Theresa on tour - Wird der Scheidungstermin aufgeschoben?


21.02.19 13:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Am gestrigen Mittwoch besuchte die britische Premierministerin einmal mehr EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, um ihren bereits ausverhandelten Brexit-Deal nochmal nachverhandeln zu wollen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG.

Die Erwartungen in Brüssel seien jedenfalls tief gehängt gewesen, habe Theresa May doch in der Vergangenheit bereits zum wiederholten Male keine konstruktiven Vorschläge in die Debatte um den Brexit eingebracht. Allerdings habe sie gestern Abend völlig überraschend von Fortschritten gesprochen. Einer gemeinsamen Erklärung zufolge sei aber nur besprochen worden, wie der vorläufige Charakter der Zollunion zwischen der EU und Nordirland verdeutlicht werden könne. Doch wie habe schon Albert Einstein gemeint: Die Definition von Wahnsinn sei, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Immerhin sehe der Kommissionspräsident gute Chancen, den Scheidungstermin am 29. März aufzuschieben, da sich seiner Meinung nach keiner der 27 Mitgliedsstaaten einem britischen Antrag auf Verlängerung der Brexit-Frist widersetzen würde. Allerdings müssten die Briten dann an den EU-Parlamentswahlen teilnehmen, wenn die Frist bis über den Wahltermin, Ende Mai, hinaus verlängert werden würde. Und das wäre schon ein "Treppenwitz der Geschichte", wie Juncker es gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" genannt habe.

Schon in der vergangenen Woche hätten 40 ehemalige britische Spitzendiplomaten May gebeten, den bisherigen Austrittstermin zu verschieben, bis man wenigstens Klarheit über das Verhandlungsziel habe. Denn bisher sei dies nicht in Sicht - ebenso wenig realistische Vorschläge, die in London eine Mehrheit finden würden und von Brüssel akzeptiert werden könnten. Die Briten wüssten seit drei Jahren nicht, was sie wollen würden, habe dazu Elmar Brok, Brexit-Experte der Konservativen im EU-Parlament, gesagt.

Dessen Gedankenspiele würden soweit gehen, dass die EU im Fall eines harten Brexits lieber die Gefahr eines möglichen Nordirland-Konfliktes in Kauf nehmen solle, als eine Aufweichung des EU-Binnenmarktes durch eine unkontrollierte EU-Außengrenze auf der irischen Insel. Eine harte Grenze in Nordirland, so seine Argumentation, würde Großbritannien mehr schaden als der EU. Damit werde eine in der EU weitverbreitete Sichtweise deutlich, wie wertvoll der EU-Binnenmarkt mit seinen Außengrenzen für den Wohlstand der Gemeinschaft erachtet werde. Vor diesem Hintergrund könne Brok auch keine Zwickmühle erkennen, in der die EU stecken solle.

Indessen würden sich die Signale mehren, wie schädlich ein Brexit, erst recht ein ungeregelter, für Großbritannien sein werde. Nicht nur dass die Großbank HSBC ernsthafte Brexit-Sorgen plagen würden, auch der Autobauer Honda habe dieser Tage unter anderem mit Blick auf den EU-Austritt die Schließung eines Werks im englischen Swindon angekündigt.

Unterm Strich wisse niemand, wie es ausgehe. Eine Prognose über den Ausgang der Brexit-Debatte abzugeben, erscheine daher riskanter, als das Ergebnis des CL-Achtelfinal-Rückspiels zwischen dem FC Bayern und dem FC Liverpool zu tippen.

Man erinnere sich nur an den jüngsten US-Wahlkampf, in dem D. T., der Unberechenbare, das Versprechen abgegeben habe, die Staatsschulden innerhalb von acht Jahren tilgen zu wollen. Danach habe er erklärt, dass das Land pleitegehen würde, sollte die Schuldengrenze von 21 Billionen USD unter Barack Obama überschritten werden. Inzwischen sei es unter seiner, Donald Trumps Ägide längst soweit. Die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten liege bei der Rekordsumme von 22 Billionen USD und wachse täglich um 4 Mrd. USD. Dies geschehe in den USA in Kombination mit Wirtschaftswachstum, sinkender Arbeitslosigkeit und steigenden Löhnen.

