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USA: Keine Zinssenkung in Sicht - FED betont Unsicherheit und bleibt abwartend
08.05.25 08:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Unveränderte Leitzinsen, kaum Anpassungen in der Kommunikation und nur geringe Marktbewegungen - die FED-Sitzung im Mai war kein Blockbuster, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die FED betone, dass die Unsicherheit zugenommen habe und die Risiken für Arbeitslosigkeit und Inflation nach oben gerichtet seien. In welchem Ausmaß und mit welcher Persistenz sich diese Risiken manifestieren würden, werde entscheidend sein für das Timing von Zinssenkungen. Gemäß dem aktuellen Stand der Dinge sei die FED aber in keiner Eile.
Der Offenmarktausschuss der FED (FOMC) habe beschlossen, den Zielkorridor für den Leitzins unverändert bei 4,25% bis 4,5% zu belassen. Das sei keine Überraschung gewesen, da die FOMC-Mitglieder schon vor der Sitzung betont hätten, dass sie keine Eile verspüren würden zu handeln. Die Abstimmung sei einstimmig ausgefallen.
Die geldpolitische Erklärung lese sich fast wie jene vom März. Die US-Wirtschaft wachse solide, die Arbeitslosenquote sei auf einem niedrigen Niveau und die Inflation bleibe etwas erhöht. Die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage bleibe also unverändert. Es werde sogar betont, dass das negative BIP-Wachstum im ersten Quartal hauptsächlich auf Schwankungen bei Netto-Exporten zurückzuführen sei. Allerdings werde betont, dass die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten "weiter zugenommen" habe. Noch wichtiger sei, dass die FED hinzugefügt habe, dass "die Risiken einer höheren Arbeitslosigkeit und einer höheren Inflation gestiegen seien".
Da die FED ein duales Mandat verfolge, das Vollbeschäftigung und Preisstabilität gleichstelle, sei per se nicht klar, ob dies als dovishes oder hawkishes Signal zu werten sei. Das hänge davon ab, wie stark die FED die Risiken gewichte. Die erste Reaktion der Märkte sei eher dovish gewesen, mit leichten Rückgängen bei US-Treasury-Renditen und Abschlägen beim US-Dollar.
In der Pressekonferenz habe FED-Präsident Powell die abwartende Haltung der FED bekräftigt. Die Geldpolitik der FED sei gut aufgestellt, weshalb die Kosten des Abwartens gering seien, habe Powell erklärt. Für die Analysten habe Powells Fokus einen hawkishen Beigeschmack gehabt, was die Chancen für eine Zinssenkung im Juni verringert habe. Allerdings sei auch klar gewesen, dass Powell sehr vorsichtig gewesen sei und keine klaren Signale habe geben wollen.
Klar sei, dass die FED nicht aufgrund schwacher Stimmungsindikatoren vorzeitig handeln werde, sondern lieber abwarte, bis sich die Auswirkungen der Trump-Politik in den harten Daten zeigen würden. Powell habe außerdem eingeräumt, dass die Risiken höherer Arbeitslosenquoten und höherer Inflation eine Herausforderung für die FED darstellen würden, sollten sich diese Risiken realisieren. Auf welche Seite des Mandats sich die FED konzentrieren würde, hänge von der Abweichung vom Zielniveau und der erwarteten Zeit bis zur erneuten Erreichung des Zielniveaus ab. "Es gibt Fälle, in denen eine Senkung in diesem Jahr nicht angebracht ist, und es gibt Fälle, in denen sie angebracht ist", habe Powell erklärt.
Bei der FED-Sitzung im Juni werde man mehr wissen, da die FED aktualisierte Prognosen veröffentlichen werde. Gemäß der aktuellen Datenlage sähen die Analysten der RBI ihre Einschätzung, dass die FED die Zinsen in naher Zukunft nicht senken werde, als gut unterstützt an. Während der Pressekonferenz habe sich auch der Markt etwas umorientiert. US-Treasury-Renditen hätten sich somit im Vergleich zu davor nicht verändert und der US-Dollar habe etwas an Wert gewonnen.
