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Renten: Durchkreuzt Peking die Strategie der Europäischen Zentralbank?
11.09.15 08:30
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Ein erwartetes Wirtschaftswachstum für 2015 von 7% gilt zwar anderswo als Grund zur Euphorie, in China aber wäre dies das schwächste Plus seit einem Vierteljahrhundert, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Deshalb sorge eine solche Perspektive für schlechte Stimmung - im Land selbst und natürlich auch bei der Exportwirtschaft der restlichen Welt. Es seien andere Zeiten angebrochen, meine Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer, und blicke wehmütig auf einst zweistellige Wachstumsraten im Reich der Mitte zurück. Dabei seien es vor allem strukturelle Probleme, die sich in China jetzt Bahn brechen würden.
Da sei zum einen der hohe Schuldenstand, der in einer Größenordnung von 280% des jährlichen Bruttoinlandsproduktes des Landes liege. Und da sei zum anderen das langsame Tempo, mit dem Reformen hin zu mehr Rechtsstaatlichkeit angegangen würden. Eklatante Mängel hätten sich zuletzt bei der Explosionskatastrophe in der Hafenstadt Tianjin gezeigt. Erschwerend komme ein neues nationales Sicherheitsgesetz hinzu, das im Endeffekt die Ausspähung von Servern ausländischer Unternehmen erleichtern könnte.
Das seien die einen, handfesten Aspekte, die wie Bremsklötze für den Außenhandel wirken würden. Auf der anderen Seite baue sich nun auch ein geldpolitisches Szenario auf, in dessen Rahmen die People's Bank of China der Europäischen Zentralbank (EZB) die Strategie durchkreuzen könnte. Schon seit einiger Zeit falle das starke Abschmelzen des Billionen schweren Devisenbergs Chinas auf, der sich von Juli bis August um rund 94 Mrd. auf 3,56 Bill. US-Dollar verkleinert habe.
Dies deute darauf hin, dass die chinesische Notenbank den Yuan mit Devisenverkäufen massiv stütze. Die Folge könnte eine "quantitative Straffung" (Quantitative Tightening) in den Industrieländern sein - also eine ungewollte geldpolitische Straffung, sollte China seine Anlagen in den Industrienationen auflösen und Devisen verkaufen. Eine solche Entwicklung könne dazu führen, dass die Marktzinsen in den Industrienationen steigen würden, obwohl die dortigen Notenbanken ihren lockeren Kurs fortsetzen würden. Der EZB, die ja gerade mit geldpolitischen Lockerungen Konjunktur und Inflation anheizen wolle, würde ein solches Szenario völlig zuwiderlaufen.
Nachdem der chinesische Außenhandel nun auch im August hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, werde unter Analysten über weitere staatliche Stützungsmaßnahmen spekuliert. Eine Ankurbelung der Inlandsnachfrage durch weitere Lockerungen der Geld- und Fiskalpolitik sei von Peking jedenfalls zu erwarten. Habe die Notenbank doch bereits nach ebenfalls schlecht ausgefallenen Exportzahlen vom Juli eine Abwertung der Landeswährung Yuan vorgenommen. Und seit Beginn der Talfahrt habe Peking bisher mehr als 200 Mrd. EUR zur Stützung des Aktienmarkts aufgewandt.
Laut Reuters habe die Regierung bereits angekündigt, der heimischen Wirtschaft mit insgesamt 10 Mrd. EUR unter die Arme zu greifen. Ein weiterer Schritt sei diese Woche mit der Einführung einer Steuerkürzung erfolgt: Wer Aktien künftig länger als ein Jahr halte, solle auf die Dividenden keine Steuern mehr zahlen müssen. Peking feuere aus allen Rohren, um eine Katastrophe an der Börse zu verhindern und den Yuan zu stützen, resümiere die Wirtschaftswoche. Aufgrund dieser Perspektive seien die Aktienmärkte im Reich der Mitte zumindest kurzfristig auf einen Erholungskurs geschwenkt.
Der Tag der Entscheidung rücke näher. In der kommenden Woche würden die amerikanischen Notenbanker unter Vorsitz ihrer Präsidentin Janet Yellen auf einer zweitägigen Sitzung über die künftige Geldpolitik der USA beraten. Viele Börsianer würden zwar Krimis lieben, aber die Spannung, die in diesem Fall aufgebaut worden sei, lasse viele Marktakteure verzweifeln. Denn mit der reinen Beurteilung der Konjunkturdaten komme man nicht mehr weiter.
Zu unterschiedlich seien die Zahlen, als dass man sich klar als Taube oder Falke outen könnte. Im schlimmsten Fall bedeute dies, dass alle Mitglieder des Boards sich im Vorfeld der Sitzung sicherlich eine Meinung gebildet hätten, die Entscheidung für oder wider eine Zinserhöhung allerdings erst nach intensiver Diskussion spontan getroffen werde. Man könnte auch sagen, dass momentan niemand bei der FED wisse, ob die Zinsen im September erhöht würden oder nicht. Man sollte sich also überraschen lassen!