Und nun nähere sich der 1. März, an dem die Verhandlungen über die Erhöhung der US-Schuldenobergrenze beginnen würden, auf die sich der Kongress bis spätestens Frühsommer geeinigt haben müsse. Angesichts des Streits über den Haushaltskompromiss, wie er zwischen Republikanern und Demokraten ausgefochten worden sei, und Trumps Verkünden des nationalen Notstands dürfte das Ringen um die Schuldenobergrenze für neuen Zündstoff im US-Kongress sorgen. Damit kämen auf die Kapitalmärkte neue Unsicherheiten zu, was die Volatilität hochhalten dürfte. Trump wirke nach seiner Niederlage beim Haushaltskompromiss, der ihm eben nicht die geforderten 5,7 Mrd. USD für seine Mauer zu Mexiko gestatte, immer unberechenbarer, immer entfesselter - sozusagen als "Donald unchained".

Schon seit vielen Jahren würden Investoren in Europa mit Niedrig- aber auch Negativzinsen konfrontiert. Diese Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen sei die Folge schwindenden Vertrauens in die Wirtschaft Japans, aber auch Europas. Rund um den Globus würden somit Bonds im Gegenwert von ca. 11 Billionen USD negativ rentieren. Das seien zwar immer noch weniger als 2016, aber die Vielzahl ungelöster Probleme habe das Volumen seit Oktober 2018 wieder um über 20% ansteigen lassen. Doch die Negativzinsen würden in nicht unerheblichen Maße auch die Ertragslage der Banken belasten. Würden in den USA jährlich fast 50 Mrd. USD als Zinsen auf die zu haltende Mindestreserve an die Banken ausgeschüttet, so würden aus dem gleichen Grund die Geschäftsbanken der Eurozone ca. 6 Mrd. Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) entrichten.

Es sei also nicht verwunderlich, dass die US-Banken eine deutlich verbesserte Wertentwicklung vorweisen könnten als Banken aus der Eurozone. Somit würden die Negativzinsen immer mehr zum Problem für Europa und auch die starke Reglementierung bei der Kreditvergabe mache es den Finanzinstituten nicht leichter, ihre Profitabilität zu steigern. Deshalb bestehe die Gefahr, dass die Banken jetzt noch weniger Kredite vergeben würden als sie das in einer konjunkturellen Schwächephase schon machen würden. Dies sei auch die Einschätzung des EZB-Chefvolkswirt Peter Praet, der die Konjunkturabkühlung im Euroraum als breiter und hartnäckiger als gedacht bezeichnet habe. Somit könne man davon ausgehen, dass bei der EZB-Sitzung am 7. März die kurzfristigen Projektionen der EZB weiter nach unten revidiert würden.

Darüber hinaus dürfte man sich seitens der Notenbanker ernsthaft Gedanken zu neuen Langfristtendern machen. Einerseits möchte man zwar zur Normalität an den Finanzmärkten zurückkehren und diese von der Droge "billiges Geld" entwöhnen. Andererseits werde ein TLTRO-II-Tender, der im Juni 2020 endfällig werde, zum Hindernis. Denn aufgrund bankregulatorischer Anforderungen wären die Banken bei einer Restlaufzeit von unter einem Jahr gezwungen, ihre Bilanzen zu reduzieren. Das wiederum könnte insbesondere bei italienischen sowie spanischen Instituten zu Verkäufen heimischer Staatsanleihen und entsprechend zu Spreadausweitungen führen. Einem Nebeneffekt, den man vermeiden möchte.

