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Renten: Bankenunion als Basis für europäische Fusionen
21.09.18 08:45
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) drückt beim Thema Bankenunion aufs Tempo, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Sowohl EZB-Chef Mario Draghi als auch Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hätten in dieser Woche das Thema erneut auf die Agenda gebracht. Draghi habe sich zuversichtlich geäußert, dass bald "bedeutende Schritte" in diese Richtung unternommen würden - was immer das heißen möge. Bekanntlich solle die europäische Bankenunion auf einem gemeinsamen Mechanismus für die Aufsicht und Abwicklung von Instituten der EU sowie einer gemeinsamen Einlagensicherung beruhen. Letztere werde insbesondere in Deutschland zumindest skeptisch gesehen.
Was nun in der Diskussion an Bedeutung gewinne, sei die Frage grenzüberschreitender Zusammenschlüsse von Geldhäusern. Nicht nur niedrige Rentabilität, sondern insbesondere die Unsicherheit über die Bewertung von Altlasten hätten so manche Bank davon abgehalten, andere Institute im europäischen Ausland zu übernehmen. Und hier komme plötzlich die Deutsche Bank ins Spiel. Erst wenn die Bankenunion stehe, werde die lang erwartete Konsolidierung kommen, werde Christian Sewing, Chef des schwächelnden deutschen Marktführers, dazu zitiert. Dies bedeute, die Deutsche Bank müsse also noch bis zur Vollendung der Bankenunion warten, um durch europäische Übernahmen wieder an Stärke gewinnen zu können. Immerhin werde dem Frankfurter Geldhaus bei diesem Prozess eine führende Rolle zugetraut.
Nicht von ungefähr habe auch Finanzminister Olaf Scholz vor Kurzem eine Vollendung der europäischen Bankenunion angemahnt - und zwar genau aus diesem Grund: Damit große europäische Banken entstehen könnten, die die großen europäischen Unternehmen auch begleiten könnten. Die Bankenunion werde also als Voraussetzung einer starken europäischen Bankenindustrie gesehen, die den enteilten US-Banken Paroli bieten könnte.
Um große europäische Konzerne weltweit betreuen zu können, sei es sicher sinnvoll ein oder mehrere starke Institute im heimischen Europa zu haben. Um aber im Sinne einer Chance auf ein Wiedererstarken etwa der Deutschen Bank, gegebenenfalls auch der Commerzbank, die Vollendung der europäischen Bankenunion zu forcieren, dürfe deren Knackpunkt aus deutscher Sicht, eine gemeinsame Einlagensicherung (Edis), nicht übersehen werden. Villeroy spreche hier von der Notwendigkeit, einen "pragmatischen Kompromiss" zu finden. Dies könne aber nicht bedeuten, dass heimische Institute in Haftung genommen würden, wenn Banken andernorts in Schieflage geraten würden. Erst der Abbau von Altrisiken könne aus Sicht der Analysten eine funktionierende Basis für Edis bilden, aber der Weg dahin sei noch lang. Ende des ersten Quartals 2018 hätten immerhin noch faule Kredite im Wert von 688 Mrd. EUR in den Büchern der Institute der Eurozone gestanden.
Jetzt sei es amtlich. Der expansive Kurs der Geldschwemme durch die Europäische Zentralbank (EZB) neige sich langsam, sehr langsam ihrem Ende entgegen. Die Notenbank habe erwartungsgemäß das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe von Oktober an auf 15 Mrd. EUR halbiert. Ein Ende des insbesondere in Deutschland umstrittenen Programms zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen würden die Währungshüter unverändert zum Jahresende 2018 vorsehen. Die Entscheidungen des EZB-Rats in der vergangenen Woche aber würden auch klar machen, dass die Phase extrem niedriger Zinsen und der damit verbundenen Geldschwemme noch lange anhalten werde. So verharre der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,0%. Außerdem müssten Geschäftsbanken weiterhin 0,4% Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken würden.
Auch die britische Notenbank habe ihre Zinsen in der vergangenen Woche nicht angetastet und den Leitzins bei 0,75% belassen. Ebenso bleibe auch die Bank of Japan (BoJ) auf Kurs. Sie setze ihre extrem lockere Geldpolitik fort. Die Zentralbank habe den sogenannten kurzfristigen Einlagensatz bei minus 0,1% belassen. In der kommenden Woche folge am 26.9. die US-Notenbank FED, die ihren moderaten Zinsanhebungskurs fortsetzen dürfte. Die Zielspanne für die FED Funds Rate dürfte um 25 BP auf dann 2,00% bis 2,25% erhöht werden. Mit einer weiteren Leitzinsanhebung sei auf der FED Sitzung Ende des Jahres zu rechnen.