Der so sehnsüchtig erwartete US-Arbeitsmarktbericht habe auch kein Licht ins Dunkel bringen können, aber dennoch stünden die Zeichen momentan leicht auf Zinserhöhung im September bzw. Oktober, da die Marktpsychologie jetzt mehr denn je zum Tragen komme. Habe man zuletzt vermehrt um die Stabilität der Finanzmärkte in China bangen müssen, so seien die dortigen Verwerfungen zuletzt mit Milliarden aus der Staatskasse bekämpft worden. Die dadurch erzielte Beruhigung der Märkte könnte zusammen mit der Entwicklung an den Devisenmärkten die Grundlage sein, mit der die erste Zinserhöhung seit 2006 gerechtfertigt werden könne.
Auch mit größeren Verwerfungen am US-Bondmarkt dürfte nicht zu rechnen sein. Wie sich allerdings die Kurse anderer Anleihen entwickeln würden, die sehr wohl in Abhängigkeit zu den US-Bonds gehandelt würden, bleibe abzuwarten. Vor solchen Verwerfungen warne insbesondere der Chefvolkswirt der Weltbank und gebe daher den Notenbankern den Rat mit auf den Weg, noch abzuwarten. Da die amerikanische Notenbank aber schon oft bewiesen habe, dass sie ihre Geldpolitik am Wohle der USA und nicht anderer Staaten ausrichte, sei für Spannung bis zur letzten Sekunde gesorgt.
Europäische Großbanken müssten mit Mindestkapitalquoten seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen. Wie zu hören sei, habe die EZB-Bankenaufsicht dies für den Euro-Raum beschlossen. Wie hoch die Mindestkernkapitalquoten sein würden, sei zwar noch nicht öffentlich, solle aber für den Großteil der Banken im Euro-Raum schon feststehen.
Bereits seit längerer Zeit würden auch die 123 wichtigsten Institute der Euro-Zone mit neuen Vorgaben rechnen. Die Banken würden in Kürze darüber informiert und hätten dann zwei Wochen Zeit, darauf zu antworten, habe die Nachrichtenagentur Reuters vermeldet. Die endgültige Fixierung könnte dann im November kommen.
Rund 80% der von der EZB beaufsichtigten Institute würden voraussichtlich eine Quote zwischen 9% und 12% erfüllen müssen und etwa der Hälfte der Institute würden ca. 10% abverlangt, wie bereits vor der EZB-Entscheidung durchgesickert sei. Einige deutsche Landesbanken hätten bisher die Mindesthürde von 7% erfüllen müssen, müssten nun aber mit höheren Kernkapitalquoten rechnen. Von der Deutschen Bank würden bisher mindestens 10% hartes Eigenkapital verlangt.
Laut dem Präsidenten der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, sei die Prüfung durch die europäische Bankenaufsicht SREP (Supervisory Review and Evaluation Process) umfangreicher gewesen als bei der letzten Festlegung der Quote. Die meisten deutschen Institute müssten sich deshalb auf höhere Mindestkernkapitalquoten einstellen.
In der Konsequenz könnten die neuen Auflagen dazu führen, dass kapitalintensive Geschäfte aufgegeben würden oder dafür mehr Kapital aufgenommen werden müsse, was diese Geschäfte teurer werden lasse.
Katar folge dem Beispiel Saudi Arabiens und gehe erstmals seit Langem wieder an den Kapitalmarkt. Da der niedrige Ölpreis die Reserven des Landes dahinschmelzen lasse, habe das Emirat eine Anleihe im Volumen von 4,1 Mrd. US-Dollar begeben. Der Bond sei am 1. September institutionellen Anlegern angeboten worden und sei prompt 4-fach überzeichnet worden. Angaben zu Laufzeit oder Ausgabepreis seien nicht gemacht worden. Lokale Banken dürften die größten Abnehmer der Bonds sein.
Doch der Staat Katar sei bereits als Emittent an den Börsen mit zwei Anleihen gelistet. Ein bis 1/2020 laufender Bond von Katar, der 2009 emittiert worden sei, rentiere mit ca. 2,14%. Das Papier notiere bei rund 112,925% und liege damit unter seinem Zwölfmonatshoch von 115,50%, das am 30.01.2015 erreicht worden sei. Auch ein Langläufer aus dem Emirat (ISIN XS0113419690 / WKN 614490), der 6/2030 fällig werde, liege bei einem Kurs von ca. 164,25% unter seinem Jahreshoch von 171,85% vom 21.04. des Jahres.
Der Bond rentiere mit rund 4,00%. Beide Titel würden an der Börse München gehandelt.
Katar benötige nach Angaben des IWF einen Ölpreis von 59,1 US-Dollar pro Barrel, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. 90% aller Einnahmen Katars würden aus dem Verkauf von Öl und Gas stammen und somit sei es problematisch geworden, als Anfang September der Ölpreis unter die Marke von 45 US-Dollar pro Barrel gefallen sei. Neben diesem Aspekt solle die Emission der Staatsanleihen die lokale Finanzbranche ankurbeln, habe es aus Katar geheißen.
Zuvor habe die größte Volkswirtschaft der Region, Saudi Arabien, angekündigt, in diesem Jahr Anleihen im Wert von 27 Mrd. Dollar zu begeben, die während des gesamten Jahres an den internationalen Finanzmärkten platziert werden sollten. Dass die Saudis eine Anleihe emittiert hätten, habe sich zuletzt im Jahre 2007 ereignet.
