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SNB tagt nächsten Donnerstag wieder


23.09.24 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die SNB tagt nächsten Donnerstag wieder und zurzeit stellt sich nicht die Frage ob, sondern um wie viel sie die Zinsen reduzieren wird, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Bis Anfang August sei die Sache noch klarer gewesen, doch mit dem Repricing von FED und EZB, gepaart mit einer vorteilhaften Inflationsentwicklung für die Schweiz, sei die Angelegenheit wieder spannender geworden. Ökonom:innen und Märkte würden 25 BP als wahrscheinlicher ansehen. Doch besonders letztere würden eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit für 50 BP einpreisen. Die neue Inflationsprognose der Regierung, die bei 0,7% für 2025 liege, sowie die dovishe Entscheidung der FED würden hierbei als Grundlage für die Argumentation eines größeren Zinsschrittes gelten. Auch in puncto Währung wäre ein größerer Schritt für die SNB vorteilhafter, sollte eine Abschwächung des Franken gewünscht sein.

Die niedrige Inflation (Stand August 1,1% im Vorjahresmonatsvergleich) würde durchaus Spielraum für eine solche Entscheidung geben. Dazu leide die Schweizer Industrie in Zeiten schwacher europäischer Nachfrage umso mehr durch den niedrigen EUR/CHF-Kurs, was Thomas Jordan, scheidender Präsident des Direktoriums der SNB, in einem Interview bestätigt und dabei den Zinssatz als primäres Instrument für die Notenbank genannt habe. Es gebe also durchaus gute Argumente für 50 BP.

Die Analysten würden angesichts des immer noch vorhandenen inländischen Inflationsdrucks und der zusätzlichen Möglichkeit der SNB, die Währung über Devisenmarktoperationen zu steuern, dennoch bei einem vorsichtigeren Vorgehen von 25 BP bleiben. Dadurch würde der neue Direktor bei der nächsten Sitzung mehr Freiheit bei der Ausrichtung seiner Notenbankpolitik haben. Dennoch würden sie zumindest mehr Potenzial für Zinssenkungen im Jahr 2024 als in ihrer derzeitigen Prognose reflektiert sehen und würden sie nach der SNB-Sitzung neu evaluieren. Das Risiko hinsichtlich ihrer Zinsprognose sei eindeutig nach unten gerichtet. (Ausgabe vom 20.09.2024) (23.09.2024/alc/a/a)