Rentenmarkt: Konstant starke Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen


06.10.14 16:52
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die Weltkonjunktur kommt nicht richtig in Fahrt, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Zwar würden die Volkswirtschaften der USA und Chinas nach wie vor die Wachstumsmotoren für die globale Konjunktur darstellen. Allerdings würden die neuesten Frühindikatoren verdeutlichen, dass sich die US-Konjunktur bereits in Nähe ihres konjunkturellen Hochpunkts befinde und China nicht über das gewohnte 7,5%-Wachstum hinaus wachse. In der Eurozone seien jedoch die Risiken eines konjunkturellen Einbruchs gestiegen. Nachdem Italien und Frankreich schon seit längerem Probleme bereiten würden, schwächele nun mit Deutschland auch das bisherige Zugpferd.

Die EZB versuche mit den ihr zur Verfügung stehenden Instrumenten ein weiteres Abgleiten der Konjunktur im Euroraum zu verhindern. Doch sollte die konjunkturelle Unsicherheit erst dann sukzessive weichen können, wenn die Ergebnisse des Bankenstresstests vorlägen, weitere Tender begeben worden seien und das EZB-Wertpapierkaufprogramm Formen angenommen habe. Bundesanleihen würden zunächst weiterhin gut unterstützt bleiben. Gleichwohl bilde die am US-Rentenmarkt vorweggenommene US-Zinswende ein Gegengewicht.

Wie das europäische Statistikamt mitgeteilt habe, sei die Inflationsrate im September auf 0,3% zurückgegangen. Mit ihr habe die Gemeinschaftswährung Euro nachgegeben, die nach Bekanntgabe der Daten Ende September nur noch 1,26 US-Dollar gekostet habe - so wenig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Mit derzeit 0,8% halte sich die Inflationsrate in Deutschland zwar über dem europäischen Durchschnitt, jedoch markiere dies auch den niedrigsten Stand seit vier Jahren.

Der niedrige Preisauftrieb sei neben gesunkenen Energiepreisen auch auf eine nachlassende Kauflaune zurückzuführen. Die Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine würden die Verbraucher verunsichern. Der Konsumklimaindex sei folgerichtig, nach Angaben des GfK-Instituts, im Oktober gesunken. Auch der vor kurzem veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex zeige, dass sich die Stimmung in den Chefetagen bereits den fünften Monat in Folge verschlechtert habe.

Trotz Wolken am deutschen Konjunkturhimmel genieße Deutschland im Vergleich zu den Nachbarländern weiterhin ein hohes Vertrauen bei den Investoren. So würden Staatsanleihen und Pfandbriefe gefragt bleiben. Bunds hätten in den letzten beiden Septemberwochen extrem im Fokus gestanden, weshalb die Renditen der zehnjährigen Papiere erneut unter die 1-Prozent-Marke gerutscht seien. Auch die zehnjährigen Pfandbriefrenditen seien mit derzeit 1,2% historisch niedrig und würden für günstige Refinanzierungsbedingungen der Banken sorgen.

In vielen Exportmärkten der deutschen Industrie habe die Dynamik des Wirtschaftswachstums deutlich nachgelassen. Zusätzlich sorge der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland für ein hohes Maß an Unsicherheit. Aus diesen Gründen habe sich die Eintrübung der Stimmungsindikatoren auch im September fortgesetzt. Der ZEW-Index habe im September gar den neunten Rückgang in Folge verkraften müssen. Die Einkaufsmanagerindices für die Eurozone hätten ebenfalls einen leichten Rückgang verzeichnet. Beide Indices würden aber weiterhin ein geringes Wachstum signalisieren, ein Rückfall in die Rezession sei jedoch aus heutiger Sicht nicht zu erwarten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe Anfang September den Markt mit einer weiteren Senkung des Hauptrefinanzierungs- und des Einlagensatzes überrascht. Zusätzlich sei ein Kaufprogramm für ABS und Covered Bonds angekündigt worden. Die erste Targeted Long Term Refinancing Operation (TLTRO) der EZB, bei der Banken für einen Zeitraum von vier Jahren Gelder hätten aufnehmen können, sei auf eine unerwartet geringe Nachfrage gestoßen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB zur Erreichung ihrer geldpolitischen Ziele auf ein großvolumiges Ankaufprogramm für Staatsanleihen setze, sei durch die geringe Nachfrage nach der TLTRO gestiegen.

Die Entwicklung der 10-jährigen Bunds habe auf die Ankündigung eines Kaufprogramms für ABS und Covered Bonds durch die EZB mit einem leichten Anstieg reagiert, eine Lockerung der Geldpolitik sei bereits vom Markt erwartet worden. Der Abwärtstrend der Bund-Rendite habe bei einer Marke von 0,87% eine Pause eingelegt. Ende September hätten allerdings Spekulationen über die Höhe des Kaufprogramms und eine mögliche Einbeziehung von Staatsanleihen auf der Bund-Rendite gelastet. Ein Unterschreiten der erreichten Tiefstände sei nicht ausgeschlossen.

Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries - Ende September habe sie bei 2,51% gelegen - werde von der robusten Konjunktur in den USA und Spekulationen um eine baldige Erhöhung des Leitzinses unterstützt. Die 10-jährige Bund-Rendite habe den Abwärtstrend gestoppt und liege nunmehr bei 0,95%. Die Zinskurve der Bunds habe sich - wie diejenige der US-Treasuries - versteilert.

Die Duration des AL Trust Euro Renten (ISIN DE0008471616/ WKN 847161) liege mit 5,6 Jahren unter dem Niveau der Benchmark. Der Fonds sei zu 64% in Staatsanleihen und zu 28% in Pfandbriefen investiert. Unternehmensanleihen würden beigemischt. Die Duration im Kurzläufer-Rentenfonds AL Trust Euro Short Term (ISIN DE0008471699/ WKN 847169) liege bei 2,0 Jahren. Der Fonds investiere in Staats- bzw. Länderanleihen sowie Pfandbriefen und Unternehmensanleihen.

Anleger, die im AL Trust Euro Renten investiert seien, könnten sich auch im laufenden Jahr bislang über eine attraktive Wertsteigerung von 7,7% erfreuen, im AL Trust Euro Short Term stelle sich die Wertentwicklung auf 1,0% (Stand jeweils 01.10.14). Der Geldmarktfonds AL Trust Euro Cash (ISIN DE0008471780/ WKN 847178) leide weiterhin unter den historisch niedrigen Geldmarktzinsen nahe der Nulllinie. Der Fonds investiere unverändert in sichere kurzfristige Anlagen. Die kontinuierliche Fälligkeitsstruktur der Anlagen gewährleiste die jederzeitige Solvenz. (Ausgabe Oktober 2014) (06.10.2014/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
42,53 € 42,51 € 0,02 € +0,05% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008471699 847169 42,84 € 41,92 €
Werte im Artikel
38,59 plus
+0,10%
42,53 plus
+0,05%
-    plus
0,00%