Griechenlands zurückgetretener Ministerpräsident Alexis Tsipras wolle auch nach einem Erfolg bei den Wahlen am 20. September das Abkommen mit den internationalen Geldgebern einhalten. Das habe er jüngst bei einer Pressekonferenz in Thessaloniki gesagt. Griechische Zeitungen hätten zwischendurch auch schon mal etwas anderes berichtet. Allerdings wolle Tsipras im Falle eines Sieges bei den anstehenden Wahlen wieder in die Verhandlungen über den Abbau des Schuldenberges einsteigen. Dem hätten auch die Gläubiger schon zugestimmt, habe er hinzugefügt.
Tsipras habe versichert, Athen werde sich an die Vereinbarungen mit den Geldgebern halten, die Griechenland zuletzt mit 35 Mrd. EUR unter die Arme gegriffen hätten. Die Einhaltung der Vereinbarungen sei "der einzige Weg", damit Griechenland aus der Krise herauskomme.
Einhaltung der Abmachungen und wieder darüber verhandeln wollen? Irgendwie passe das nicht zusammen und klinge wie ein neues Hü und Hott, das man von Alexis Tsipras schon länger kenne.
So wie sich beispielsweise Fußballvereine in der deutschen Fußballbundesliga durch Kauf, Verkauf und Tausch von Spielern neu aufstellen würden, so könne dies durchaus auch bei Unternehmen Sinn machen. Gleich zwei namhafte Unternehmen hätten sich diesem sportlichen Vorbild angeschlossen und "wechselten" ihre Fremdfinanzierungsstruktur durch Aktivitäten am Primär- und Sekundärmarkt für Corporate Bonds durch.
So sei es gekommen, dass sich der spanische Versorger Iberdrola entschlossen habe, ein Rückkaufangebot im Volumen von insgesamt 500 Mio. EUR anzubieten. Dies betreffe die Altanleihen (ISIN XS0767977811 / WKN A1G3BC), Kupon 4,25%, Laufzeitende 11.10.2018 und (ISIN XS0548801207 / WKN A1A2CS), Kupon 3,5%, Laufzeitende 13.10.2016. Das Zeitfenster für die Teilnahme am Rückkaufangebot sei auf die Zeit vom 7. bis 11. September 2015 begrenzt. Der Rückkaufpreis für jede Anleihe werde vom Rückkäufer noch festgelegt und zwar abhängig von Summe und Preis der zum Rückkauf angebotenen Bonds.
Im Gegenzug habe Iberdrola eine neue 8-jährige Anleihe (ISIN XS1291004270 / WKN A1Z6KD) im Volumen des Rückkaufs von 500 Mio. EUR emittiert. Der jährliche Kupon des neuen Bond betrage 1,75% und bleibe bis zum Laufzeitende am 17.09.2023 konstant. Dadurch reduziere das Unternehmen seine Zinslast merklich. Die Anleihe sei mit +100 bps über Mid Swap gepreist worden. Folglich habe der Ausgabepreis bei 99,822% gelegen. Durch die Mindestanlagesumme von 100.000 EUR richte sich die Anleihe hauptsächlich an institutionelle Investoren.
Eine ähnliche Idee habe der französische Baustoffproduzent Lafarge S.A. gehabt. Dabei sei aber nur ein Rückkaufangebot für diverse Altemissionen in Gesamtsumme von 1,75 Mrd. EUR veröffentlicht worden. Das Zeitfenster für den Rückkauf sei vom 7. September bis zum 15. September 2015 geöffnet. Die entsprechenden Rückkaufpreise würden pro Anleihe variieren und würden anhand des interpolierten Mid Swaps plus eines Aufschlags abhängig der Laufzeit ermittelt. Für weitere Details sei an dieser Stelle auf die Internetseite des Unternehmens verwiesen. Der Tender diene dem Abschluss der Fusion zwischen Lafarge S.A. und Holcim Ltd. und solle helfen, die Finanzstruktur zu verbessern, indem die zukünftig aufzuwenden Zinskosten reduziert würden.
Kapitalbedarf habe auch der Automobilhersteller Toyota gezeigt. Das Unternehmen habe eine 6-jährige Anleihe (ISIN XS1288335521 / WKN A1Z55Y) im Gesamtvolumen von 750 Mio. EUR begeben. Der Zinssatz betrage 1% jährlich und bleibe während der gesamten Laufzeit unverändert. Das Papier laufe bis zum 09.03.2021 und sei mit +50 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Emissionspreis von 99,911% entsprochen habe. Durch die Mindestanlagesumme von 1.000 EUR könnte der Bond auch für private Investoren interessant sein.
Ein weiteres namhaftes Unternehmen am Primärmarkt sei der spanische Telekommunikationsdienstleister Telefónica gewesen, der eine Anleihe (ISIN XS1290729208 / WKN A1Z6JB) im Volumen von 1 Mrd. EUR mit einer Laufzeit bis zum 14.09.2021 begeben habe. Der Emittent zahle einen jährlichen Zins von 1,477% an den Investor. Das Preising bei 100% habe ein Plus von 98 bps über Mid Swap bedeutet. Durch die Mindestanlagesumme von 100.000 EUR richte sich diese Anleihe überwiegend an den institutionellen Anlegerkreis.
