Staatsanleihen Slowakei Ratingänderung zeigt kaum Kurswirkung


16.02.12 13:49
Anleihencheck Research

Westerburg (anleihencheck.de) - Nach Ansicht des Analysten von Anleihencheck Research, Dieter Dziendziol, hat sich die Staatsanleihe (ISIN SK4120007071 / WKN A1ATR6) der Slowakei von der Bonitätsänderung wenig beeindruckt gezeigt.

Die Staatsanleihe, in EUR ausgegeben von der Slowakischen Republik, trage einen festen Kupon von 3,5% und werde am 24.02.2016 zur Rückzahlung fällig. Das zu 1 EUR gestückelte Papier notiere derzeit bei 101% und biete damit eine Rendite von 3,32%. Die Zinszahlungen würden jährlich erfolgen, nächster Kupontermin sei der 24.02.2012. Die Bonitätseinstufung für die Slowakei werde von der Ratingagentur Moody's nach der Herbstufung (13.02.) aktuell bei "A2" sowie von S&P bei "A" (jeweils upper Medium Grade) gesehen.

Die Slowakei sei am 01.01.2009 der Währungsunion beigetreten. Die Euro-Einführung sei nicht nur politisch, sondern auch durch die Öffentlichkeit mit Beifall aufgenommen worden. Die Gemeinschaftswährung habe sich als ein wirkungsvolles Instrument erwiesen, um den negativen Effekt der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu mindern und so die Attraktivität der Slowakei für die Auslandsinvestoren aufrechtzuerhalten. Dabei werde von diesen Auslandsinvestoren der Euro als ein wichtiger Standortvorteil der Slowakei gegenüber den Nachbarländern gesehen.

Dies werde von großen deutschen Unternehmen wie bspw. Siemens, E.ON, LEONI, Deutsche Telekom, aber auch zunehmend vom deutschen Mittelstand genutzt. Rund 400 deutsche Unternehmen verschiedener Größenordnungen hätten in der Slowakei einen Standort, wobei die Zahl der Arbeitnehmer dort auf etwa 80.000 geschätzt werde. Zu den meistvertretenen deutschen Branchen würden Hersteller von Metallerzeugnissen, gefolgt vom Maschinenbau, Herstellern von Generatoren, Kraftwagen und Kraftwagenteilen gezählt.

Etwa 80% der slowakischen Exporte würden in die EU-Länder gehen, davon rund 23% nach Deutschland. Diese enge Verzahnung im EWWU (EU-Währungs- und Wirtschaftsraum) habe natürlich zur Folge, dass sich die Slowakei den Turbulenzen der europäischen Schuldenkrise habe nicht entziehen können. Das Land sei in den letzten Tagen in den von den Ratingagenturen initiierten Downgrade-Strudel geraten und habe eine Abstufung hinnehmen müssen.

Die Reaktionen auf eine Herabstufung seien in der Regel höhere Renditen und fallende Kurse. Aber nicht nur, dass sich aktuell die Auswirkungen in Grenzen halten würden, sondern in einigen Fällen hätten die Kurse sogar noch zugelegt. Der Kurs der o.a. Staatsanleihe habe bspw. am 03.02. noch bei 100,52% gelegen und am 15.02. bei 101% geschlossen.

Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research scheint die Nachfrage nach Staatstiteln ohne Währungsrisiko auf mittlerem Bonitätslevel wie z.B. nach der o.a. 3,5%igen Staatsanleihe der Slowakei, ungebrochen. (Analyse vom 16.02.2012)


Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.

Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen.
Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
(16.02.2012/alc/a/a)