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SSA-Märkte vor EZB-Ratssitzung zurückhaltend
12.09.19 09:30
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Grundsätzlich zeigen sich Primär- und Sekundärmarkt in dieser Woche von der zurückhaltenden Seite - natürlich auch im Hinblick auf die am Donnerstag anstehende Sitzung des EZB-Rats, so Thomas Scholz, CIIA bei NORD/LB.
Grundsätzlich herrsche die Marktmeinung vor, dass die Geldpolitik wieder etwas lockerer werde, allerdings sei eine Unsicherheit bezüglich des Grads der Lockerung und der Umsetzung bzw. Instrumente deutlich spürbar. Die Unsicherheit, unserer Meinung nach existiert eher negatives Überraschungspotenzial (also eine weniger starke Lockerung als erwartet), ist sicherlich aus den Aussagen verschiedener Ratsmitglieder abgeleitet, deren Grundtenor nicht als dovish zu bezeichnen war, so die Analysten der NORD/LB.
Dies vorausgeschickt, scheine auch die Renditeentwicklung in der letzten Woche weniger zu überraschen. Die Euro-Swap-Kurve (EUSA 10y) habe sich wieder leicht versteilt (10.09.: 2y/10y +36 Bp; 03.09. +28 Bp). Die Swaprendite (rund -0,13%) sei im Bereich zehn Jahre um rund 11 Bp gestiegen. Die Rendite der KfW (10y; -27%) habe fast im gleichen Maße angezogen (rund 13 Bp). Ebenso verhalte es sich mit Renditen der Rentenbank (-0,26%) oder der NRW.Bank (-0,18%; jeweils rund +13 Bp). Es ergebe sich als eine leichte Ausweitung gegen Swaps, was im Vergleich zur Antizipation der Zinsentwicklung zurückbleibe.
Dennoch erkenne man eine vorsichtige Anpassung der Erwartungen, bezogen auf die Geldpolitik der EZB. Insbesondere im Hinblick auf die Ankaufprogramme und die Höhe möglicher neuer Nettoankäufe werde dies deutlich. Denn auch im Segment der Supras hätten EFSF (-0,20%) & EIB (-0,22%; beide rund +13 Bp) nahezu identische Renditebewegungen gezeigt und sich gegen Swaps ebenso um rund 2 Bp (10y) ausgeweitet. Auch am EUR-Primärmarkt seien die Emittenten weiterhin zurückhaltend, abgesehen von deutschen Bundesländern (bespielhaft Thüringen & Hessen), die weiterhin sehr aktiv in syndizierten Benchmarktransaktionen seien.
Insgesamt würden die Analysten der NORD/LB nach der EZB-Entscheidung wieder einen deutlich aktiveren Primärmarkt erwarten, denn unabhängig von der konkreten Ausgestaltung einer Lockerung würden die Refinanzierungsbedingungen für öffentliche Emittenten hervorragend bleiben. Im Falle einer deutlich zurückhaltenden Pressekonferenz Draghis und entsprechenden Beschlüssen würden die Analysten der NORD/LB allerdings kurzfristig an weitere Renditeausweitungen glauben. In diesem Zusammenhang würden sie auch von einem weiteren Widening von SSA-Emittenten gegen Swaps ausgehen, zumal der Bruttosupply in EUR-Benchmarks kurzfristig zunehmen dürfte.
Am 05.09. habe der Verwaltungsrat der EFSF eine vorzeitige Rückzahlung seiner EFSF-Darlehen zur wirtschaftlichen Anpassung des Landes in Höhe von EUR 2 Mrd. gebilligt. Die Zahlung entspreche einer vollständigen Ablösung einer Darlehenstranche aus August 2025 und einer Teilrückzahlung einer Tranche aus Dezember 2025. Insgesamt habe die EFSF EUR 26 Mrd. an Portugal im Rahmen des Hilfsprogramms ausgezahlt. Die Analysten der NORD/LB würden aktuell nicht davon ausgehen, dass sich der Fundingplan der EFSF in der Folge verändere. Es sei geplant, dass im 4. Quartal EUR 7,0 Mrd. durch den EFSF und EUR 3,5 Mrd. durch den ESM gefundet würden. Für das 3. Quartal hätten beide Emittenten bereits ihre Fundingziele erfüllt, wenngleich ein mögliches Emissionsfenster in der letzten Septemberwoche angegeben werde.