Auch in der Phase nach dem Roll-Over werde der Rentenhandel weiterhin von den Turbulenzen an den Aktien- und Devisenmärkten beherrscht. Auch wenn die Intensität der Fluchtbewegung in Staatsanleihen nicht mehr so ausgeprägt sei wie das früher einmal gewesen sei, so würden Verwerfungen bei den Notierungen auch weiterhin Kurssprünge bei bestimmten Anleihen nach sich ziehen. Zu groß seien allerdings weltweit die Unsicherheitsfaktoren, um schon bald auf weniger volatile Märkte hoffen zu können. Vieles spreche grundsätzlich gegen steigende Kapitalmarktzinsen und zusätzlich würden Notenbanken versuchen, das ihnen Mögliche dazu beizutragen.
In diesem Zusammenhang sei der Hinweis gestattet, dass in den kommenden Wochen der Außenwert des Euros die Tendenz am Rentenmarkt bestimmen werde. Sollten ausländische Investoren sich genötigt sehen, Währungs- und Kursgewinne mitzunehmen, so würden sich Rentenhändler mit einer Verkaufswelle konfrontiert sehen, die seines Gleichen suche. Ob und wann dies eintreten werde, bleibe aber auch in den kommenden Tagen im Dunkeln. Dennoch sollte man vorsichtig mit Neuengagements sein und das Sentiment der Märkte im Auge behalten.
Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen, sei die Chartanalyse ein probates Mittel. Als Unterstützungslinie werde weiterhin das Tief vom 01.09. bei 152,75% angesehen und der Blick nach oben richte sich auf den Bereich um 155,50% (mehrere Hochs und Tiefs im August).
Wegen der verkürzten Handelswoche hätten sich in den USA die Investoren schnell entscheiden müssen, ob sie tendern würden oder nicht. Innerhalb von drei Tagen seien die üblichen Geldmarkttitel sowie T-Notes mit einer Laufzeit von 3 und 10 Jahren sowie T-Bonds, die erst in 30 Jahren endfällig würden, begeben worden. Das Gesamtvolumen belaufe sich auf 132 Mrd. USD.
Zur gleichen Zeit hätten die Staaten in Euroland ihre finanziellen Verpflichtungen infolge von endfälligen Wertpapieren in Höhe von 15 Mrd. EUR annähernd durch die Neubegebung von Anleihen gedeckt. Den Auftakt hätten die Niederlande mit einer Aufstockung der 2047 endfälligen Altemission (ISIN NL0010721999 / WKN A1ZDY6) gemacht.
Am Dienstag sei die Bundesrepublik Deutschland diesem Beispiel mit einer Volumenserhöhung der inflationsindexierten Anleihe (ISIN DE0001030559 / WKN 103055, 2030) um 1 Mrd. EUR auf 6 Mrd. EUR gefolgt. Die Zuteilung der 1,5-fach überzeichneten Anleihe sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,23% erfolgt. Und am gestrigen Mittwoch sei auch die aktuelle 10-jährige Anleihe (ISIN DE0001102382 / WKN 110238) um 4 Mrd. EUR auf insgesamt 13 Mrd. EUR erweitert worden. Bei der technisch unterzeichneten Anleihe hätten die Investoren infolge des gewogenen Durchschnittskurses von 102,92% eine durchschnittliche Rendite von 0,69% erzielt.
Die Vereinigten Staaten von Amerika hätten sich über ein verlängertes Wochenende freuen können. Jeweils am ersten Montag im September werde der Labor Day gefeiert. Aus diesem Grund habe das Börsengeschehen zu Wochenbeginn in Übersee geruht.
In Europa hingegen sei alles seinen gewohnten Gang gegangen. So hätten die Marktteilnehmer ihre Blicke auf die Kurstafeln gerichtet und das Marktgeschehen hierzulande verfolgt. Die Entwicklung des Euros habe dabei einem Zick-Zack-Kurs entsprochen. Habe er sich in der vergangenen Woche noch bis auf 1,1331 USD hochhangeln können, so hätten die jüngsten Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi für einen kräftigen Rücksetzer gesorgt.
Die Aussicht auf weiterhin billiges Geld durch die EZB habe die Einheitswährung in kürzester Zeit bis auf 1,1086 USD zurückfallen lassen, den niedrigsten Stand seit dem 18. August 2015. Die technische Gegenreaktion habe allerdings nicht lange auf sich warten lassen und so sei die Gemeinschaftswährung wieder auf 1,1228 USD geklettert. Das Auf- und Ab am Devisenmarkt wird uns auch zukünftig erhalten bleiben, denn es stehen noch wichtige Themen mit offenem Ausgang auf der Agenda, wie die Zinspolitik der FED sowie die baldigen Neuwahlen in Griechenland, so die Analysten der Baader Bank. Aktuell notiere die gemeinsame Währung EUR bei 1,1191 USD.
Einer ganz anderen Art von Problemen sehe sich die Türkische Lira ausgesetzt. Die neuerlichen Kämpfe zwischen Regierung und kurdischen Rebellen hätten die ohnehin angeschlagene Währung vom Bosporus erneut auf Talfahrt gebracht. Noch vor wenigen Wochen sei die Türkische Lira auf ein Allzeittief zum Euro bei 3,4704 TRY (24. August 2015) gefallen, um sich anschließend kurzzeitig auf 3,2560 zu erholen. Nun sei jedoch der erneute Abverkauf bis zur Marke von 3,4418 TRY gefolgt.
