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Rückblick 2024: Volatiles Jahr bei Benchmark-Staatsanleihenrenditen der USA und Eurozone
23.12.24 09:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Benchmark-Staatsanleihenrenditen der USA und Eurozone (Deutschland) haben ein volatiles Jahr hinter sich, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Renditen mit längerer Laufzeit (10J) würden über den Niveaus zu Jahresbeginn notieren, während Renditen mit kürzerer Laufzeit (2J) darunter lägen. Dies habe auch damit zu tun, dass zu Beginn des Jahres vergleichsweise rasche Zinssenkungen erwartet worden seien, welche dann erst zeitverzögert und dann auch im geringeren Ausmaß eingetreten seien. Gleichzeitig hätten sich Durationsrisikoprämien erhöht und Renditekurven seien steiler geworden.
In den USA habe im Jahresausklang auch die erwarteten Implikationen der Trump-Präsidentschaft eine gewichtige Rolle gespielt. Zwischen den Anleiherenditen in den USA und Deutschland bestehe nach wie vor ein deutlicher Niveauunterschied. Während US-Treasury Renditen über 4% notieren würden, lägen deutsche Bund Renditen über 2%. Die Inversion der Renditekurven habe sich 2024 aufgelöst.
Risikoaufschläge europäischer Staatsanleihen (vs. Bund) lägen heute mehrheitlich auf einem niedrigeren Niveau als noch zu Anfang des Jahres. Die italienische zehnjährige Risikoprämie sei in den letzten zwölf Monaten von 170 BP auf aktuell 115 BP gefallen. Der generelle Abwärtstrend 2024 sei insbesondere durch ein Ereignis unterbrochen worden. Die vorgezogenen Neuwahlen in Frankreich im Juni hätten kurzfristig zu einem deutlichen Rückgang der Rendite deutscher Staatsanleihen geführt, was sich in einem Anstieg europäischer Risikoprämien widergespiegelt habe. Allgemein lägen die Risikoprämien heute niedriger als noch im Mai 2024, wobei Frankreich hier eine Ausnahme darstelle.
Die weiterhin schwierige politische Lage gekoppelt mit den hohen Budgetdefiziten dürfte auch 2024 die Bewertung prägen. Die österreichische Risikoprämie, welche nun deutlich unter Frankreich preise, habe sich im Jahresverlauf von 60 BP auf etwa 40 BP reduziert. Das Rekordvolumen an Staatsanleiheemissionen gepaart mit dem voranschreitenden Abbau der Notenbankbilanz hätten sich 2024 letztlich nicht negativ auf die Risikoprämien ausgewirkt. Der starke Rückgang der Bund-Swap Spreads sowie das weiterhin attraktive Zinsniveau am Fixed Income Markt hätten die Bewertungen der europäischen Staatsanleihen unterstützt.
Für EUR Corporates sei gesamtertragsseitig das Jahr 2024 versöhnlich verlaufen. Je nach Assetklasse seien mittlere (Investment Grade; +5%) bis hohe einstellige (High-Yield; +9%) Performanceerträge verzeichnet worden. Der mittlerweile begonnene Zinssenkungszyklus der EZB sowie ein in den letzten Jahren geringeres Primärmarktaufkommen bzw. in den kommenden Jahren anstehende Refinanzierungen, hätten die EUR Primärmarktaktivität 2024 deutlich angekurbelt. 2024 sei auch das Jahr, in dem Real Estate Emittenten nach einer längeren Pause wieder stärker an den Markt getreten seien.
Eine insgesamt ähnliche Entwicklung sei vorerst auch für 2025 zu erwarten. Aus fundamentalen Gesichtspunkten hätten große IG Emittenten ihre Bilanzen solide halten und auch in etwas schwierigeren Zeiten Margen halten können. Zudem habe sich die europäische High-Yield Ausfallsrate laut Moody’s weiter reduziert und bei rund 3% stabilisiert.