Nach der Sommerpause sei geringe Aktivität von syndizierten EUR-Benchmark-Transaktionen zu verzeichnen. Aktiv seien allerdings zwei Bundesländer gewesen. Das Bundesländersegment zeige in 2019 ohnehin deutlich anziehende Fundingvolumina. Im Jahresvergleich seien bis Ende August neue EUR-Benchmarks in Höhe von EUR 22,85 Mrd. an den Markt gebracht worden. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2018 seien es noch EUR 16,65 Mrd. gewesen. Im Gesamtjahr 2018 seien EUR 25,8 Mrd. umgesetzt worden. Diese Marke dürfte in diesem Jahr deutlich übertroffen werden. Das Land Thüringen habe EUR 500 Mio. zu ms +2 Bp über 20 Jahre emittiert. Dies entspreche einer Rendite von 0,215% und einem G-Spread (DBR 4.25% 07/04/39) von rund 53 Bp. Nach unseren Berechnungen war der Bond (ISIN DE000A2YPE27 / WKN A2YPE2) eher eng gepreist und nahezu auf der extrapolierten Benchmarkkurve, so die Analysten der NORD/LB.
Ähnlich habe es sich beim Land Hessen verhalten. Der Bond (ISIN DE000A1RQDK9 / WKN A1RQDK) über ebenfalls EUR 500 Mio. sei bei ms -6 Bp gepreist worden, die Guidance habe bei ms -6 Bp gelegen. Das Orderbuch sei bei EUR 540 Mio. (inklusive EUR 35 Mio. JLM) geschlossen worden. Die Rendite sei mit rund -0,22% angegeben worden, während der G-Spread (vs. DBR 0% 08/15/29) rund 35 Bp betragen habe. Auch diese Anleihe sähen die Analysten der NORD/LB auf der Kurve gepreist, mit der Tendenz zu einer negativen NIP.
Zusätzlich habe am 10.09. der spanische Fondo de Amortizacion del Deficit Electrico (FADE) eine EUR-Benchmark über fünf Jahre anekündigt. Die spanische Agency verfüge über eine explizite Garantie Spaniens und gelte damit als Level-1-Asset in der LCR sowie als RW 0% in der CRR. Die Analysten der NORD/LB würden zeitnah die Öffnung des Orderbuchs erwarten. Zusätzlich starte die Österreichische Kontrollbank in dieser Woche eine Roadshow für die Begebung einer EUR-Benchmark mit Fokus Nachhaltigkeit.
Am Primärmarkt für regionale Anleihen seien EUR 500 Mio. Thüringen 09/39 bei ms +2 Bp begeben worden. Aufgrund des sehr ambitionierten Pricings sei die Anleihe nur teilweise platziert und auch nach der Begebung von verschiedener Seite auf Emissionsniveau oder etwas preiswerter angeboten worden. Im Sekundärmarkt habe es verschiedene kleinere Umsätze im überlangen Laufzeitbereich gegeben. Die Bundesbank sei seit längerer Zeit mal wieder am Markt als Käufer aktiv gewesen. Supras & Agencies hätten sich deutlich stabilisiert. Dies liege zum einen an der gesteigerten Nachfrage von Zentralbanken. Zum anderen trete Real Money nach den deutlichen Spreadausweitungen der vergangenen Wochen ebenfalls vermehrt als Käufer auf. Der jüngste Anstieg der Renditekurven habe diesen Effekt noch verstärkt. (Ausgabe 36 vom 11.09.2019) (12.09.2019/alc/a/a)
Grundsätzlich herrsche die Marktmeinung vor, dass die Geldpolitik wieder etwas lockerer werde, allerdings sei eine Unsicherheit bezüglich des Grads der Lockerung und der Umsetzung bzw. Instrumente deutlich spürbar. Die Unsicherheit, unserer Meinung nach existiert eher negatives Überraschungspotenzial (also eine weniger starke Lockerung als erwartet), ist sicherlich aus den Aussagen verschiedener Ratsmitglieder abgeleitet, deren Grundtenor nicht als dovish zu bezeichnen war, so die Analysten der NORD/LB.
Dies vorausgeschickt, scheine auch die Renditeentwicklung in der letzten Woche weniger zu überraschen. Die Euro-Swap-Kurve (EUSA 10y) habe sich wieder leicht versteilt (10.09.: 2y/10y +36 Bp; 03.09. +28 Bp). Die Swaprendite (rund -0,13%) sei im Bereich zehn Jahre um rund 11 Bp gestiegen. Die Rendite der KfW (10y; -27%) habe fast im gleichen Maße angezogen (rund 13 Bp). Ebenso verhalte es sich mit Renditen der Rentenbank (-0,26%) oder der NRW.Bank (-0,18%; jeweils rund +13 Bp). Es ergebe sich als eine leichte Ausweitung gegen Swaps, was im Vergleich zur Antizipation der Zinsentwicklung zurückbleibe.
Dennoch erkenne man eine vorsichtige Anpassung der Erwartungen, bezogen auf die Geldpolitik der EZB. Insbesondere im Hinblick auf die Ankaufprogramme und die Höhe möglicher neuer Nettoankäufe werde dies deutlich. Denn auch im Segment der Supras hätten EFSF (-0,20%) & EIB (-0,22%; beide rund +13 Bp) nahezu identische Renditebewegungen gezeigt und sich gegen Swaps ebenso um rund 2 Bp (10y) ausgeweitet. Auch am EUR-Primärmarkt seien die Emittenten weiterhin zurückhaltend, abgesehen von deutschen Bundesländern (bespielhaft Thüringen & Hessen), die weiterhin sehr aktiv in syndizierten Benchmarktransaktionen seien.