Bei einer solchen Devisenkursentwicklung seien verstärkt Handelsaktivitäten in den entsprechenden Währungsanleihen zu verzeichnen gewesen. Aber auch Fremdwährungsanleihen auf Norwegische Kronen, Südafrikanische Rand und Brasilianische Real hätten im Fokus der Anleger gestanden.
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Deshalb sorge eine solche Perspektive für schlechte Stimmung - im Land selbst und natürlich auch bei der Exportwirtschaft der restlichen Welt. Es seien andere Zeiten angebrochen, meine Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer, und blicke wehmütig auf einst zweistellige Wachstumsraten im Reich der Mitte zurück. Dabei seien es vor allem strukturelle Probleme, die sich in China jetzt Bahn brechen würden.
Da sei zum einen der hohe Schuldenstand, der in einer Größenordnung von 280% des jährlichen Bruttoinlandsproduktes des Landes liege. Und da sei zum anderen das langsame Tempo, mit dem Reformen hin zu mehr Rechtsstaatlichkeit angegangen würden. Eklatante Mängel hätten sich zuletzt bei der Explosionskatastrophe in der Hafenstadt Tianjin gezeigt. Erschwerend komme ein neues nationales Sicherheitsgesetz hinzu, das im Endeffekt die Ausspähung von Servern ausländischer Unternehmen erleichtern könnte.
Das seien die einen, handfesten Aspekte, die wie Bremsklötze für den Außenhandel wirken würden. Auf der anderen Seite baue sich nun auch ein geldpolitisches Szenario auf, in dessen Rahmen die People's Bank of China der Europäischen Zentralbank (EZB) die Strategie durchkreuzen könnte. Schon seit einiger Zeit falle das starke Abschmelzen des Billionen schweren Devisenbergs Chinas auf, der sich von Juli bis August um rund 94 Mrd. auf 3,56 Bill. US-Dollar verkleinert habe.
Dies deute darauf hin, dass die chinesische Notenbank den Yuan mit Devisenverkäufen massiv stütze. Die Folge könnte eine "quantitative Straffung" (Quantitative Tightening) in den Industrieländern sein - also eine ungewollte geldpolitische Straffung, sollte China seine Anlagen in den Industrienationen auflösen und Devisen verkaufen. Eine solche Entwicklung könne dazu führen, dass die Marktzinsen in den Industrienationen steigen würden, obwohl die dortigen Notenbanken ihren lockeren Kurs fortsetzen würden. Der EZB, die ja gerade mit geldpolitischen Lockerungen Konjunktur und Inflation anheizen wolle, würde ein solches Szenario völlig zuwiderlaufen.
Nachdem der chinesische Außenhandel nun auch im August hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, werde unter Analysten über weitere staatliche Stützungsmaßnahmen spekuliert. Eine Ankurbelung der Inlandsnachfrage durch weitere Lockerungen der Geld- und Fiskalpolitik sei von Peking jedenfalls zu erwarten. Habe die Notenbank doch bereits nach ebenfalls schlecht ausgefallenen Exportzahlen vom Juli eine Abwertung der Landeswährung Yuan vorgenommen. Und seit Beginn der Talfahrt habe Peking bisher mehr als 200 Mrd. EUR zur Stützung des Aktienmarkts aufgewandt.
Laut Reuters habe die Regierung bereits angekündigt, der heimischen Wirtschaft mit insgesamt 10 Mrd. EUR unter die Arme zu greifen. Ein weiterer Schritt sei diese Woche mit der Einführung einer Steuerkürzung erfolgt: Wer Aktien künftig länger als ein Jahr halte, solle auf die Dividenden keine Steuern mehr zahlen müssen. Peking feuere aus allen Rohren, um eine Katastrophe an der Börse zu verhindern und den Yuan zu stützen, resümiere die Wirtschaftswoche. Aufgrund dieser Perspektive seien die Aktienmärkte im Reich der Mitte zumindest kurzfristig auf einen Erholungskurs geschwenkt.
Der Tag der Entscheidung rücke näher. In der kommenden Woche würden die amerikanischen Notenbanker unter Vorsitz ihrer Präsidentin Janet Yellen auf einer zweitägigen Sitzung über die künftige Geldpolitik der USA beraten. Viele Börsianer würden zwar Krimis lieben, aber die Spannung, die in diesem Fall aufgebaut worden sei, lasse viele Marktakteure verzweifeln. Denn mit der reinen Beurteilung der Konjunkturdaten komme man nicht mehr weiter.
Zu unterschiedlich seien die Zahlen, als dass man sich klar als Taube oder Falke outen könnte. Im schlimmsten Fall bedeute dies, dass alle Mitglieder des Boards sich im Vorfeld der Sitzung sicherlich eine Meinung gebildet hätten, die Entscheidung für oder wider eine Zinserhöhung allerdings erst nach intensiver Diskussion spontan getroffen werde. Man könnte auch sagen, dass momentan niemand bei der FED wisse, ob die Zinsen im September erhöht würden oder nicht. Man sollte sich also überraschen lassen!