Somit dürfte zumindest in diesem Punkt bei der nächsten EZB-Sitzung für Klarheit gesorgt werden. Mit welchem Volumen man allerdings die Liquiditätsspritze ausstatten werde, sei noch offen. Auch sei aufgrund der Konjunkturschwäche in der Euro-Wirtschaft die Anpassung der Forward Guidance nur eine Frage der Zeit. So erwarte beispielsweise der Volkswirt der Commerzbank, Michael Schubert, dass die Zinsen sogar über den Winter 2019/2020 unverändert bleiben würden. Darüber hinaus spreche seines Erachtens aktuell nichts mehr für einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der EZB. Diese Aussage begründe er mit Orphanides-Regel, die eine Verknüpfung zwischen der Änderung des Leitzinses der EZB mit Abweichungen der einjährigen Inflationsprognose vom Inflationsziel der EZB und Abweichungen der einjährigen Prognose des realen BIP-Wachstums vom Wachstum des Produktionspotentials herstelle. Diese Regel sei bereits im Jahr 2003 von dem früheren zyprischen EZB-Ratsmitglied Athanasios Orphanides entwickelt worden und solle die Richtung der Geldpolitik aufzeigen.

Immerhin, D. T., der Unberechenbare, habe sich zuversichtlich über den Verlauf der Handelsgespräche mit China geäußert. Dennoch wisse man bei Donald Trump nie, was es zu bedeuten habe, wenn er eine Verlängerung der bis Anfang März laufenden Frist in den Raum stelle. "It’s not a magical date", habe er gesagt. Bevor es immer wieder Gesprächsrunden mit den USA und China im Streit um Handelszölle gegeben habe, hätten sich der US-Präsident und Chinas Staatschef Xi Jinping zunächst auf eine 90-tägige "Friedenszeit" bis zum 1. März verständigt.

Sollte eine Fristverlängerung bei den Gesprächen in Peking und Washington also ein Signal der Entspannung darstellen, könne im Verhältnis zwischen den USA und Europa davon keine Rede sein. Der schwierigste Teil, der komme erst noch, habe Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier über anstehende, harte Verhandlungsrunden gesagt. Bekanntlich habe das US-Handelsministerium einen Prüfbericht an Trump übergeben, der sich damit befasse, inwieweit Autoimporte eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen würden. Der Präsident habe nun 90 Tage Zeit, eine Entscheidung über mögliche Zölle zu treffen. Um eine drastische Erhöhung von Zöllen auf importierte Autos abzuwenden, sei die Bundesregierung bereit, die herrschenden, sehr unterschiedlichen Sätze auf ein einheitliches Level zu reduzieren - "am besten gleich auf null", wie Altmaier sage. Der Weltkonjunktur, die bereits spürbar unter dem Zoll- und Handelsstreit ächze, würde es jedenfalls guttun.

Der finnische Notenbankchef Olli Rehn sorge sich um einen konjunkturellen Abschwung im Euro-Raum. Aus diesem Grund fordere er im "Handelsblatt", dass Deutschland hier durch mehr Investitionen der Wirtschaft einen Schub geben solle, ebenso Frankreich und Italien. Deutschland, so Rehns Credo, solle zusätzlich in die Digital- und Verkehrsinfrastruktur investieren, Frankreich die Arbeitsmarktreformen fortsetzen und Italien den Arbeitsmarkt und seine Institutionen reformieren.

Rehns Ausführungen würden nicht nur zeigen, dass sich hier einer um Gesamteuropa sorge, sondern auch, dass sich hier einer positioniere, und zwar für den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Bekanntlich werde der Finne neben seinem Amtsvorgänger Erkki Liikanen, den Franzosen Benoît Cœuré und François Villeroy de Galhau sowie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zu den Kandidaten für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi gezählt.

Zumindest was sein Wording angehe, scheine Rehn Draghi in nichts nachzustehen. So habe er mit Blick auf mögliche neue Langfristkredite (TLTRO) für die Euro-Banken gesagt, dass es einer klaren und überzeugenden geldpolitischen Begründung bedürfe - was immer die EZB mit TLTROs mache. Das sei nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit, mit der Rehn nur eins gesagt habe: Die EZB würde sich auch unter seiner Leitung immer alle Türchen offenhalten. So gesehen, würde Rehn für die Nachfolge von Draghi taugen.

