Slowakei-Anleihe: gutes Rendite/Risiko-Profil


31.10.12 12:18
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN SK4120004318 / WKN A0BCF3) von der Slowakischen Republik nach wie vor für eine sehr interessante Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.

Die Anleihe, emittiert von der Slowakischen Republik, sei mit einem attraktiven Kupon von 5,30% ausgestattet, laufe noch bis zum 12.05.2019 und weise eine Stückelung von 100.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 114,89% biete das Papier eine jährliche Rendite von 2,76%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent würden von der Ratingagentur Moody's mit "A2" bewertet, was im mittleren Investmentgrade-Bereich liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein moderates Kreditrisiko.

Immer mehr Marktteilnehmer würden anscheinend eine Lösung der Euro-Schuldenkrise für möglich halten. Seit Wochen befänden sich die Zinsen der europäischen Risikoländer wie Italien, Spanien und Portugal auf dem Rückzug und die Zinsaufschläge seien so niedrig wie zuletzt Anfang des Jahres. Unterstützung würden die "Optimisten" von Frühindikatoren aus Deutschland und Frankreich erhalten. Zudem würden die Kreditverhandlungen in Griechenland vielversprechend verlaufen und sollte sich Spanien nun mit der EZB auf ein "Refinanzierungs-Konstrukt" einigen, dürfte nachhaltig die Refinanzierung des Landes über den Kapitalmarkt gesichert sein.

Trotz des zuletzt positiven Nachrichtenflusses dürfe man nicht die bestehenden Risiken für die Euro-Zone außer Acht lassen. Daher seien weiterhin Anleihen von Staaten mit guter Bonität gesucht. Diese würden aber für gewöhnlich nur magere Renditen abwerfen. Für Anleger gebe es dennoch die Möglichkeit, ihr Geld über Tagesgeldniveau anzulegen, ohne dabei auf Sicherheit zu verzichten. Staatsanleihen von der Slowakei böten zum Beispiel ein gutes Rendite/Risiko-Profil.

Die sich durch einen hohen Öffnungsgrad auszeichnende Wirtschaft der Slowakei habe nach dem Krisenjahr 2009 wieder schnell auf den Wachstumspfad zurückkehren können. Die Wachstumsprognose für 2012 liege bei +1,7%. Damit liege die Slowakei weit über dem europäischen Durchschnitt. Möglicherweise sei die Schätzung des Finanzministeriums für dieses Jahr zu konservativ, denn immerhin habe die slowakische Wirtschaft im 1. Quartal 2012 überraschend stark um 3,2% gg. VJ zulegen können. Damit bleibe die Slowakei in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld ein attraktiver Markt für deutsche Unternehmen.

Im Mai 2012 habe die neue slowakische Regierung ihr erstes Vertrauensvotum souverän überstanden. Die Regierung um Robert Fico habe ein striktes Sparprogramm auflegen wollen, was für hitzige Diskussionen gesorgt habe. Dieses sei nun durch und sehe u.a. höhere Steuern für Banken und sehr gut Verdienende vor. Um das neue Regierungsprogramm zu finanzieren, wolle Fico die Wirtschaft weiter ankurbeln und somit höhere Steuereinnahmen erzielen.

Die Kapitalmärkte scheinen nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research nicht an den Erfolg der neuen Regierung zu zweifeln. Denn die Kurse von slowakischen Anleihen seien seit Anfang 2012 deutlich gestiegen. Dies komme für die Analysten nicht überraschend. Denn immerhin weise die Slowakei ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum auf und habe in 2011 das Haushaltsdefizit von 8,1% auf 4,6% des BIP senken können. Zwar liege das Land damit immer noch über der von der EU geforderten 3,5%-Marke, doch mithilfe des neuen Sparprogramms könnte dieses Ziel bald erreicht werden.

Insgesamt stellt für die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von der Slowakischen Republik weiterhin eine interessante Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor dar. Einziges Manko des Papiers sei die recht hohe Stückelung von 100.000 Euro. (Analyse vom 31.10.2012) (31.10.2012/alc/a/a)


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