Der so sehnsüchtig erwartete US-Arbeitsmarktbericht habe auch kein Licht ins Dunkel bringen können, aber dennoch stünden die Zeichen momentan leicht auf Zinserhöhung im September bzw. Oktober, da die Marktpsychologie jetzt mehr denn je zum Tragen komme. Habe man zuletzt vermehrt um die Stabilität der Finanzmärkte in China bangen müssen, so seien die dortigen Verwerfungen zuletzt mit Milliarden aus der Staatskasse bekämpft worden. Die dadurch erzielte Beruhigung der Märkte könnte zusammen mit der Entwicklung an den Devisenmärkten die Grundlage sein, mit der die erste Zinserhöhung seit 2006 gerechtfertigt werden könne.
Auch mit größeren Verwerfungen am US-Bondmarkt dürfte nicht zu rechnen sein. Wie sich allerdings die Kurse anderer Anleihen entwickeln würden, die sehr wohl in Abhängigkeit zu den US-Bonds gehandelt würden, bleibe abzuwarten. Vor solchen Verwerfungen warne insbesondere der Chefvolkswirt der Weltbank und gebe daher den Notenbankern den Rat mit auf den Weg, noch abzuwarten. Da die amerikanische Notenbank aber schon oft bewiesen habe, dass sie ihre Geldpolitik am Wohle der USA und nicht anderer Staaten ausrichte, sei für Spannung bis zur letzten Sekunde gesorgt.
Europäische Großbanken müssten mit Mindestkapitalquoten seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen. Wie zu hören sei, habe die EZB-Bankenaufsicht dies für den Euro-Raum beschlossen. Wie hoch die Mindestkernkapitalquoten sein würden, sei zwar noch nicht öffentlich, solle aber für den Großteil der Banken im Euro-Raum schon feststehen.
Bereits seit längerer Zeit würden auch die 123 wichtigsten Institute der Euro-Zone mit neuen Vorgaben rechnen. Die Banken würden in Kürze darüber informiert und hätten dann zwei Wochen Zeit, darauf zu antworten, habe die Nachrichtenagentur Reuters vermeldet. Die endgültige Fixierung könnte dann im November kommen.
Rund 80% der von der EZB beaufsichtigten Institute würden voraussichtlich eine Quote zwischen 9% und 12% erfüllen müssen und etwa der Hälfte der Institute würden ca. 10% abverlangt, wie bereits vor der EZB-Entscheidung durchgesickert sei. Einige deutsche Landesbanken hätten bisher die Mindesthürde von 7% erfüllen müssen, müssten nun aber mit höheren Kernkapitalquoten rechnen. Von der Deutschen Bank würden bisher mindestens 10% hartes Eigenkapital verlangt.
Laut dem Präsidenten der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, sei die Prüfung durch die europäische Bankenaufsicht SREP (Supervisory Review and Evaluation Process) umfangreicher gewesen als bei der letzten Festlegung der Quote. Die meisten deutschen Institute müssten sich deshalb auf höhere Mindestkernkapitalquoten einstellen.
In der Konsequenz könnten die neuen Auflagen dazu führen, dass kapitalintensive Geschäfte aufgegeben würden oder dafür mehr Kapital aufgenommen werden müsse, was diese Geschäfte teurer werden lasse.
Katar folge dem Beispiel Saudi Arabiens und gehe erstmals seit Langem wieder an den Kapitalmarkt. Da der niedrige Ölpreis die Reserven des Landes dahinschmelzen lasse, habe das Emirat eine Anleihe im Volumen von 4,1 Mrd. US-Dollar begeben. Der Bond sei am 1. September institutionellen Anlegern angeboten worden und sei prompt 4-fach überzeichnet worden. Angaben zu Laufzeit oder Ausgabepreis seien nicht gemacht worden. Lokale Banken dürften die größten Abnehmer der Bonds sein.
Doch der Staat Katar sei bereits als Emittent an den Börsen mit zwei Anleihen gelistet. Ein bis 1/2020 laufender Bond von Katar, der 2009 emittiert worden sei, rentiere mit ca. 2,14%. Das Papier notiere bei rund 112,925% und liege damit unter seinem Zwölfmonatshoch von 115,50%, das am 30.01.2015 erreicht worden sei. Auch ein Langläufer aus dem Emirat (ISIN XS0113419690 / WKN 614490), der 6/2030 fällig werde, liege bei einem Kurs von ca. 164,25% unter seinem Jahreshoch von 171,85% vom 21.04. des Jahres.
Der Bond rentiere mit rund 4,00%. Beide Titel würden an der Börse München gehandelt.
Katar benötige nach Angaben des IWF einen Ölpreis von 59,1 US-Dollar pro Barrel, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. 90% aller Einnahmen Katars würden aus dem Verkauf von Öl und Gas stammen und somit sei es problematisch geworden, als Anfang September der Ölpreis unter die Marke von 45 US-Dollar pro Barrel gefallen sei. Neben diesem Aspekt solle die Emission der Staatsanleihen die lokale Finanzbranche ankurbeln, habe es aus Katar geheißen.
