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Sitzungen der Zentralbanken werden für Schlagzeilen sorgen
27.01.25 09:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Neben Makro-Schwergewichten werden auch die Sitzungen der Zentralbanken nächste Woche für Schlagzeilen sorgen, so Franz Zobl, Markus Tschapeck und Gottfried Steindl, Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Beginne man mit der US-Notenbank FED, die am Mittwochabend ihre geldpolitische Erklärung veröffentlichen werde. Auf der Zinssitzung im Dezember habe die FED betont, dass sie von nun an vorsichtiger vorgehen werde, nachdem sie den Leitzins im September um 50 BP, im November um 25 BP und im Dezember um weitere 25 BP gesenkt habe. Auch die Formulierung in der geldpolitischen Erklärung sei entsprechend angepasst worden.
Dies deute stark darauf hin, dass die Leitzinsen nächste Woche konstant bei 4,25 bis 4,5% gehalten würden. Die Fundamentaldaten hätten sich seit Dezember nicht wesentlich verändert. Der Arbeitsmarkt sei weiterhin solide (im Dezember habe es eine leichte Überraschung nach oben gegeben) und die Inflation scheine auf einem leicht erhöhten Niveau stabil zu sein (im Dezember habe es eine leichte Überraschung nach unten gegeben).
Zu Letzterem werde nächste Woche auch die PCE-Inflation veröffentlicht, die von der Fed bevorzugt werde. Diese werde im Vergleich zum November in Bezug auf die Kerninflation (vorübergehender Anstieg der Gesamtinflation) im Jahresvergleich als stabil erwartet. Abgesehen von diesen üblichen Verdächtigen für die Entscheidungsfindung der FED sei es jedoch die Unsicherheit durch die Politik von Trump, die die FED vorsichtig bleiben lasse.
Trump sei diesen Montag ins Weiße Haus eingezogen, doch es sei noch zu früh für die FED, um alle Auswirkungen abschätzen zu können. Trumps erster Fokus scheine auf der Migration und den Zolldrohungen gegen Mexiko, Kanada und China zu liegen. Zölle gegen Europa scheinen vorerst nicht die oberste Priorität zu haben, was nicht bedeute, dass sie abgesagt worden seien (was eindeutig nicht der Fall sei). Für die Finanzmärkte sei ein Worst-Case-Szenario abgewendet worden, was sich auch in der Aufwertung des Euro um 2% in dieser Woche widerspiegele.
Bei der EZB sei die Situation anders. Die Analysten würden erwarten, dass die EZB nächste Woche ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte senken werde, wodurch der Einlagensatz auf 2,75% sinken werde. Im Dezember habe die EZB die Zinssenkung damit begründet, dass die Inflation auf dem besten Weg sei, das Inflationsziel mittelfristig zu erreichen. Da diesmal keine neuen Prognosen anstünden und die Inflationsrate im Dezember ziemlich genau den Erwartungen entsprochen habe, würden die Analysten eine Zinssenkung für gerechtfertigt halten, da Lagarde die Leitzinsen im Dezember als restriktiv bezeichnet habe.
In den nächsten Monaten werde die EZB die Diskussion über den neutralen Zinssatz (Leitzinsen seien weder restriktiv noch locker) intensivieren. Nach Meinung der Analysten spreche dies nicht gegen Zinssenkungen im ersten Quartal, sondern werde das Tempo der Zinssenkungen danach stärker von den Daten (Inflationsdynamik und Wirtschaftslage im Euroraum) abhängig machen. Insgesamt würden die Analysten keine wesentlichen Neuigkeiten von der EZB nächste Woche erwarten. (Ausgabe vom 24.01.2025) (27.01.2025/alc/a/a)
Beginne man mit der US-Notenbank FED, die am Mittwochabend ihre geldpolitische Erklärung veröffentlichen werde. Auf der Zinssitzung im Dezember habe die FED betont, dass sie von nun an vorsichtiger vorgehen werde, nachdem sie den Leitzins im September um 50 BP, im November um 25 BP und im Dezember um weitere 25 BP gesenkt habe. Auch die Formulierung in der geldpolitischen Erklärung sei entsprechend angepasst worden.
Dies deute stark darauf hin, dass die Leitzinsen nächste Woche konstant bei 4,25 bis 4,5% gehalten würden. Die Fundamentaldaten hätten sich seit Dezember nicht wesentlich verändert. Der Arbeitsmarkt sei weiterhin solide (im Dezember habe es eine leichte Überraschung nach oben gegeben) und die Inflation scheine auf einem leicht erhöhten Niveau stabil zu sein (im Dezember habe es eine leichte Überraschung nach unten gegeben).
Trump sei diesen Montag ins Weiße Haus eingezogen, doch es sei noch zu früh für die FED, um alle Auswirkungen abschätzen zu können. Trumps erster Fokus scheine auf der Migration und den Zolldrohungen gegen Mexiko, Kanada und China zu liegen. Zölle gegen Europa scheinen vorerst nicht die oberste Priorität zu haben, was nicht bedeute, dass sie abgesagt worden seien (was eindeutig nicht der Fall sei). Für die Finanzmärkte sei ein Worst-Case-Szenario abgewendet worden, was sich auch in der Aufwertung des Euro um 2% in dieser Woche widerspiegele.
Bei der EZB sei die Situation anders. Die Analysten würden erwarten, dass die EZB nächste Woche ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte senken werde, wodurch der Einlagensatz auf 2,75% sinken werde. Im Dezember habe die EZB die Zinssenkung damit begründet, dass die Inflation auf dem besten Weg sei, das Inflationsziel mittelfristig zu erreichen. Da diesmal keine neuen Prognosen anstünden und die Inflationsrate im Dezember ziemlich genau den Erwartungen entsprochen habe, würden die Analysten eine Zinssenkung für gerechtfertigt halten, da Lagarde die Leitzinsen im Dezember als restriktiv bezeichnet habe.
In den nächsten Monaten werde die EZB die Diskussion über den neutralen Zinssatz (Leitzinsen seien weder restriktiv noch locker) intensivieren. Nach Meinung der Analysten spreche dies nicht gegen Zinssenkungen im ersten Quartal, sondern werde das Tempo der Zinssenkungen danach stärker von den Daten (Inflationsdynamik und Wirtschaftslage im Euroraum) abhängig machen. Insgesamt würden die Analysten keine wesentlichen Neuigkeiten von der EZB nächste Woche erwarten. (Ausgabe vom 24.01.2025) (27.01.2025/alc/a/a)