Weil die Türkei als ein Schlüsselland in der Währungskrise der Schwellenländer gelte, hätten die Märkte vergangene Woche gebannt auf die Türkische Zentralbank gestarrt. Aufgrund der Währungsschwäche der Türkischen Lira sei eine Zinserhöhung nach volkswirtschaftlichem Kalkül zwar geboten gewesen, doch wiederholt habe zuvor Recep Tayyip Erdogan klargemacht, wie wenig er von einer Zinserhöhung halte. Doch trotz der Drohungen des autokratischen Staatschefs habe die Notenbank die Zinsen deutlich angehoben. So sei der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld von 17,75% auf 24% überraschend stark erhöht worden. Darauf habe die Türkische Lira mit einem Sprung um rund 3% reagiert.
Die Zentralbanker, die mit einer ausufernden Inflation zu kämpfen hätten, hätten damit Mumm bewiesen, nachdem Erdogan im Vorfeld der Notenbanksitzung gar niedrigere Zinsen gefordert habe. Für die Zentralbank sei die Zinsentscheidung Ende vergangener Woche ein wichtiger Schritt gewesen. Ob sie sich auf Dauer unabhängig von Erdogan halten könne, müsse sich erst noch zeigen. Die Probleme der Türkei seien aber nicht allein der Zentralbank geschuldet. Eine große Rolle spiele die hohe Auslandsverschuldung und das schwache Wirtschaftswachstum. Dies habe sich bereits diese Woche an den Devisenmärkten widergespiegelt, wo die Türkische Lira wieder an Wert verloren habe. Die Leitzinserhöhung sei nur eine kurze Atempause für Ankara gewesen.
Die Kapitalmärkte würden dem eskalierenden Handelsstreit trotzen, den D. T., der Unberechenbare, mit China vom Zaun gebrochen habe. An der Wall Street hätten die Kurse zum Wochenbeginn dennoch angezogen, und auch der DAX habe zulegen können. Dagegen seien die als sicherer Hafen geltenden Staatsanleihen weniger gefragt gewesen, was an einem bis 8/2028 laufenden Bond (ISIN US9128284V99 / WKN A194FL) deutlich werde. Die in US-Dollar notierende Staatsanleihe sei auf ihren niedrigsten Stand (98,25%) seit einem Jahr gefallen und habe, wohlgemerkt in Dollar, mit 3,08% rentiert.
ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr habe dem "Handelsblatt" gegenüber gesagt, auch deutsche Firmen würden die Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits zu spüren bekommen, sie seien aber verkraftbar. Wenn Zölle und Gegenzölle allmählich zur Gewohnheit an den Börsen würden, sollte man aufpassen, nicht blind für deren Gefahren zu werden. Die Märkte vieler Volkswirtschaften würden bereits heiß laufen und zum Teil hohe Bewertungen aufweisen. Da könne eine heftige Störung, wie sie Trumps Eskalationspolitik auslösen könne, schnell zu einer Kettenreaktion führen.
Und die neue Eskalationsstufe des Handelsstreits habe es in sich. Nachdem Trump am Montag Strafzölle von 10% (die 2019 auf 25% steigen sollten) auf Warenimporte aus China im Wert von 200 Mrd. US-Dollar angekündigt habe, sei am Tag darauf der Konter aus Peking gefolgt, das Strafzölle auf Importe aus den USA im Wert von 60 Mrd. US-Dollar verhängt habe. Zuvor hätten bereits beide Länder gegenseitig Strafzölle auf Waren im Wert von jeweils rund 50 Mrd. US-Dollar erhoben.
Da China nur US-Waren über 130 Mrd. US-Dollar einführe, könne Peking die Spirale von Zöllen und Gegenzöllen nicht unendlich weitertreiben. Allerdings habe China bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass es immer wieder willens gewesen sei, traditionelle Beschränkungen des Marktzugangs anzuwenden. Sollte sich Peking auf diese Strategie zurückbesinnen, würden Störungen in den globalen Lieferketten drohen, die wiederum die Weltwirtschaft treffen könnten. Aber auch Firmen wie Starbucks, Apple und Nike hätten kein Interesse, dass ihre Milliardengeschäfte im Reich der Mitte behindert würden, würden sie in China doch von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren. Für den Fall, dass China mit Gegenmaßnahmen auf Trumps jüngste Eskalationsstufe reagieren würde, habe der US-Präsident jedenfalls Extrazölle auf weitere 267 Mrd. US-Dollar Warenimporte aus China avisiert.
Tatsächlich könnte aber auch Europa zum Profiteur des Handelsstreits zwischen China und den USA werden - ganz nach dem Motto: Wenn sich zwei streiten würden, freue sich der Dritte. Lasse sich China etwa zu Zugeständnissen im Rahmen der WTO drängen, so Ifo-Ökonom Felbermayr dem "Spiegel" gegenüber, könnte dies der wettbewerbsfähigen deutschen Industrie deutlich mehr nutzen als der amerikanischen, so sein Kalkül.
Man fühle sich bei dem ganzen Streit an das Film-Duell der Monster Godzilla und King Kong, auch bekannt unter dem Titel "Schlachtfest der Giganten", erinnert, die in den frühen 1960er-Jahren gnadenlos aufeinander eingeschlagen hätten. Am Ende würden beide Ungeheuer durch ein plötzliches Erdbeben ins Meer stürzen. Godzilla tauche nicht mehr auf, und King Kong schwimme in seine Heimat zurück.