Zu den Versuchen politischer Einflussnahme durch Trump habe sich Powell bedeckt gehalten. Wie immer habe er vermieden, Fragen zur Regierungsarbeit Trumps oder der Fiskalpolitik im Allgemeinen zu beantworten. (08.05.2025/alc/a/a)
Die FED betone, dass die Unsicherheit zugenommen habe und die Risiken für Arbeitslosigkeit und Inflation nach oben gerichtet seien. In welchem Ausmaß und mit welcher Persistenz sich diese Risiken manifestieren würden, werde entscheidend sein für das Timing von Zinssenkungen. Gemäß dem aktuellen Stand der Dinge sei die FED aber in keiner Eile.
Der Offenmarktausschuss der FED (FOMC) habe beschlossen, den Zielkorridor für den Leitzins unverändert bei 4,25% bis 4,5% zu belassen. Das sei keine Überraschung gewesen, da die FOMC-Mitglieder schon vor der Sitzung betont hätten, dass sie keine Eile verspüren würden zu handeln. Die Abstimmung sei einstimmig ausgefallen.
Die geldpolitische Erklärung lese sich fast wie jene vom März. Die US-Wirtschaft wachse solide, die Arbeitslosenquote sei auf einem niedrigen Niveau und die Inflation bleibe etwas erhöht. Die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage bleibe also unverändert. Es werde sogar betont, dass das negative BIP-Wachstum im ersten Quartal hauptsächlich auf Schwankungen bei Netto-Exporten zurückzuführen sei. Allerdings werde betont, dass die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten "weiter zugenommen" habe. Noch wichtiger sei, dass die FED hinzugefügt habe, dass "die Risiken einer höheren Arbeitslosigkeit und einer höheren Inflation gestiegen seien".
In der Pressekonferenz habe FED-Präsident Powell die abwartende Haltung der FED bekräftigt. Die Geldpolitik der FED sei gut aufgestellt, weshalb die Kosten des Abwartens gering seien, habe Powell erklärt. Für die Analysten habe Powells Fokus einen hawkishen Beigeschmack gehabt, was die Chancen für eine Zinssenkung im Juni verringert habe. Allerdings sei auch klar gewesen, dass Powell sehr vorsichtig gewesen sei und keine klaren Signale habe geben wollen.
Klar sei, dass die FED nicht aufgrund schwacher Stimmungsindikatoren vorzeitig handeln werde, sondern lieber abwarte, bis sich die Auswirkungen der Trump-Politik in den harten Daten zeigen würden. Powell habe außerdem eingeräumt, dass die Risiken höherer Arbeitslosenquoten und höherer Inflation eine Herausforderung für die FED darstellen würden, sollten sich diese Risiken realisieren. Auf welche Seite des Mandats sich die FED konzentrieren würde, hänge von der Abweichung vom Zielniveau und der erwarteten Zeit bis zur erneuten Erreichung des Zielniveaus ab. "Es gibt Fälle, in denen eine Senkung in diesem Jahr nicht angebracht ist, und es gibt Fälle, in denen sie angebracht ist", habe Powell erklärt.
Bei der FED-Sitzung im Juni werde man mehr wissen, da die FED aktualisierte Prognosen veröffentlichen werde. Gemäß der aktuellen Datenlage sähen die Analysten der RBI ihre Einschätzung, dass die FED die Zinsen in naher Zukunft nicht senken werde, als gut unterstützt an. Während der Pressekonferenz habe sich auch der Markt etwas umorientiert. US-Treasury-Renditen hätten sich somit im Vergleich zu davor nicht verändert und der US-Dollar habe etwas an Wert gewonnen.
Zu den Versuchen politischer Einflussnahme durch Trump habe sich Powell bedeckt gehalten. Wie immer habe er vermieden, Fragen zur Regierungsarbeit Trumps oder der Fiskalpolitik im Allgemeinen zu beantworten. (08.05.2025/alc/a/a)