In dieser Berichtswoche hätten thyssenkrupp, Grenke und Siemens die Privatanleger erfreut und jeweils Bonds mit 1.000 Euro Mindeststückelung begeben. Somit hätten die Investoren insgesamt die Qual der Wahl gehabt, denn der finnische Energieversorger Fortum habe für seine drei Bonds die eher für institutionelle Anleger interessante Stückelung von 100.000 Euro gewählt.

Der deutsche Industriekonzern mit Schwerpunkt in der Stahlindustrie, thyssenkrupp, habe sich erstmals seit zwei Jahren wieder an den Primärmarkt gewagt und erfolgreich 1,5 Mrd. Euro eingesammelt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Essen habe sich bis zum 22.02.2024 bei einem Zins von 2,875% p.a. refinanziert. Der Bond (ISIN DE000A2TEDB8/ WKN A2TEDB) sei zu 99,748% begeben worden. Dies habe einen Emissionsspread von +280 BP über Mid Swap bedeutet. thyssenkrupp habe sich ein optionales Kündigungsdatum drei Monate vor Endfälligkeit ab dem 22.11.2023 jederzeit zu 100% in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.

GRENKE habe spielend 300 Mio. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen können. Der deutsche Finanzdienstleister mit Sitz in Baden-Baden habe den fünfjährigen Bond (ISIN XS1956014531/ WKN A2RYDH) mit einem jährlichen Kupon von 1,625% bis zur Fälligkeit am 05.04.2024 ausgestattet. Das Kerngeschäft des börsennotierten Unternehmens sei das Leasing von Produkten der Bürokommunikation. Des Weiteren verfüge GRENKE über eine Banklizenz und sei im Bereich Factoring tätig. Emittiert worden sei das Wertpapier zu 99,87%, was einem Spread von +152 BP über Mid Swap gleichgekommen sei.

Eines der weltweit größten Unternehmen der Elektrotechnik, Siemens, habe mittels vier neuer Anleihen insgesamt 3 Mrd. Euro am Kapitalmarkt eingesammelt. Die erste 750 Mio. Euro schwere Tranche (ISIN XS1955187692/ WKN A2RYDM) sei am 28.02.2024 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,30%. Begeben worden sei der Bond zu 99,995%, was einem Emissionsspread von +18 BP über Mid Swap gleichgekommen sei. Der zweite Bond (ISIN XS1955187775/ WKN A2RYDN) habe ein Emissionsvolumen von 650 Mio. Euro und zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 28.02.2028 einen jährlichen Zins von 0,90%. Der Reoffer habe bei 99,613% (+40 BP über Mid Swap) gelegen.

Mit der dritten Anleihe (ISIN XS1955187858/ WKN A2RYDP) sammle Siemens 800 Mio. Euro bis zum 28.02.2031 am Primärmarkt ein. Dafür zahle der Konzern den Investoren einen jährlichen Zins in Höhe von 1,25%. Der Ausgabepreis habe bei 99,613% gelegen, was einen Spread von +47 BP über Mid Swap bedeutet habe. Die vierte Anleihe (ISIN XS1955187932/ WKN A2RYDQ) laufe bis zum 28.02.2039 und sei mit einem Kupon von 1,75% ausgestattet. Die ebenfalls 800 Mio. Euro habe man bei 99,15% erfolgreich platzieren können, was einem Spread von +63 BP über Mid Swap entsprochen habe.

Zu guter Letzt habe sich Finnlands börsennotierter Energieversorger Fortum mittels drei neuer Bonds am Kapitalmarkt refinanziert. Die erste Tranche (ISIN XS1956028168/ WKN A2RYDJ) sei bereits am 27.02.2023 fällig und zahle den Investoren bis zur Endfälligkeit 0,875% Zinsen jährlich. Das 1 Mrd. Euro schwere Papier sei zu 99,649% begeben worden, was einen Emissionsspread von +95 BP über Mid Swap bedeutet habe. Das Papier sei einen Monat vor Endfälligkeit (also ab dem 27.01.2023) jederzeit zu 100% kündbar.