EUR Financials hätten im Jahr 2024 weiterhin vom Zinsumfeld profitiert, welches vor allem die Nettozinserträge unterstützt habe. Credit-Kennzahlen wie die NPL-Ratio bzw. Kapitalniveaus hätten stabil gehalten bzw. ausgebaut werden können und so starte der europäische Bankensektor auf einem soliden Fundament in das Jahr 2025. Risikoprämien hätten sich über das Jahr hinweg positiv entwickelt, aber verursacht durch geopolitische Events zwischenzeitlich erhöhte Volatilität gezeigt. Nichtsdestotrotz habe unter anderem die EZB-Zinswende zu einem deutlich positiven Gesamtertrag (Total Return) sowohl bei Covereds, Senior und Nachrangigen Financial Anleihen verholfen. Der EUR Financial Primärmarkt habe sich verlangsamt im Vergleich zu den Vorjahren gezeigt. Vor allem im Covered Bond Bereich seien die emittierten Laufzeiten weiter verkürzt im Jahresvergleich gewesen. (Ausgabe vom 20.12.2024) (23.12.2024/alc/a/a)
Renditen mit längerer Laufzeit (10J) würden über den Niveaus zu Jahresbeginn notieren, während Renditen mit kürzerer Laufzeit (2J) darunter lägen. Dies habe auch damit zu tun, dass zu Beginn des Jahres vergleichsweise rasche Zinssenkungen erwartet worden seien, welche dann erst zeitverzögert und dann auch im geringeren Ausmaß eingetreten seien. Gleichzeitig hätten sich Durationsrisikoprämien erhöht und Renditekurven seien steiler geworden.
In den USA habe im Jahresausklang auch die erwarteten Implikationen der Trump-Präsidentschaft eine gewichtige Rolle gespielt. Zwischen den Anleiherenditen in den USA und Deutschland bestehe nach wie vor ein deutlicher Niveauunterschied. Während US-Treasury Renditen über 4% notieren würden, lägen deutsche Bund Renditen über 2%. Die Inversion der Renditekurven habe sich 2024 aufgelöst.
Die weiterhin schwierige politische Lage gekoppelt mit den hohen Budgetdefiziten dürfte auch 2024 die Bewertung prägen. Die österreichische Risikoprämie, welche nun deutlich unter Frankreich preise, habe sich im Jahresverlauf von 60 BP auf etwa 40 BP reduziert. Das Rekordvolumen an Staatsanleiheemissionen gepaart mit dem voranschreitenden Abbau der Notenbankbilanz hätten sich 2024 letztlich nicht negativ auf die Risikoprämien ausgewirkt. Der starke Rückgang der Bund-Swap Spreads sowie das weiterhin attraktive Zinsniveau am Fixed Income Markt hätten die Bewertungen der europäischen Staatsanleihen unterstützt.
Für EUR Corporates sei gesamtertragsseitig das Jahr 2024 versöhnlich verlaufen. Je nach Assetklasse seien mittlere (Investment Grade; +5%) bis hohe einstellige (High-Yield; +9%) Performanceerträge verzeichnet worden. Der mittlerweile begonnene Zinssenkungszyklus der EZB sowie ein in den letzten Jahren geringeres Primärmarktaufkommen bzw. in den kommenden Jahren anstehende Refinanzierungen, hätten die EUR Primärmarktaktivität 2024 deutlich angekurbelt. 2024 sei auch das Jahr, in dem Real Estate Emittenten nach einer längeren Pause wieder stärker an den Markt getreten seien.
Eine insgesamt ähnliche Entwicklung sei vorerst auch für 2025 zu erwarten. Aus fundamentalen Gesichtspunkten hätten große IG Emittenten ihre Bilanzen solide halten und auch in etwas schwierigeren Zeiten Margen halten können. Zudem habe sich die europäische High-Yield Ausfallsrate laut Moody’s weiter reduziert und bei rund 3% stabilisiert.
EUR Financials hätten im Jahr 2024 weiterhin vom Zinsumfeld profitiert, welches vor allem die Nettozinserträge unterstützt habe. Credit-Kennzahlen wie die NPL-Ratio bzw. Kapitalniveaus hätten stabil gehalten bzw. ausgebaut werden können und so starte der europäische Bankensektor auf einem soliden Fundament in das Jahr 2025. Risikoprämien hätten sich über das Jahr hinweg positiv entwickelt, aber verursacht durch geopolitische Events zwischenzeitlich erhöhte Volatilität gezeigt. Nichtsdestotrotz habe unter anderem die EZB-Zinswende zu einem deutlich positiven Gesamtertrag (Total Return) sowohl bei Covereds, Senior und Nachrangigen Financial Anleihen verholfen. Der EUR Financial Primärmarkt habe sich verlangsamt im Vergleich zu den Vorjahren gezeigt. Vor allem im Covered Bond Bereich seien die emittierten Laufzeiten weiter verkürzt im Jahresvergleich gewesen. (Ausgabe vom 20.12.2024) (23.12.2024/alc/a/a)