Zuvor habe die größte Volkswirtschaft der Region, Saudi Arabien, angekündigt, in diesem Jahr Anleihen im Wert von 27 Mrd. Dollar zu begeben, die während des gesamten Jahres an den internationalen Finanzmärkten platziert werden sollten. Dass die Saudis eine Anleihe emittiert hätten, habe sich zuletzt im Jahre 2007 ereignet.
Griechenlands zurückgetretener Ministerpräsident Alexis Tsipras wolle auch nach einem Erfolg bei den Wahlen am 20. September das Abkommen mit den internationalen Geldgebern einhalten. Das habe er jüngst bei einer Pressekonferenz in Thessaloniki gesagt. Griechische Zeitungen hätten zwischendurch auch schon mal etwas anderes berichtet. Allerdings wolle Tsipras im Falle eines Sieges bei den anstehenden Wahlen wieder in die Verhandlungen über den Abbau des Schuldenberges einsteigen. Dem hätten auch die Gläubiger schon zugestimmt, habe er hinzugefügt.
Tsipras habe versichert, Athen werde sich an die Vereinbarungen mit den Geldgebern halten, die Griechenland zuletzt mit 35 Mrd. EUR unter die Arme gegriffen hätten. Die Einhaltung der Vereinbarungen sei "der einzige Weg", damit Griechenland aus der Krise herauskomme.
Einhaltung der Abmachungen und wieder darüber verhandeln wollen? Irgendwie passe das nicht zusammen und klinge wie ein neues Hü und Hott, das man von Alexis Tsipras schon länger kenne.
So wie sich beispielsweise Fußballvereine in der deutschen Fußballbundesliga durch Kauf, Verkauf und Tausch von Spielern neu aufstellen würden, so könne dies durchaus auch bei Unternehmen Sinn machen. Gleich zwei namhafte Unternehmen hätten sich diesem sportlichen Vorbild angeschlossen und "wechselten" ihre Fremdfinanzierungsstruktur durch Aktivitäten am Primär- und Sekundärmarkt für Corporate Bonds durch.
Im Gegenzug habe Iberdrola eine neue 8-jährige Anleihe (ISIN XS1291004270 / WKN A1Z6KD) im Volumen des Rückkaufs von 500 Mio. EUR emittiert. Der jährliche Kupon des neuen Bond betrage 1,75% und bleibe bis zum Laufzeitende am 17.09.2023 konstant. Dadurch reduziere das Unternehmen seine Zinslast merklich. Die Anleihe sei mit +100 bps über Mid Swap gepreist worden. Folglich habe der Ausgabepreis bei 99,822% gelegen. Durch die Mindestanlagesumme von 100.000 EUR richte sich die Anleihe hauptsächlich an institutionelle Investoren.
Eine ähnliche Idee habe der französische Baustoffproduzent Lafarge S.A. gehabt. Dabei sei aber nur ein Rückkaufangebot für diverse Altemissionen in Gesamtsumme von 1,75 Mrd. EUR veröffentlicht worden. Das Zeitfenster für den Rückkauf sei vom 7. September bis zum 15. September 2015 geöffnet. Die entsprechenden Rückkaufpreise würden pro Anleihe variieren und würden anhand des interpolierten Mid Swaps plus eines Aufschlags abhängig der Laufzeit ermittelt. Für weitere Details sei an dieser Stelle auf die Internetseite des Unternehmens verwiesen. Der Tender diene dem Abschluss der Fusion zwischen Lafarge S.A. und Holcim Ltd. und solle helfen, die Finanzstruktur zu verbessern, indem die zukünftig aufzuwenden Zinskosten reduziert würden.
Kapitalbedarf habe auch der Automobilhersteller Toyota gezeigt. Das Unternehmen habe eine 6-jährige Anleihe (ISIN XS1288335521 / WKN A1Z55Y) im Gesamtvolumen von 750 Mio. EUR begeben. Der Zinssatz betrage 1% jährlich und bleibe während der gesamten Laufzeit unverändert. Das Papier laufe bis zum 09.03.2021 und sei mit +50 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Emissionspreis von 99,911% entsprochen habe. Durch die Mindestanlagesumme von 1.000 EUR könnte der Bond auch für private Investoren interessant sein.
Ein weiteres namhaftes Unternehmen am Primärmarkt sei der spanische Telekommunikationsdienstleister Telefónica gewesen, der eine Anleihe (ISIN XS1290729208 / WKN A1Z6JB) im Volumen von 1 Mrd. EUR mit einer Laufzeit bis zum 14.09.2021 begeben habe. Der Emittent zahle einen jährlichen Zins von 1,477% an den Investor. Das Preising bei 100% habe ein Plus von 98 bps über Mid Swap bedeutet. Durch die Mindestanlagesumme von 100.000 EUR richte sich diese Anleihe überwiegend an den institutionellen Anlegerkreis.
Auch in der Phase nach dem Roll-Over werde der Rentenhandel weiterhin von den Turbulenzen an den Aktien- und Devisenmärkten beherrscht. Auch wenn die Intensität der Fluchtbewegung in Staatsanleihen nicht mehr so ausgeprägt sei wie das früher einmal gewesen sei, so würden Verwerfungen bei den Notierungen auch weiterhin Kurssprünge bei bestimmten Anleihen nach sich ziehen. Zu groß seien allerdings weltweit die Unsicherheitsfaktoren, um schon bald auf weniger volatile Märkte hoffen zu können. Vieles spreche grundsätzlich gegen steigende Kapitalmarktzinsen und zusätzlich würden Notenbanken versuchen, das ihnen Mögliche dazu beizutragen.
