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Teuerung im Euroraum leicht höher - FED achtet auf Jobs - Schweizer Zinsen bleiben stabil
29.09.25 09:15
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Der Datenkalender ist in den kommenden Tagen prall gefüllt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
In der Eurozone stehe die Schnellschätzung der Inflation im Vordergrund. Die Analysten der RBI würden für die Gesamtrate einen Wert von 2,2% p.a. erwarten. Der leichte Anstieg des Preisauftriebs gegenüber 2,0% p.a. im August sei hauptsächlich auf den verringerten dämpfenden Effekt der Energiepreise zurückzuführen, die nun voraussichtlich nur noch um 0,3% p.a. sinken würden, gegenüber 2% p.a. im August. Der Anstieg der Lebensmittelpreise dürfte sich abschwächen, da die Inflation bei unverarbeiteten Lebensmitteln offenbar ihren Höhepunkt erreicht habe. Die Kerninflation dürfte im September unverändert bei 2,3% p.a. liegen.
Das wichtigste Datenhighlight der laufenden Woche sei der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Daten zum US-Arbeitsmarkt seien erneut von besonderem Interesse, da die FED im Moment sensibel auf Signale eines schwächeren Arbeitsmarktes achte. Die Zinssenkung um 25 Basispunkte letzte Woche sei durch eine Veränderung der Risikobilanz motiviert gewesen, die sich von Aufwärtsrisiken für die Inflation hin zu Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt verschoben habe.
Die US-Arbeitsmarktberichte hätten in den letzten Monaten zwei Seiten des Arbeitsmarktes gezeigt. Einerseits sei das Beschäftigungswachstum stark zurückgegangen und liege nur noch knapp im positiven Bereich. Andererseits sei die Arbeitslosenquote mit knapp über 4% vergleichsweise stabil geblieben und steige nur langsam an. Der US-Arbeitsmarkt biete also für jeden etwas - für Optimisten und Pessimisten.
Hinter diesen Tendenzen verberge sich der Trend, dass sowohl das Arbeitskräfteangebot als auch die Arbeitskräftenachfrage nachließen. Nur Letzterem könne die FED entgegenwirken. Ersteres werde offenbar durch Trumps strenge Einwanderungspolitik verursacht, die das Angebot an Arbeitskräften verringere. Allein dies dürfte zu schwächeren Wachstumsraten in den monatlichen Arbeitsmarktberichten führen, was die Interpretation der Zahlen erschwere. Derzeit werde davon ausgegangen, dass das derzeitige schwache Beschäftigungswachstum anhalte, während die Arbeitslosenquote weiterhin niedrig bleibe. Die Risiken scheinen jedoch eher in Richtung eines leichten Anstiegs der Arbeitslosenquote zu tendieren, so die Analysten der RBI.
Wie jedes Quartal habe die Schweizer Nationalbank (SNB) letzte Woche zur Pressekonferenz ihrer Zinssitzung geladen. Wie erwartet habe sie dabei einen stabilen Leitzins bei 0,0% verkündet und betont, dass die Hürde für Negativzinsen sehr hoch sei. Ein Novum bei dieser Sitzung werde die Zusammenfassung der Beratungen sein, die aber erst in vier Wochen veröffentlicht werde. Die Zeichen stünden weiterhin auf Zinsstabilität bei 0,0%. Dennoch betone das Direktorium der SNB, dass es bereit sei, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich Negativzinsen und Interventionen am Devisenmarkt, falls notwendig. Angesichts der Sitzung vom 26. September, der Prognose der SNB und der aktuellen Datenlage sähen die Analysten der RBI jedoch keine Notwendigkeit für solche Maßnahmen und würden erwarten, dass die Zinsen bei 0,0% bleiben würden. Eine fehlende Einigung mit den USA hinsichtlich der Zollthematik und die hohe globale Unsicherheit würden ein Abwärtsrisiko für die Schweizer Zinsen darstellen. (Ausgabe vom 26.09.2025) (29.09.2025/alc/a/a)
In der Eurozone stehe die Schnellschätzung der Inflation im Vordergrund. Die Analysten der RBI würden für die Gesamtrate einen Wert von 2,2% p.a. erwarten. Der leichte Anstieg des Preisauftriebs gegenüber 2,0% p.a. im August sei hauptsächlich auf den verringerten dämpfenden Effekt der Energiepreise zurückzuführen, die nun voraussichtlich nur noch um 0,3% p.a. sinken würden, gegenüber 2% p.a. im August. Der Anstieg der Lebensmittelpreise dürfte sich abschwächen, da die Inflation bei unverarbeiteten Lebensmitteln offenbar ihren Höhepunkt erreicht habe. Die Kerninflation dürfte im September unverändert bei 2,3% p.a. liegen.
Die US-Arbeitsmarktberichte hätten in den letzten Monaten zwei Seiten des Arbeitsmarktes gezeigt. Einerseits sei das Beschäftigungswachstum stark zurückgegangen und liege nur noch knapp im positiven Bereich. Andererseits sei die Arbeitslosenquote mit knapp über 4% vergleichsweise stabil geblieben und steige nur langsam an. Der US-Arbeitsmarkt biete also für jeden etwas - für Optimisten und Pessimisten.
Hinter diesen Tendenzen verberge sich der Trend, dass sowohl das Arbeitskräfteangebot als auch die Arbeitskräftenachfrage nachließen. Nur Letzterem könne die FED entgegenwirken. Ersteres werde offenbar durch Trumps strenge Einwanderungspolitik verursacht, die das Angebot an Arbeitskräften verringere. Allein dies dürfte zu schwächeren Wachstumsraten in den monatlichen Arbeitsmarktberichten führen, was die Interpretation der Zahlen erschwere. Derzeit werde davon ausgegangen, dass das derzeitige schwache Beschäftigungswachstum anhalte, während die Arbeitslosenquote weiterhin niedrig bleibe. Die Risiken scheinen jedoch eher in Richtung eines leichten Anstiegs der Arbeitslosenquote zu tendieren, so die Analysten der RBI.
Wie jedes Quartal habe die Schweizer Nationalbank (SNB) letzte Woche zur Pressekonferenz ihrer Zinssitzung geladen. Wie erwartet habe sie dabei einen stabilen Leitzins bei 0,0% verkündet und betont, dass die Hürde für Negativzinsen sehr hoch sei. Ein Novum bei dieser Sitzung werde die Zusammenfassung der Beratungen sein, die aber erst in vier Wochen veröffentlicht werde. Die Zeichen stünden weiterhin auf Zinsstabilität bei 0,0%. Dennoch betone das Direktorium der SNB, dass es bereit sei, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich Negativzinsen und Interventionen am Devisenmarkt, falls notwendig. Angesichts der Sitzung vom 26. September, der Prognose der SNB und der aktuellen Datenlage sähen die Analysten der RBI jedoch keine Notwendigkeit für solche Maßnahmen und würden erwarten, dass die Zinsen bei 0,0% bleiben würden. Eine fehlende Einigung mit den USA hinsichtlich der Zollthematik und die hohe globale Unsicherheit würden ein Abwärtsrisiko für die Schweizer Zinsen darstellen. (Ausgabe vom 26.09.2025) (29.09.2025/alc/a/a)