Mit der zweiten Anleihe (ISIN XS1956037664/ WKN A2RYDK) habe der Konzern aus Espoo erfolgreich 750 Mio. Euro einsammeln können und entlohne die Gläubiger bis zur Fälligkeit am 27.02.2026 mit einem jährlichen Zins von 1,625%. Ausgegeben worden sei der Bond zu 99,934% (+130 BP über Mid Swap). Ausgestattet worden sei das Papier mit einem Kündigungsrecht ab dem 27.11.2025 jederzeit zu 100%.

Auch die letzte Tranche (ISIN. XS1956027947/ WKN A2RYDL), mit einem Emissionsvolumen von 750 Mio. Euro, habe das Unternehmen, dessen größter Aktionär mit 50,8% der finnische Staat sei, erfolgreich platzieren können. So würden die Anleger für ihr Investment einen Kupon in Höhe von 2,125% p.a. bis zur Endfälligkeit am 27.02.2029 erhalten. Der Spread von +160 BP über Mid Swap habe dabei einem Reoffer von 98,953% entsprochen. Ebenfalls habe Fortum hier ein Kündigungsdatum (ab dem 27.11.2028 jederzeit zu 100%) in die Anleihebedingungen aufgenommen. Eine Make Whole Option für alle drei Bonds würden das Angebot des Energieversorgers abrunden.

Die in den kommenden Tagen anstehenden Entscheidungen hätten alle das Potential, das Rentenbarometer auf eine neue Bewertungsebene zu heben. Doch mit Bestimmtheit könne niemand sagen, ob das über dem aktuellen Level oder darunter sein werde. Jedoch könne man mit Fug und Recht behaupten, dass schon bald ein Ausbruch aus dem bereits seit Oktober 2018 intakten Aufwärtstrend bevorstehe. Somit werde also entweder die obere Trendlinie bei ca. 167,00% oder aber die untere bei ca. 166,21% durchbrochen.

Angesichts der fast ausweglosen Situation in Sachen Brexit und eines nicht auszuschließenden wilden Rundumschlags von Donald Trump, um den "starken Mann" zu markieren, sei ein Test der Null-Rendite-Linie wahrscheinlicher als ein signifikanter Renditeanstieg bei der zehnjährigen deutschen Benchmark-Anleihe. Doch manchmal würden die Finanzmärkte ganz anders reagieren als man erwartet und manches erinnere an Murphy's law.

Heute Morgen notiere das Sorgenbarometer bei ca. 166,31%, was einer Rendite bei der aktuellen zehnjährigen deutschen Staatsanleihe von 0,115% entspreche. Man dürfe also in den kommenden Tagen gespannt sein, ob zuerst die Bullen oder die Bären einer Geduldsprobe unterzogen und/oder ausgestoppt würden.

In den USA hätten die Investoren in der aufgrund der Feierlichkeiten zum Presidents' Day verkürzten Handelswoche die Wahl zwischen den üblichen Geldmarkttiteln (vier und acht Wochen sowie drei und sechs Monaten) im Volumen von 159 Mrd. USD sowie zweijährigen Floating Rate Notes für nominal 18 Mrd. USD und 8 Mrd. USD als 30-jährigem inflationsindexiertem T-Bond. In der kommenden Woche würden darüber hinaus auch noch Bonds mit Laufzeiten von ein, zwei, fünf und sieben Jahren emittiert, bevor gegebenenfalls am 1. März die Höhe der Staatsverschuldung als neue Schuldenobergrenze festgelegt werde.

In der Eurozone seien zum Wochenstart zwei Altemissionen der Slowakei (ISIN SK4120014150/ WKN A191Y5/ 2028; ISIN SK4120014184/ WKN A191Y6/ 2047) aufgestockt wiorden. Zur Wochenmitte sei das Volumen der aktuellen fünfjährigen Bundesobligation Serie 179 (ISIN DE0001141794/ WKN 114179) planmäßig um weitere 4 Mrd. USD auf nunmehr 8 Mrd. Euro erhöht worden. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,36% erfolgt. Von den Kaufaufträgen über nominal 4,992 Mrd. Euro seien 3,1616 Mrd. Euro berücksichtigt und 838,4 Mio. Euro zur Marktpflege zurückbehalten worden.

