Repsol-Anleihe: Sorgt für "Feuer" im Depot


06.06.12 15:32
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Sven Krupp von Anleihencheck Research hält die Anleihe (ISIN XS0287409212 / WKN A0LM7P) von Repsol für ein attraktives Investment für den europäischen Corporate Bonds-Sektor.

Die Anleihe, offizieller Emittent sei die hundertprozentige Tochtergesellschaft des Unternehmens, die Repsol International Finance B.V., werde durch den Repsol-Mutterkonzern gesamtschuldnerisch garantiert. Die Anleihe sei mit einem Kupon von 4,75% ausgestattet, laufe noch bis zum 16.02.2017 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 98,51% biete die Anleihe eine jährliche Rendite von 5,15%. Das Rating für die Anleihe durch die Agentur Moody's laute "Baa2", was im unteren Investment-Grade-Bereich liege.

Repsol sei einer der weltweit größten integrierten Öl- und Gaskonzerne. Zu den Hauptaktivitäten des Konzerns würden die Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas sowie die Mineralölverarbeitung und der Mineralölvertrieb zählen. Zuletzt habe die mögliche Verstaatlichung der argentinischen Tochtergesellschaft YPF für Schlagzeilen gesorgt.

Im letzten Geschäftsjahr 2011 habe sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen von 4,69 Mrd. Euro auf 2,19 Mrd. Euro mehr als halbiert. Dies liege vor allem in einem positiven Einmaleffekt im Vorjahr in Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung bei Repsol Brasil begründet. Auf bereinigter Basis habe sich der Nettogewinn lediglich um 7,9% auf 2,17 Mrd. Euro reduziert. Der bereinigte operative Gewinn lag bei 4,77 Mrd. Euro, gegenüber 5,21 Mrd. Euro im Jahr 2010.

Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research sind die Zahlen für 2011 eher enttäuschend ausgefallen. Vor allem die politischen Unruhen in Libyen sowie die Streiks und die Aussetzung des Petróleo Plus-Programms in Argentinien hätten sich negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt.

Zudem drohe Argentinien damit, die Repsol-Tochter YPF zu verstaatlichen. Der Gesetzesentwurf sehe vor, dass das Land künftig mit 51% an YPF beteiligt sei. Repsol selbst habe das Vorgehen der argentinischen Regierung in einer Pressemitteilung als ungesetzlich und in höchstem Maße diskriminierend bezeichnet und in diesem Zusammenhang entschiedenen Widerstand gegen die geplanten Maßnahmen angekündigt. Derzeit halte Repsol 57,43% an YPF S.A., die in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 mit einem Buchwert von 4,12 Mrd. Euro ausgewiesen worden seien. YPF sei zuletzt für rund 21% des Nettogewinns von Repsol YPF verantwortlich gewesen.

Aufgrund der drohenden Verstaatlichung von YPF habe sich der Aktienkurs der Repsol-Aktie seit Beginn des laufenden Jahres halbiert. Die Anleihekurse hätten dagegen relativ gelassen reagiert und seien teilweise nur um 10% gesunken. Natürlich wäre eine Verstaatlichung von YPF eindeutig negativ für Repsol, doch wäre selbst damit die weitere Geschäftstätigkeit nicht gefährdet. Der Konzern würde vorerst nur weniger Gewinn erzielen und Argentinien sei als interessantes Explorationsziel tabu. Da passe es gut, dass Repsol zusammen mit Petrobras vor Kurzem vor der Küste Brasiliens einen großen Öl- und Gasfund gemacht hätten. Die Analysten von Anleihencheck Research halten es für wahrscheinlich, dass Repsol zumindest eine Art Entschädigung einklagen könne. Jedoch könnten sich entsprechende Verhandlungen sehr lange hinziehen.

Während die Aktie durchaus noch weiter unter Druck stehen könnte, sähen die Analysten für die Anleihen von Repsol nur noch geringes Rückschlagpotenzial. Insofern ist für die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von Repsol mit einer Rendite von über 5% p.a. ein attraktives Investment für den europäischen Corporate Bonds-Sektor. (Analyse vom 06.06.2012) (06.06.2012/alc/a/a)


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