Sir Sebastian Wood wähle seine Worte mit Bedacht, was angesichts der radikalen Minderheit unter seinen Landsleuten, die immer noch lautstark einen harten Brexit fordern würden, viel wert sei. Wood sei britischer Botschafter in Deutschland und plädiere für eine Annäherung zwischen der EU und Großbritannien. Am wichtigsten sei es ihm, neue Grenzen in Irland zu vermeiden. Denn das könne die politische Lage auf der Insel destabilisieren, so fürchte er. Daher gehe es Wood insbesondere darum, ein No-Deal-Szenario zu vermeiden. Und dazu, so seine Forderung, müsse sich die EU mehr bewegen.
Denn aus Sicht von London habe die Regierung von Theresa May nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, wie Wood es nenne. EU-Unterhändler Michel Barnier habe May bekanntlich angeboten, einen Status wie Norwegen bekommen zu können, aber auch Mitglied der Zollunion zu werden. Dies würde für London bedeuten, dass Großbritannien Verpflichtungen wie ein Mitgliedstaat eingehen müsste.
Kurz vor einem informellen EU-Gipfel in Salzburg habe May daher ein Entgegenkommen der EU gefordert. Brüssel und die EU-Mitgliedstaaten müssten London in Gesprächen über ein Freihandelsabkommen genauso behandeln wie andere Drittstaaten. May habe sich aus eigener Sicht mit ihrem bei den eigenen Torys umstrittenen Vorschlag, eine Freihandelszone zwischen EU und Großbritannien nur für Güter einzurichten, nicht aber für Dienstleistungen, bereits auf die EU zubewegt. Diese Linie sei aber von Barnier als "Rosinenpickerei" zurückgewiesen worden.
Ebenso umstritten sei die Frage von Nordirland. Die EU habe hier eine Zollaußengrenze in der Irischen See vorgeschlagen, um eine harte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitgliedsland Irland zu vermeiden. Kein Zweifel, May sitze in der Zwickmühle. Während die Brexiteers in der eigenen Partei auch einen No-Deal eingehen würden, würden immer mehr Stimmen in Großbritannien ein zweites Referendum verlangen. Bei dem Salzburger Gipfel könne sie nun kaum auf Zugeständnisse der EU hoffen. EU-Ratspräsident Donald Tusk habe jetzt vorgeschlagen, in Salzburg über einen Sondergipfel im November zu befinden. Dies wäre dann die letzte Chance für einen Deal. Denn vor Dezember müsse eine Einigung stehen, damit das britische Parlament noch genug Zeit habe, sie zu billigen.
Indessen habe der britische Notenbank-Chef Mark Carney vor Preiseinbrüchen am Immobilienmarkt im Falle eines ungeordneten Brexits gewarnt. Wie die "Times" schreibe, gehe Carney im Falle eines No-Deals von einem Preissturz um die 35% aus. Auch wenn dies keine offizielle Prognose sei, zeige die Warnung, wie besorgt einer wie Carney sei.
Die Investoren hätten in dieser Berichtswoche wieder die Auswahl unter vier nennenswerten Neuemissionen im Land der Unternehmensanleihen gehabt. Dabei habe Vinci ein Doppelpack aufgelegt, Vier Gas Transport GmbH und DP World hätten jeweils einen Bond begeben.
Vinci, ein französischer Konzessions- und Baukonzern, habe gleich 2 Bonds mit insgesamt 1,75 Mrd. EUR aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN FR0013367620 / WKN A2RR4S), ein 7-jähriger Bond sei am 26.09.2025 fällig und habe einen Kupon in Höhe von 1%. Das Emissionsvolumen betrage hier 750 Mio. EUR. Der Emissionspreis habe bei 99,477% gelegen, was +45 BP über Mid Swap entsprochen habe. Eine Make Whole Option und ein Kündigungsrecht ab dem 26.06.2025 zu 100% würden die Bedingungen für dieses Wertpapier abrunden.
Eine zweite 1 Mrd. EUR schwere 12-jährige Anleihe (ISIN FR0013367638 / WKN A2RR4T) mit Fälligkeit am 26.09.2030 sei mit einem jährlichen Zins von 1,75% ausgestattet. Der Ausgabepreis von 99,604% habe einen Spread von +65 BP über Mid Swap bedeutet. Auch hier habe sich das Unternehmen, welches rund 185.000 Mitarbeiter in ca. 100 Ländern beschäftige, eine Make Whole Option sowie ein Kündigungsrecht 3 Monate vor Endfälligkeit ab dem 26.06.2030 zu 100% einräumen lassen. Die Mindeststückelung für beide Tranchen sei wie bei den beiden folgenden Bonds auf 100.000 EUR festgelegt worden.
Das deutsche Unternehmen Vier Gas Transport GmbH habe einen 500 Mio. EUR schweren Bond (ISIN XS1882681452 / WKN A2NBZM) mit Fälligkeit am 25.09.2028 aufgelegt. Die 10-jährige Anleihe sei mit einem Zins von jährlich 1,5% ausgestattet. Vier Gas Transport biete seinen Kunden Gastransportlösungen über sein rund 12.000 km großes Transportnetz an und habe neben einer Make Whole Option einen weiteren Kündigungstermin (ab dem 25.06.2028 jederzeit zu 100%) in die Anleihebedingungen aufgenommen. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,807%, was +57 bps über Mid Swap gleichgekommen sei.
