USA: Leitzins unverändert belassen


07.11.16 08:20
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Auf der Zinssitzung am 2. November bestätigte das FOMC den geldpolitischen Status quo und beließ den Leitzins unverändert, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die Stellungnahme habe dabei kein eindeutiges Signal für eine Zinsanhebung im Dezember geliefert. Allerdings habe der Markt diese bei nahezu Vollbeschäftigung und einer Inflationsrate nahe dem Zielwert bereits weitgehend eingepreist (implizite Wahrscheinlichkeit der FED Futures bei 80%). So scheine die Präsidentschaftswahl (8. Nov.) der Hauptgrund für die abwartende Haltung des FOMC zu sein.

Die Umfragewerte beider Kandidaten hätten sich inzwischen deutlich angenähert. Der Vorsprung von Hillary Clinton bei den Wählerstimmen betrage dabei nur noch ca. 2 Prozentpunkte. Der Wahlausgang habe sich daher in der letzten Woche als Quelle steigender Unsicherheit an den Finanzmärkten erwiesen. Der Vorsprung von Hillary Clinton im Electoral College der Wahlmänner der Bundesstaaten werde immer noch höher geschätzt, sodass ein Sieg Clintons mit 60% Wahrscheinlichkeit erwartet werde. Ein Sieg von Donald Trump bleibe aber denkbar.

Von den Finanzmärkten werde dies als klares Abwärtsrisiko gesehen. Wegen ihres Status als sicherer Hafen dürften US-Staatsanleihen in diesem Fall kurzfristig sinkende Renditen bzw. steigende Preise verzeichnen. An den Optionsmärkten werde dies bereits gepreist. So sei die implizite Volatilität für 3-monatige Optionen auf den US Treasury Future (10J), die 5% im Geld lägen gegenüber jenen, die 5% aus dem Geld lägen deutlich angestiegen. Das heiße die Anleger würden kurzfristig mehr Risiko für steigende Kurse von US-Treasuries sehen.

Auf dem Aktienmarkt (S&P 500) scheine die Positionierung ausgewogener. Zwar sei auch hier mehr Volatilität gepreist, doch habe sich der Abstand zwischen für 5% im und aus dem Geld liegenden Optionen kaum verändert. Kurz gesagt würden beide Märkte mehr Volatilität preisen, aber der Anleihemarkt zeige sich pessimistischer. Insgesamt seien diese Bewegungen aber moderat und z.B. nicht mit den Ausschlägen auf den britischen Märkten vor dem Brexit-Votum zu vergleichen.

Sollte sich unser Basisszenario eines Siegs Clintons realisieren, könnte sich diese pessimistische Positionierung am Anleihemarkt schnell auflösen und zu einem sprunghaften Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen führen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Dieses Szenario entspreche der aktuellen Verkaufsempfehlung der Analysten für US-Staatsanleihen (2J, 10J).

Längerfristig dürfte bei US-Staatsanleihen dann wieder die Geldpolitik dominieren. Angesichts der wahrscheinlichen Zinsanhebung im Dezember und positiver Konjunkturaussichten dürfte die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen auf Jahresfrist bei 1,9% zu liegen kommen. Die Daten stünden kommende Woche im Schatten der Politik. Nur das Konsumentenvertrauen der Universität Michigan dürfte Beachtung finden, die Analysten würden hier mit einem klaren Anstieg rechnen. (Ausgabe vom 04.11.2016) (07.11.2016/alc/a/a)





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