Am 05.09. habe der Verwaltungsrat der EFSF eine vorzeitige Rückzahlung seiner EFSF-Darlehen zur wirtschaftlichen Anpassung des Landes in Höhe von EUR 2 Mrd. gebilligt. Die Zahlung entspreche einer vollständigen Ablösung einer Darlehenstranche aus August 2025 und einer Teilrückzahlung einer Tranche aus Dezember 2025. Insgesamt habe die EFSF EUR 26 Mrd. an Portugal im Rahmen des Hilfsprogramms ausgezahlt. Die Analysten der NORD/LB würden aktuell nicht davon ausgehen, dass sich der Fundingplan der EFSF in der Folge verändere. Es sei geplant, dass im 4. Quartal EUR 7,0 Mrd. durch den EFSF und EUR 3,5 Mrd. durch den ESM gefundet würden. Für das 3. Quartal hätten beide Emittenten bereits ihre Fundingziele erfüllt, wenngleich ein mögliches Emissionsfenster in der letzten Septemberwoche angegeben werde.
Nach der Sommerpause sei geringe Aktivität von syndizierten EUR-Benchmark-Transaktionen zu verzeichnen. Aktiv seien allerdings zwei Bundesländer gewesen. Das Bundesländersegment zeige in 2019 ohnehin deutlich anziehende Fundingvolumina. Im Jahresvergleich seien bis Ende August neue EUR-Benchmarks in Höhe von EUR 22,85 Mrd. an den Markt gebracht worden. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2018 seien es noch EUR 16,65 Mrd. gewesen. Im Gesamtjahr 2018 seien EUR 25,8 Mrd. umgesetzt worden. Diese Marke dürfte in diesem Jahr deutlich übertroffen werden. Das Land Thüringen habe EUR 500 Mio. zu ms +2 Bp über 20 Jahre emittiert. Dies entspreche einer Rendite von 0,215% und einem G-Spread (DBR 4.25% 07/04/39) von rund 53 Bp. Nach unseren Berechnungen war der Bond (ISIN DE000A2YPE27 / WKN A2YPE2) eher eng gepreist und nahezu auf der extrapolierten Benchmarkkurve, so die Analysten der NORD/LB.
Ähnlich habe es sich beim Land Hessen verhalten. Der Bond (ISIN DE000A1RQDK9 / WKN A1RQDK) über ebenfalls EUR 500 Mio. sei bei ms -6 Bp gepreist worden, die Guidance habe bei ms -6 Bp gelegen. Das Orderbuch sei bei EUR 540 Mio. (inklusive EUR 35 Mio. JLM) geschlossen worden. Die Rendite sei mit rund -0,22% angegeben worden, während der G-Spread (vs. DBR 0% 08/15/29) rund 35 Bp betragen habe. Auch diese Anleihe sähen die Analysten der NORD/LB auf der Kurve gepreist, mit der Tendenz zu einer negativen NIP.
Zusätzlich habe am 10.09. der spanische Fondo de Amortizacion del Deficit Electrico (FADE) eine EUR-Benchmark über fünf Jahre anekündigt. Die spanische Agency verfüge über eine explizite Garantie Spaniens und gelte damit als Level-1-Asset in der LCR sowie als RW 0% in der CRR. Die Analysten der NORD/LB würden zeitnah die Öffnung des Orderbuchs erwarten. Zusätzlich starte die Österreichische Kontrollbank in dieser Woche eine Roadshow für die Begebung einer EUR-Benchmark mit Fokus Nachhaltigkeit.
Am Primärmarkt für regionale Anleihen seien EUR 500 Mio. Thüringen 09/39 bei ms +2 Bp begeben worden. Aufgrund des sehr ambitionierten Pricings sei die Anleihe nur teilweise platziert und auch nach der Begebung von verschiedener Seite auf Emissionsniveau oder etwas preiswerter angeboten worden. Im Sekundärmarkt habe es verschiedene kleinere Umsätze im überlangen Laufzeitbereich gegeben. Die Bundesbank sei seit längerer Zeit mal wieder am Markt als Käufer aktiv gewesen. Supras & Agencies hätten sich deutlich stabilisiert. Dies liege zum einen an der gesteigerten Nachfrage von Zentralbanken. Zum anderen trete Real Money nach den deutlichen Spreadausweitungen der vergangenen Wochen ebenfalls vermehrt als Käufer auf. Der jüngste Anstieg der Renditekurven habe diesen Effekt noch verstärkt. (Ausgabe 36 vom 11.09.2019) (12.09.2019/alc/a/a)
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