Am heutigen Donnerstag würden Spanien drei Anleihen (ISIN ES0000012C46/ WKN A2RSUP/ 2021; ISIN ES0000012B62/ WKN A1908W/ 2023; ISIN ES0000012E51/ WKN A2RWZ7/ 2029) und Frankreich sogar sieben Emissionen (ISIN FR0013398583/ WKN A2RWTT/ 2022; ISIN FR0011337880/ WKN A1HAW9/ 2022; ISIN FR0010585901/ WKN A0TRKW/ 2023; ISIN FR0013344751/ WKN A192L6/ 2024; ISIN FR0000571150/ WKN 413038/ 2025; ISIN FR0011008705/ WKN A1GMH7/ 2027; ISIN FR0013327491/ WKN A19YUA/ 2036) aufstocken. Darüber hinaus habe Frankreich mittels einer am 25.05.2050 - also 37 Jahre nach dem CL-Sieg des FC Bayern - endfälligen Staatsanleihe (ISIN FR0013404969/ WKN A2RYDG) 7 Mrd. Euro am Kapitalmarkt einsammeln können.

Am morgigen Freitag setze - wie so oft - Italien mit diversen Aufstockungen den Schlusspunkt am Primärmarkt für europäische Staatsanleihen. Es bleibe hierbei abzuwarten, ob die Investoren den kritischen Anmerkungen des Ökonoms Lorenzo Codogno von der London School of Economics Glauben schenken würden. Dieser schätze nämlich die wirtschaftlichen Prognosen für Italien als zu optimistisch ein und warne deshalb vor der nächsten Abwertungsrunde bei italienischen Staatsanleihen. Es könne aber durchaus passieren, dass man sich seitens der Investoren auf der Jagd nach Rendite über alle kritischen Anmerkungen hinwegsetze.

Die Deutsche Bahn wolle 2019 an bis zu 800 Baustellen gleichzeitig arbeiten. Da seien starke Nerven bei Bahnreisenden gefragt. An den Finanzmärkten seien es glücklicherweise nicht ganz so viele offene Baustellen, aber auch hier würden die Akteure Nerven wie Drahtseile brauchen.

So habe beispielsweise die europäische Gemeinschaftswährung die Marktteilnehmer zur Monatsmitte einer Belastungsprobe unterzogen. Denn der Euro sei zum Wochenausklang auf ein neues Jahrestief bei 1,1234 USD gefallen, jedoch sei der Start in die neue Woche wesentlich erfreulicher verlaufen. So habe der Euro die Marke von 1,13 USD wieder nachhaltig überwinden können und zur Wochenmitte zeitweise bei 1,1371 USD notiert. Nach der Veröffentlichung des FOMC-Protokolls am gestrigen Mittwochabend handle die gemeinsame Währung heute Morgen bei ca. 1,1350 USD.

Die wohl größte Baustelle für die Eurozone stelle nach wie vor Großbritannien dar. Das offizielle Brexit-Datum rücke immer näher und eine vertraglich fixierte Scheidung sei noch nicht in Sicht. Doch davon könne sich das Pfund Sterling gänzlich freimachen. So habe der Euro am Dienstag zwischenzeitlich bei 0,86724 GBP und damit auf einem neuen Februar-Tief notiert, um aktuell wieder um die Marke von 0,87 GBP zu pendeln.

Um im aktuellen Marktumfeld für jeden Fall gewappnet zu sein, hätten Privatanleger zur Risikostreuung in ausgewählte Fremdwährungsanleihen investiert. Dazu würden Währungsanleihen auf US-Dollar, Türkische Lira, Aüdafrikanische Rand, Russische Rubel sowie Norwegische Kronen gehören.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (21.02.2019/alc/a/a)





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