Zu guter Letzt habe sich DP World, einer der weltweit größten Hafenbetreiber mit Sitz in Dubai, eingereiht und eine Anleihe (ISIN XS1883878966 / WKN A2RR4Y) mit einem Volumen von 750 Mio. EUR begeben. DP World, dessen Hauptgeschäft im Bereich der Containerhäfen liege, habe den Bond mit einem Zins von 2,375% ausgestattet, welcher bis zur Fälligkeit am 25.09.2026 jährlich gezahlt werde. Emittiert worden sei zu 99,089%, was einem Emissionsspread von +175 BP über Mid Swap entsprochen habe.
Auch in dieser Berichtswoche seien die Zeichen beim Euro-Bund-Future wieder Richtung Süden gerichtet. Der leichte Abwärtstrend setze sich fort und so habe sich das Sorgenbarometer deutlich von der wichtigen Marke bei 160% entfernt. In der Folge sei die Rendite der 10-jährigen Benchmark Anleihe immer weiter gestiegen und aktuell nehme sie die Marke von 0,5% ins Visier.
Als Gründe für die Kursverluste würden unter anderem die fallenden Renditen bei italienischen Staatsanleihen angeführt. Zunächst seien die Risikoaufschläge noch gestiegen, da einem Pressebericht zur Folge der Finanzminister Italiens Giovanni Tria mal wieder kurz vor dem Rauswurf gestanden habe. Nach dem Dementi von Vizepremier Luigi Di Maio jedoch hätten die italienischen Staatsanleihen kräftig zugelegt, gestützt von Aussagen Tria's zu einem soliden Haushalt und verstärkten Ausgaben für die Infrastruktur. Des Weiteren habe der aktuell schwellende Handelsstreit zwischen den USA und China den Anleihekursen keine nötigen Impulse geben können. Da das gehandelte Volumen beim Euro-Bund-Future jedoch so gering sei, könnten schon kleinere Handelsaktivitäten aufgrund von neuen Nachrichten deutliche Kursschwankungen sowohl in die eine als auch in die andere Richtung nach sich ziehen.
Deshalb lohne sich auch hier ein Blick auf die Widerstands- bzw. Unterstützungslinien des Rentenbarometers. Eine wichtige Unterstützung sei das Tief vom 01.08.2018 bei 158,37% und im Anschluss dann bei 157,57%. Nach oben hin ergebe sich ein Widerstand bei 159,29% (Aktuelles Wochenhoch) und in Folge dann bei 159,76%. Auf etwas längere Sicht lohne aber auch ein Blick auf die wichtigen Marken bei der 10-jährigen Rendite. Aktuell sei ein Widerstand bei 0,5% auszumachen. Sollte dieser nachhaltig überwunden werden, richte sich der Blick in Richtung 0,57% und 0,66%. Nach unten hin ergebe sich eine Unterstützung bei 0,42%. Aktuell betrage die 10-jährige Rendite 0,48% und der Euro-Bund-Future handele heute Morgen bei 158,68%.
Das Münchner Oktoberfest öffne am Wochenende zum 185. Mal seine Tore. Die traditionsreiche Wiesn erfreue somit Jahr für Jahr die Besucher aus aller Welt. Die Marktteilnehmer weltweit seien über den ewigen Handelsstreit zwischen den USA und China nicht so erfreut und würden sich Tag für Tag mit neuen Tatsachen konfrontiert sehen. Die neusten Ankündigungen rund um die Zölle hätten am Devisenmarkt allerdings kaum spürbare Reaktionen hervorgerufen. Zum Wochenauftakt habe sich die europäische Gemeinschaftswährung zwar etwas fester präsentiert und sei zweitweise bis auf 1,1724 USD angestiegen, was einem neuen September-Hoch entspreche. Größere Kursausbrüche seien jedoch ausgeblieben. So handele die Einheitswährung heute Morgen weiterhin auf dem Niveau der vergangenen Handelstage bei einem Wechselkurs von 1,17 USD.
Für etwas mehr Dynamik am Devisenmarkt habe in der vergangenen Berichtswoche einmal mehr die Währung der Türkei gesorgt. So habe die Notenbank des Landes mit ihrem Zinsschritt überrascht und die Leitzinsen um 6,25% auf nun 24% erhöht. Mit einer Anhebung sei zwar gerechnet worden, aber nicht in diesem Umfang. In erster Reaktion habe die Türkische Lira deutlich aufgewertet. So sei der Euro fast exakt bis auf 7,00 TRY zurückgefallen um allerdings im weiteren Handelsverlauf die Verluste nahezu gänzlich wieder wettzumachen. Zur Stunde notiere der Devisenkurs bei 7,28 TRY und nähere sich damit wieder dem Bereich vor der Zinsentscheidung.
Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche Anleihen auf Südafrikanische Rand, Türkische Lira und Norwegische Kronen im Fokus gestanden. Aber auch Bonds lautend auf US-Dollar sowie Australische Dollar seien verstärkt nachgefragt worden.
Disclaimer
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 20.09.2018) (21.09.2018/alc/a/a)
Sowohl EZB-Chef Mario Draghi als auch Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hätten in dieser Woche das Thema erneut auf die Agenda gebracht. Draghi habe sich zuversichtlich geäußert, dass bald "bedeutende Schritte" in diese Richtung unternommen würden - was immer das heißen möge. Bekanntlich solle die europäische Bankenunion auf einem gemeinsamen Mechanismus für die Aufsicht und Abwicklung von Instituten der EU sowie einer gemeinsamen Einlagensicherung beruhen. Letztere werde insbesondere in Deutschland zumindest skeptisch gesehen.
Was nun in der Diskussion an Bedeutung gewinne, sei die Frage grenzüberschreitender Zusammenschlüsse von Geldhäusern. Nicht nur niedrige Rentabilität, sondern insbesondere die Unsicherheit über die Bewertung von Altlasten hätten so manche Bank davon abgehalten, andere Institute im europäischen Ausland zu übernehmen. Und hier komme plötzlich die Deutsche Bank ins Spiel. Erst wenn die Bankenunion stehe, werde die lang erwartete Konsolidierung kommen, werde Christian Sewing, Chef des schwächelnden deutschen Marktführers, dazu zitiert. Dies bedeute, die Deutsche Bank müsse also noch bis zur Vollendung der Bankenunion warten, um durch europäische Übernahmen wieder an Stärke gewinnen zu können. Immerhin werde dem Frankfurter Geldhaus bei diesem Prozess eine führende Rolle zugetraut.
Nicht von ungefähr habe auch Finanzminister Olaf Scholz vor Kurzem eine Vollendung der europäischen Bankenunion angemahnt - und zwar genau aus diesem Grund: Damit große europäische Banken entstehen könnten, die die großen europäischen Unternehmen auch begleiten könnten. Die Bankenunion werde also als Voraussetzung einer starken europäischen Bankenindustrie gesehen, die den enteilten US-Banken Paroli bieten könnte.
Um große europäische Konzerne weltweit betreuen zu können, sei es sicher sinnvoll ein oder mehrere starke Institute im heimischen Europa zu haben. Um aber im Sinne einer Chance auf ein Wiedererstarken etwa der Deutschen Bank, gegebenenfalls auch der Commerzbank, die Vollendung der europäischen Bankenunion zu forcieren, dürfe deren Knackpunkt aus deutscher Sicht, eine gemeinsame Einlagensicherung (Edis), nicht übersehen werden. Villeroy spreche hier von der Notwendigkeit, einen "pragmatischen Kompromiss" zu finden. Dies könne aber nicht bedeuten, dass heimische Institute in Haftung genommen würden, wenn Banken andernorts in Schieflage geraten würden. Erst der Abbau von Altrisiken könne aus Sicht der Analysten eine funktionierende Basis für Edis bilden, aber der Weg dahin sei noch lang. Ende des ersten Quartals 2018 hätten immerhin noch faule Kredite im Wert von 688 Mrd. EUR in den Büchern der Institute der Eurozone gestanden.
Jetzt sei es amtlich. Der expansive Kurs der Geldschwemme durch die Europäische Zentralbank (EZB) neige sich langsam, sehr langsam ihrem Ende entgegen. Die Notenbank habe erwartungsgemäß das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe von Oktober an auf 15 Mrd. EUR halbiert. Ein Ende des insbesondere in Deutschland umstrittenen Programms zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen würden die Währungshüter unverändert zum Jahresende 2018 vorsehen. Die Entscheidungen des EZB-Rats in der vergangenen Woche aber würden auch klar machen, dass die Phase extrem niedriger Zinsen und der damit verbundenen Geldschwemme noch lange anhalten werde. So verharre der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,0%. Außerdem müssten Geschäftsbanken weiterhin 0,4% Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken würden.
Auch die britische Notenbank habe ihre Zinsen in der vergangenen Woche nicht angetastet und den Leitzins bei 0,75% belassen. Ebenso bleibe auch die Bank of Japan (BoJ) auf Kurs. Sie setze ihre extrem lockere Geldpolitik fort. Die Zentralbank habe den sogenannten kurzfristigen Einlagensatz bei minus 0,1% belassen. In der kommenden Woche folge am 26.9. die US-Notenbank FED, die ihren moderaten Zinsanhebungskurs fortsetzen dürfte. Die Zielspanne für die FED Funds Rate dürfte um 25 BP auf dann 2,00% bis 2,25% erhöht werden. Mit einer weiteren Leitzinsanhebung sei auf der FED Sitzung Ende des Jahres zu rechnen.
