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Renditen nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts merklich angestiegen
09.08.21 08:41
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Der Blick auf die bevorstehende Woche zeigt ein vergleichsweise ruhiges Bild, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
In Europa stünden mit dem Sentix (heute) und der ZEW-Umfrage die ersten Stimmungsindikatoren für den Monat August bevor. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden einen Rückgang der Zukunftsaussichten und eine verbesserte Einschätzung der aktuellen Lage erwarten. In den USA sei es die Veröffentlichung der Verbraucherpreis-Inflation, welche die größte Aufmerksamkeit mit sich ziehen werde. Auch die Nachwehen des Arbeitsmarktberichtes seien an den Finanzmärkten spürbar.
Der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli könne als durchaus positiv bewertet werden. Die Beschäftigung (ex Agrar) sei um 943.000 gestiegen, habe damit leicht über den Konsensus-Erwartungen (870.000) gelegen und habe die schlechten Vorzeichen des ADP-Berichts (330.000) klar hinter sich gelassen. Der Großteil des Beschäftigungszuwachs könne auf den Dienstleistungssektor zurückgeführt werden und darin steche insbesondere der Sektor Freizeit & Gastgewerbe hervor. Demnach liege der Schluss nahe, dass die Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt derzeit ganz im Zeichen der Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen stehen. Auch die Arbeitslosenrate sei merklich zurückgegangen und liege nun bei 5,4%. Der Beschäftigungszuwachs sei zu großen Teilen vom Rückgang der Arbeitslosen gespeist und nicht von Personen gewesen, die sich letztes Jahr vom Arbeitsmarkt abgewandt hätten. Die Partizipationsrate sei demnach nur moderat (+0,1%-Punkt) gestiegen und liege bei 61,7%. Für die US-Notenbank stelle der jüngste Arbeitsmarktbericht dennoch einen wesentlichen Schritt in Richtung Erreichung der geldpolitischen Ziele dar. Die nur sehr langsame Erholung der Partizipationsrate und der Hinweis, dass die Beschäftigung immer noch 5,7 Millionen unter dem Vorkrisenniveau liege, sollten aber weiterhin für eine vorsichtige Wortwahl des FED-Präsidenten Powell sprechen. Setze sich die Arbeitsmarkterholung im Tempo der letzten Monate fort, sollten die Diskussionen um das Tapering der Anleihekäufe an Intensität gewinnen.
Die US-Inflation am Mittwoch werde sicherlich mit erhöhter Aufmerksamkeit beobachtet. Der Konsensus sehe die Verbraucherpreisinflation auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vormonat. Das bedeute 5,3% p.a. für die Gesamtrate (vs. 5,4% im Juni) und 4,3% p.a. für die Kernrate (vs. 4,5% im Juni). In den vergangenen Monaten habe die Inflationsdynamik jedoch stets über den Konsensus-Erwartungen gelegen und dies meist deutlich. Nicht nur Finanzanalysten, sondern auch die Notenbanker der Federal Reserve seien vom Ausmaß der Preisanstiege der letzten Monate überrascht worden. Nichtsdestotrotz halte man am Narrativ großteils vorübergehender Preisanstiege fest, da Basiseffekte, volatile Energiepreise, Kostendruck aufgrund von Lieferengpässen sowie Preissteigerungen in Sektoren, die von der Rückführung pandemiebedingter Einschränkungen profitieren würden, nicht für nachhaltigen Preisdruck sorgen müssten. Ob dies dennoch eintrete, werde einerseits von der Lohnentwicklung und andererseits von der Entwicklung der mittelfristigen Inflationsentwicklung abhängen, welche es in den nächsten Monaten genau zu beobachten gelte. Klar sei: Je länger die Inflationsdynamik erhöht bleibe, desto wahrscheinlicher werde es, dass auch diese mittelfristigen Inflationstreiber anspringen würden.
Benchmark-Renditen hätten sich von Inflationsüberraschungen in letzter Zeit recht unbeeindruckt gezeigt. US-Arbeitsmarktdaten hätten hingegen eine größere Strahlkraft. Nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts seien die Renditen merklich angestiegen und auch der US-Dollar habe Gewinne verzeichnen können. (09.08.2021/alc/a/a)
In Europa stünden mit dem Sentix (heute) und der ZEW-Umfrage die ersten Stimmungsindikatoren für den Monat August bevor. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden einen Rückgang der Zukunftsaussichten und eine verbesserte Einschätzung der aktuellen Lage erwarten. In den USA sei es die Veröffentlichung der Verbraucherpreis-Inflation, welche die größte Aufmerksamkeit mit sich ziehen werde. Auch die Nachwehen des Arbeitsmarktberichtes seien an den Finanzmärkten spürbar.
Die US-Inflation am Mittwoch werde sicherlich mit erhöhter Aufmerksamkeit beobachtet. Der Konsensus sehe die Verbraucherpreisinflation auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vormonat. Das bedeute 5,3% p.a. für die Gesamtrate (vs. 5,4% im Juni) und 4,3% p.a. für die Kernrate (vs. 4,5% im Juni). In den vergangenen Monaten habe die Inflationsdynamik jedoch stets über den Konsensus-Erwartungen gelegen und dies meist deutlich. Nicht nur Finanzanalysten, sondern auch die Notenbanker der Federal Reserve seien vom Ausmaß der Preisanstiege der letzten Monate überrascht worden. Nichtsdestotrotz halte man am Narrativ großteils vorübergehender Preisanstiege fest, da Basiseffekte, volatile Energiepreise, Kostendruck aufgrund von Lieferengpässen sowie Preissteigerungen in Sektoren, die von der Rückführung pandemiebedingter Einschränkungen profitieren würden, nicht für nachhaltigen Preisdruck sorgen müssten. Ob dies dennoch eintrete, werde einerseits von der Lohnentwicklung und andererseits von der Entwicklung der mittelfristigen Inflationsentwicklung abhängen, welche es in den nächsten Monaten genau zu beobachten gelte. Klar sei: Je länger die Inflationsdynamik erhöht bleibe, desto wahrscheinlicher werde es, dass auch diese mittelfristigen Inflationstreiber anspringen würden.
Benchmark-Renditen hätten sich von Inflationsüberraschungen in letzter Zeit recht unbeeindruckt gezeigt. US-Arbeitsmarktdaten hätten hingegen eine größere Strahlkraft. Nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts seien die Renditen merklich angestiegen und auch der US-Dollar habe Gewinne verzeichnen können. (09.08.2021/alc/a/a)