In diesem Zusammenhang sei der Hinweis gestattet, dass in den kommenden Wochen der Außenwert des Euros die Tendenz am Rentenmarkt bestimmen werde. Sollten ausländische Investoren sich genötigt sehen, Währungs- und Kursgewinne mitzunehmen, so würden sich Rentenhändler mit einer Verkaufswelle konfrontiert sehen, die seines Gleichen suche. Ob und wann dies eintreten werde, bleibe aber auch in den kommenden Tagen im Dunkeln. Dennoch sollte man vorsichtig mit Neuengagements sein und das Sentiment der Märkte im Auge behalten.
Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen, sei die Chartanalyse ein probates Mittel. Als Unterstützungslinie werde weiterhin das Tief vom 01.09. bei 152,75% angesehen und der Blick nach oben richte sich auf den Bereich um 155,50% (mehrere Hochs und Tiefs im August).
Wegen der verkürzten Handelswoche hätten sich in den USA die Investoren schnell entscheiden müssen, ob sie tendern würden oder nicht. Innerhalb von drei Tagen seien die üblichen Geldmarkttitel sowie T-Notes mit einer Laufzeit von 3 und 10 Jahren sowie T-Bonds, die erst in 30 Jahren endfällig würden, begeben worden. Das Gesamtvolumen belaufe sich auf 132 Mrd. USD.
Zur gleichen Zeit hätten die Staaten in Euroland ihre finanziellen Verpflichtungen infolge von endfälligen Wertpapieren in Höhe von 15 Mrd. EUR annähernd durch die Neubegebung von Anleihen gedeckt. Den Auftakt hätten die Niederlande mit einer Aufstockung der 2047 endfälligen Altemission (ISIN NL0010721999 / WKN A1ZDY6) gemacht.
Am Dienstag sei die Bundesrepublik Deutschland diesem Beispiel mit einer Volumenserhöhung der inflationsindexierten Anleihe (ISIN DE0001030559 / WKN 103055, 2030) um 1 Mrd. EUR auf 6 Mrd. EUR gefolgt. Die Zuteilung der 1,5-fach überzeichneten Anleihe sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,23% erfolgt. Und am gestrigen Mittwoch sei auch die aktuelle 10-jährige Anleihe (ISIN DE0001102382 / WKN 110238) um 4 Mrd. EUR auf insgesamt 13 Mrd. EUR erweitert worden. Bei der technisch unterzeichneten Anleihe hätten die Investoren infolge des gewogenen Durchschnittskurses von 102,92% eine durchschnittliche Rendite von 0,69% erzielt.
Die Vereinigten Staaten von Amerika hätten sich über ein verlängertes Wochenende freuen können. Jeweils am ersten Montag im September werde der Labor Day gefeiert. Aus diesem Grund habe das Börsengeschehen zu Wochenbeginn in Übersee geruht.
In Europa hingegen sei alles seinen gewohnten Gang gegangen. So hätten die Marktteilnehmer ihre Blicke auf die Kurstafeln gerichtet und das Marktgeschehen hierzulande verfolgt. Die Entwicklung des Euros habe dabei einem Zick-Zack-Kurs entsprochen. Habe er sich in der vergangenen Woche noch bis auf 1,1331 USD hochhangeln können, so hätten die jüngsten Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi für einen kräftigen Rücksetzer gesorgt.
Die Aussicht auf weiterhin billiges Geld durch die EZB habe die Einheitswährung in kürzester Zeit bis auf 1,1086 USD zurückfallen lassen, den niedrigsten Stand seit dem 18. August 2015. Die technische Gegenreaktion habe allerdings nicht lange auf sich warten lassen und so sei die Gemeinschaftswährung wieder auf 1,1228 USD geklettert. Das Auf- und Ab am Devisenmarkt wird uns auch zukünftig erhalten bleiben, denn es stehen noch wichtige Themen mit offenem Ausgang auf der Agenda, wie die Zinspolitik der FED sowie die baldigen Neuwahlen in Griechenland, so die Analysten der Baader Bank. Aktuell notiere die gemeinsame Währung EUR bei 1,1191 USD.
Einer ganz anderen Art von Problemen sehe sich die Türkische Lira ausgesetzt. Die neuerlichen Kämpfe zwischen Regierung und kurdischen Rebellen hätten die ohnehin angeschlagene Währung vom Bosporus erneut auf Talfahrt gebracht. Noch vor wenigen Wochen sei die Türkische Lira auf ein Allzeittief zum Euro bei 3,4704 TRY (24. August 2015) gefallen, um sich anschließend kurzzeitig auf 3,2560 zu erholen. Nun sei jedoch der erneute Abverkauf bis zur Marke von 3,4418 TRY gefolgt.
Bei einer solchen Devisenkursentwicklung seien verstärkt Handelsaktivitäten in den entsprechenden Währungsanleihen zu verzeichnen gewesen. Aber auch Fremdwährungsanleihen auf Norwegische Kronen, Südafrikanische Rand und Brasilianische Real hätten im Fokus der Anleger gestanden.
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