Weil die Türkei als ein Schlüsselland in der Währungskrise der Schwellenländer gelte, hätten die Märkte vergangene Woche gebannt auf die Türkische Zentralbank gestarrt. Aufgrund der Währungsschwäche der Türkischen Lira sei eine Zinserhöhung nach volkswirtschaftlichem Kalkül zwar geboten gewesen, doch wiederholt habe zuvor Recep Tayyip Erdogan klargemacht, wie wenig er von einer Zinserhöhung halte. Doch trotz der Drohungen des autokratischen Staatschefs habe die Notenbank die Zinsen deutlich angehoben. So sei der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld von 17,75% auf 24% überraschend stark erhöht worden. Darauf habe die Türkische Lira mit einem Sprung um rund 3% reagiert.
Die Zentralbanker, die mit einer ausufernden Inflation zu kämpfen hätten, hätten damit Mumm bewiesen, nachdem Erdogan im Vorfeld der Notenbanksitzung gar niedrigere Zinsen gefordert habe. Für die Zentralbank sei die Zinsentscheidung Ende vergangener Woche ein wichtiger Schritt gewesen. Ob sie sich auf Dauer unabhängig von Erdogan halten könne, müsse sich erst noch zeigen. Die Probleme der Türkei seien aber nicht allein der Zentralbank geschuldet. Eine große Rolle spiele die hohe Auslandsverschuldung und das schwache Wirtschaftswachstum. Dies habe sich bereits diese Woche an den Devisenmärkten widergespiegelt, wo die Türkische Lira wieder an Wert verloren habe. Die Leitzinserhöhung sei nur eine kurze Atempause für Ankara gewesen.
Die Kapitalmärkte würden dem eskalierenden Handelsstreit trotzen, den D. T., der Unberechenbare, mit China vom Zaun gebrochen habe. An der Wall Street hätten die Kurse zum Wochenbeginn dennoch angezogen, und auch der DAX habe zulegen können. Dagegen seien die als sicherer Hafen geltenden Staatsanleihen weniger gefragt gewesen, was an einem bis 8/2028 laufenden Bond (ISIN US9128284V99 / WKN A194FL) deutlich werde. Die in US-Dollar notierende Staatsanleihe sei auf ihren niedrigsten Stand (98,25%) seit einem Jahr gefallen und habe, wohlgemerkt in Dollar, mit 3,08% rentiert.
ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr habe dem "Handelsblatt" gegenüber gesagt, auch deutsche Firmen würden die Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits zu spüren bekommen, sie seien aber verkraftbar. Wenn Zölle und Gegenzölle allmählich zur Gewohnheit an den Börsen würden, sollte man aufpassen, nicht blind für deren Gefahren zu werden. Die Märkte vieler Volkswirtschaften würden bereits heiß laufen und zum Teil hohe Bewertungen aufweisen. Da könne eine heftige Störung, wie sie Trumps Eskalationspolitik auslösen könne, schnell zu einer Kettenreaktion führen.
Und die neue Eskalationsstufe des Handelsstreits habe es in sich. Nachdem Trump am Montag Strafzölle von 10% (die 2019 auf 25% steigen sollten) auf Warenimporte aus China im Wert von 200 Mrd. US-Dollar angekündigt habe, sei am Tag darauf der Konter aus Peking gefolgt, das Strafzölle auf Importe aus den USA im Wert von 60 Mrd. US-Dollar verhängt habe. Zuvor hätten bereits beide Länder gegenseitig Strafzölle auf Waren im Wert von jeweils rund 50 Mrd. US-Dollar erhoben.
Da China nur US-Waren über 130 Mrd. US-Dollar einführe, könne Peking die Spirale von Zöllen und Gegenzöllen nicht unendlich weitertreiben. Allerdings habe China bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass es immer wieder willens gewesen sei, traditionelle Beschränkungen des Marktzugangs anzuwenden. Sollte sich Peking auf diese Strategie zurückbesinnen, würden Störungen in den globalen Lieferketten drohen, die wiederum die Weltwirtschaft treffen könnten. Aber auch Firmen wie Starbucks, Apple und Nike hätten kein Interesse, dass ihre Milliardengeschäfte im Reich der Mitte behindert würden, würden sie in China doch von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren. Für den Fall, dass China mit Gegenmaßnahmen auf Trumps jüngste Eskalationsstufe reagieren würde, habe der US-Präsident jedenfalls Extrazölle auf weitere 267 Mrd. US-Dollar Warenimporte aus China avisiert.
Tatsächlich könnte aber auch Europa zum Profiteur des Handelsstreits zwischen China und den USA werden - ganz nach dem Motto: Wenn sich zwei streiten würden, freue sich der Dritte. Lasse sich China etwa zu Zugeständnissen im Rahmen der WTO drängen, so Ifo-Ökonom Felbermayr dem "Spiegel" gegenüber, könnte dies der wettbewerbsfähigen deutschen Industrie deutlich mehr nutzen als der amerikanischen, so sein Kalkül.
Man fühle sich bei dem ganzen Streit an das Film-Duell der Monster Godzilla und King Kong, auch bekannt unter dem Titel "Schlachtfest der Giganten", erinnert, die in den frühen 1960er-Jahren gnadenlos aufeinander eingeschlagen hätten. Am Ende würden beide Ungeheuer durch ein plötzliches Erdbeben ins Meer stürzen. Godzilla tauche nicht mehr auf, und King Kong schwimme in seine Heimat zurück.
