir glauben daher nicht, dass der Zyklus endet." Vor weniger als einem Jahr schien die Inflation die allgemeinen Erwartungen noch zu untertreffen, so die Experten von Legal & General Investment Management. "Das spiegelte damals einige vorübergehende Faktoren wider. Aktuell schwankt die Stimmung in die entgegengesetzte Richtung." Einmalige Faktoren wie höhere Konsumkosten, zum Beispiel ein deutlicher Anstieg der Kleidungspreise, beeinflussten die monatlichen Daten. "Darüber hinaus deuten unsere Rezessionsindikatoren nicht auf eine unmittelbar bevorstehende negative Entwicklung hin."
Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im Jahr 2018 sei also gering, dennoch würden die USA nun wohl in eine spätere Phase des Wirtschaftszyklus eintreten. "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass das Wachstum vorerst robust ist", sage Heiligenberg. "Wir erwarten aber, dass unsere Indikatoren im Laufe des Jahres zunehmend auf eine Rezession hinweisen werden, da wir mehr Anzeichen für eine Überhitzung und wirtschaftliche Ungleichgewichte beobachten."
"Wenn wir weiter in die Zukunft schauen, gehen wir davon aus, dass der Inflationsdruck in den USA weiter zunehmen wird", sage Heiligenberg. Unterstützt werde dies durch einen sich verschärfenden Arbeitsmarkt, starkes Wachstum, hohe Auslastung und steigenden Importpreisdruck. Die fiskalischen Anreize durch die Steuerreform von Präsident Donald Trump kämen zudem zu einem falschen Zeitpunkt und verstärkten die reflationären Tendenzen zusätzlich. "Obwohl es wahrscheinlich einige Quartale dauern wird, bis die Auswirkungen auf die Wirtschaft voll zum Tragen kommen."
Die kürzlichen Rückgänge in den Risiko-Anlageklassen seien daher wohl nicht nachhaltig. "Allerdings sollten wir uns auch der Tatsache bewusst sein, dass die Märkte eine Rezession meistens voraussehen - in der Regel sechs bis zwölf Monate, bevor sie tatsächlich eintritt. Um in der Zwischenzeit einen Teil dieses Risikos zu kompensieren, halten wir zur Absicherung vor einer möglichen US-Inflation US-Treasury-Inflation-Protected-Securities (TIPS) für geeignet", sage Heiligenberg. "Das Ende der positiven US-Konjunktur ist noch nicht erreicht. Aber Anleger sind nicht schlecht beraten, wenn sie damit beginnen, sich auf einen dauerhafteren Abschwung vorzubereiten." (28.02.2018/alc/a/a)
Zwar hatte der Stimmungsindikator der American Association of Individual Investors seit beinahe acht Jahren seinen Höchststand erreicht und auch der Wirtschaftszyklus schien reibungslos voranzuschreiten, so die Experten von Legal & General Investment Management. Doch dann hätten die Lohn- und Inflationsentwicklung die Laune getrübt.
"Zunächst wurde ein überraschender Lohnanstieg im Januar verkündet", sage Emiel van den Heiligenberg, Head of Asset Allocation bei Legal & General Investment Management. "Das sind auf den ersten Blick natürlich gute Nachrichten, steigende Löhne können allerdings auch als Hinweis auf eine steigende Inflation interpretiert werden." Das wiederum könne eine Überhitzung der Wirtschaft und den Anfang vom Ende des Zyklus anzeigen. Diese Befürchtungen habe die zweite veröffentlichte Kennzahl genährt: "Die Kerninflation ist in den USA im Januar so stark gewachsen wie zuletzt vor 13 Jahren." Das stelle Anleger vor die entscheidende Frage, ob sich der US-Wirtschaftszyklus seinem Ende entgegen neige.
Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im Jahr 2018 sei also gering, dennoch würden die USA nun wohl in eine spätere Phase des Wirtschaftszyklus eintreten. "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass das Wachstum vorerst robust ist", sage Heiligenberg. "Wir erwarten aber, dass unsere Indikatoren im Laufe des Jahres zunehmend auf eine Rezession hinweisen werden, da wir mehr Anzeichen für eine Überhitzung und wirtschaftliche Ungleichgewichte beobachten."
"Wenn wir weiter in die Zukunft schauen, gehen wir davon aus, dass der Inflationsdruck in den USA weiter zunehmen wird", sage Heiligenberg. Unterstützt werde dies durch einen sich verschärfenden Arbeitsmarkt, starkes Wachstum, hohe Auslastung und steigenden Importpreisdruck. Die fiskalischen Anreize durch die Steuerreform von Präsident Donald Trump kämen zudem zu einem falschen Zeitpunkt und verstärkten die reflationären Tendenzen zusätzlich. "Obwohl es wahrscheinlich einige Quartale dauern wird, bis die Auswirkungen auf die Wirtschaft voll zum Tragen kommen."
Die kürzlichen Rückgänge in den Risiko-Anlageklassen seien daher wohl nicht nachhaltig. "Allerdings sollten wir uns auch der Tatsache bewusst sein, dass die Märkte eine Rezession meistens voraussehen - in der Regel sechs bis zwölf Monate, bevor sie tatsächlich eintritt. Um in der Zwischenzeit einen Teil dieses Risikos zu kompensieren, halten wir zur Absicherung vor einer möglichen US-Inflation US-Treasury-Inflation-Protected-Securities (TIPS) für geeignet", sage Heiligenberg. "Das Ende der positiven US-Konjunktur ist noch nicht erreicht. Aber Anleger sind nicht schlecht beraten, wenn sie damit beginnen, sich auf einen dauerhafteren Abschwung vorzubereiten." (28.02.2018/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
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