Sir Sebastian Wood wähle seine Worte mit Bedacht, was angesichts der radikalen Minderheit unter seinen Landsleuten, die immer noch lautstark einen harten Brexit fordern würden, viel wert sei. Wood sei britischer Botschafter in Deutschland und plädiere für eine Annäherung zwischen der EU und Großbritannien. Am wichtigsten sei es ihm, neue Grenzen in Irland zu vermeiden. Denn das könne die politische Lage auf der Insel destabilisieren, so fürchte er. Daher gehe es Wood insbesondere darum, ein No-Deal-Szenario zu vermeiden. Und dazu, so seine Forderung, müsse sich die EU mehr bewegen.
Denn aus Sicht von London habe die Regierung von Theresa May nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, wie Wood es nenne. EU-Unterhändler Michel Barnier habe May bekanntlich angeboten, einen Status wie Norwegen bekommen zu können, aber auch Mitglied der Zollunion zu werden. Dies würde für London bedeuten, dass Großbritannien Verpflichtungen wie ein Mitgliedstaat eingehen müsste.
Ebenso umstritten sei die Frage von Nordirland. Die EU habe hier eine Zollaußengrenze in der Irischen See vorgeschlagen, um eine harte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitgliedsland Irland zu vermeiden. Kein Zweifel, May sitze in der Zwickmühle. Während die Brexiteers in der eigenen Partei auch einen No-Deal eingehen würden, würden immer mehr Stimmen in Großbritannien ein zweites Referendum verlangen. Bei dem Salzburger Gipfel könne sie nun kaum auf Zugeständnisse der EU hoffen. EU-Ratspräsident Donald Tusk habe jetzt vorgeschlagen, in Salzburg über einen Sondergipfel im November zu befinden. Dies wäre dann die letzte Chance für einen Deal. Denn vor Dezember müsse eine Einigung stehen, damit das britische Parlament noch genug Zeit habe, sie zu billigen.
Indessen habe der britische Notenbank-Chef Mark Carney vor Preiseinbrüchen am Immobilienmarkt im Falle eines ungeordneten Brexits gewarnt. Wie die "Times" schreibe, gehe Carney im Falle eines No-Deals von einem Preissturz um die 35% aus. Auch wenn dies keine offizielle Prognose sei, zeige die Warnung, wie besorgt einer wie Carney sei.
Die Investoren hätten in dieser Berichtswoche wieder die Auswahl unter vier nennenswerten Neuemissionen im Land der Unternehmensanleihen gehabt. Dabei habe Vinci ein Doppelpack aufgelegt, Vier Gas Transport GmbH und DP World hätten jeweils einen Bond begeben.
Vinci, ein französischer Konzessions- und Baukonzern, habe gleich 2 Bonds mit insgesamt 1,75 Mrd. EUR aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN FR0013367620 / WKN A2RR4S), ein 7-jähriger Bond sei am 26.09.2025 fällig und habe einen Kupon in Höhe von 1%. Das Emissionsvolumen betrage hier 750 Mio. EUR. Der Emissionspreis habe bei 99,477% gelegen, was +45 BP über Mid Swap entsprochen habe. Eine Make Whole Option und ein Kündigungsrecht ab dem 26.06.2025 zu 100% würden die Bedingungen für dieses Wertpapier abrunden.
Eine zweite 1 Mrd. EUR schwere 12-jährige Anleihe (ISIN FR0013367638 / WKN A2RR4T) mit Fälligkeit am 26.09.2030 sei mit einem jährlichen Zins von 1,75% ausgestattet. Der Ausgabepreis von 99,604% habe einen Spread von +65 BP über Mid Swap bedeutet. Auch hier habe sich das Unternehmen, welches rund 185.000 Mitarbeiter in ca. 100 Ländern beschäftige, eine Make Whole Option sowie ein Kündigungsrecht 3 Monate vor Endfälligkeit ab dem 26.06.2030 zu 100% einräumen lassen. Die Mindeststückelung für beide Tranchen sei wie bei den beiden folgenden Bonds auf 100.000 EUR festgelegt worden.
Das deutsche Unternehmen Vier Gas Transport GmbH habe einen 500 Mio. EUR schweren Bond (ISIN XS1882681452 / WKN A2NBZM) mit Fälligkeit am 25.09.2028 aufgelegt. Die 10-jährige Anleihe sei mit einem Zins von jährlich 1,5% ausgestattet. Vier Gas Transport biete seinen Kunden Gastransportlösungen über sein rund 12.000 km großes Transportnetz an und habe neben einer Make Whole Option einen weiteren Kündigungstermin (ab dem 25.06.2028 jederzeit zu 100%) in die Anleihebedingungen aufgenommen. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,807%, was +57 bps über Mid Swap gleichgekommen sei.
Zu guter Letzt habe sich DP World, einer der weltweit größten Hafenbetreiber mit Sitz in Dubai, eingereiht und eine Anleihe (ISIN XS1883878966 / WKN A2RR4Y) mit einem Volumen von 750 Mio. EUR begeben. DP World, dessen Hauptgeschäft im Bereich der Containerhäfen liege, habe den Bond mit einem Zins von 2,375% ausgestattet, welcher bis zur Fälligkeit am 25.09.2026 jährlich gezahlt werde. Emittiert worden sei zu 99,089%, was einem Emissionsspread von +175 BP über Mid Swap entsprochen habe.
Auch in dieser Berichtswoche seien die Zeichen beim Euro-Bund-Future wieder Richtung Süden gerichtet. Der leichte Abwärtstrend setze sich fort und so habe sich das Sorgenbarometer deutlich von der wichtigen Marke bei 160% entfernt. In der Folge sei die Rendite der 10-jährigen Benchmark Anleihe immer weiter gestiegen und aktuell nehme sie die Marke von 0,5% ins Visier.
Als Gründe für die Kursverluste würden unter anderem die fallenden Renditen bei italienischen Staatsanleihen angeführt. Zunächst seien die Risikoaufschläge noch gestiegen, da einem Pressebericht zur Folge der Finanzminister Italiens Giovanni Tria mal wieder kurz vor dem Rauswurf gestanden habe. Nach dem Dementi von Vizepremier Luigi Di Maio jedoch hätten die italienischen Staatsanleihen kräftig zugelegt, gestützt von Aussagen Tria's zu einem soliden Haushalt und verstärkten Ausgaben für die Infrastruktur. Des Weiteren habe der aktuell schwellende Handelsstreit zwischen den USA und China den Anleihekursen keine nötigen Impulse geben können. Da das gehandelte Volumen beim Euro-Bund-Future jedoch so gering sei, könnten schon kleinere Handelsaktivitäten aufgrund von neuen Nachrichten deutliche Kursschwankungen sowohl in die eine als auch in die andere Richtung nach sich ziehen.
Deshalb lohne sich auch hier ein Blick auf die Widerstands- bzw. Unterstützungslinien des Rentenbarometers. Eine wichtige Unterstützung sei das Tief vom 01.08.2018 bei 158,37% und im Anschluss dann bei 157,57%. Nach oben hin ergebe sich ein Widerstand bei 159,29% (Aktuelles Wochenhoch) und in Folge dann bei 159,76%. Auf etwas längere Sicht lohne aber auch ein Blick auf die wichtigen Marken bei der 10-jährigen Rendite. Aktuell sei ein Widerstand bei 0,5% auszumachen. Sollte dieser nachhaltig überwunden werden, richte sich der Blick in Richtung 0,57% und 0,66%. Nach unten hin ergebe sich eine Unterstützung bei 0,42%. Aktuell betrage die 10-jährige Rendite 0,48% und der Euro-Bund-Future handele heute Morgen bei 158,68%.
Das Münchner Oktoberfest öffne am Wochenende zum 185. Mal seine Tore. Die traditionsreiche Wiesn erfreue somit Jahr für Jahr die Besucher aus aller Welt. Die Marktteilnehmer weltweit seien über den ewigen Handelsstreit zwischen den USA und China nicht so erfreut und würden sich Tag für Tag mit neuen Tatsachen konfrontiert sehen. Die neusten Ankündigungen rund um die Zölle hätten am Devisenmarkt allerdings kaum spürbare Reaktionen hervorgerufen. Zum Wochenauftakt habe sich die europäische Gemeinschaftswährung zwar etwas fester präsentiert und sei zweitweise bis auf 1,1724 USD angestiegen, was einem neuen September-Hoch entspreche. Größere Kursausbrüche seien jedoch ausgeblieben. So handele die Einheitswährung heute Morgen weiterhin auf dem Niveau der vergangenen Handelstage bei einem Wechselkurs von 1,17 USD.
Für etwas mehr Dynamik am Devisenmarkt habe in der vergangenen Berichtswoche einmal mehr die Währung der Türkei gesorgt. So habe die Notenbank des Landes mit ihrem Zinsschritt überrascht und die Leitzinsen um 6,25% auf nun 24% erhöht. Mit einer Anhebung sei zwar gerechnet worden, aber nicht in diesem Umfang. In erster Reaktion habe die Türkische Lira deutlich aufgewertet. So sei der Euro fast exakt bis auf 7,00 TRY zurückgefallen um allerdings im weiteren Handelsverlauf die Verluste nahezu gänzlich wieder wettzumachen. Zur Stunde notiere der Devisenkurs bei 7,28 TRY und nähere sich damit wieder dem Bereich vor der Zinsentscheidung.
Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche Anleihen auf Südafrikanische Rand, Türkische Lira und Norwegische Kronen im Fokus gestanden. Aber auch Bonds lautend auf US-Dollar sowie Australische Dollar seien verstärkt nachgefragt worden.
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Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 20.09.2018) (21.09.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 98,01 $ | 97,982 $ | 0,028 $ | +0,03% | 17.04./15:18 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| US9128284V99 | A194FL | 98,78 $ | 96,38 $ | |
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