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Norwegen-Staatsanleihe: Weiterhin überaus standhaft
17.07.12 15:00
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Henning Wagener, hält die Anleihe (ISIN NO0010429913 / WKN A0TVTE) von Norwegen für eine sehr interessante Alternative für risikoscheue Anleger.
Die Währungsanleihe, emittiert vom Königreich Norwegen, sei mit einem Kupon von 4,50 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 22.05.2019 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Norwegische Kronen (NOK) (entspreche knapp 134 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 120,28 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von knapp 1,4 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.
Das beherrschende Thema an den internationalen Finanzmärkten sei weiterhin die europäische Schuldenkrise. Während Staatsanleihen in der Vergangenheit als besonders sichere Anlagen gegolten hätten und vor diesem Hintergrund vor allem von risikoscheuen Investoren als Anlagealternative genutzt worden seien, um ihre Ersparnisse zu schützen, habe diese Anlageform in der jüngeren Vergangenheit viel von ihrem guten Ruf verloren. Zuletzt sei die Kreditwürdigkeit Italiens von der Ratingagentur Moody's wieder deutlich gesenkt worden. Zudem würden auch Spanien und vor allem Griechenland in großen Schwierigkeiten stecken. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass das Thema europäische Schuldenkrise auch in den kommenden Monaten noch weit oben auf der Agenda stehen werde.
Für Anleger, die weiterhin dem Euro gegenüber pessimistisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Fremdwährungsanleihen von erstklassigen Emittenten interessant sein. Diese befänden sich u.a. in Skandinavien, hier seien vor allem Norwegen und Schweden zu nennen.
Aufgrund seiner hohen Öl- und Gasbestände erziele Norwegen hohe Überschüsse. So habe zum Beispiel der Nettoüberschuss (vor Überweisungen an den Ölfonds) in 2011 von 172 Mrd. NOK auf 235 Mrd. NOK gesteigert werden können. Auch zuletzt habe das Land mit sehr guten Handelsbilanzdaten überzeugen können. So habe sich der Überschuss in der norwegischen Handelsbilanz im Juni nach Angaben der nationalen Statistikbehörde auf 29,53 Mrd. NOK vergrößert. Damit sei das Niveau des Vorjahresmonats um 15,1 Prozent übertroffen worden. Dabei hätten sich die Exporte binnen Jahresfrist um 8,9 Prozent auf 72,2 Mrd. NOK erhöht, während die Einfuhren lediglich um 4,9 Prozent auf 42,6 Mrd. NOK zugelegt hätten.
Einen gewissen Risikofaktor für das Land stelle allerdings die zu erwartende weltwirtschaftliche Abkühlung dar. So habe der Internationale Währungsfonds (IWF) erst gestern seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft leicht nach unten korrigiert. So werde für 2012 nur noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 3,5 Prozent gerechnet, während man im April 2012 noch einen Zuwachs um 3,6 Prozent prognostiziert habe. Für 2013 sei die Wachstumsprognose indes von zuvor 4,1 Prozent auf nunmehr 3,9 Prozent gesenkt worden. Für die Eurozone rechne der IWF in 2012 weiterhin mit einem Rückgang um 0,3 Prozent, während die Prognose für 2013 von 0,9 Prozent auf 0,7 Prozent gesenkt worden sei.
Nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research wird sich ein Nachlassen der weltwirtschaftlichen Wachstumsdynamik voraussichtlich auch negativ auf die Nachfrage nach Öl- und Gas auswirken. Das könnte die Preise für diese Rohstoffe unter Druck geraten lassen. Dies würde sich wiederum voraussichtlich negativ auf die Handelsbilanz Norwegens auswirken.
Die Analysten von Anleihencheck Research halten trotzdem die oben angegebene Staatsanleihe von Norwegen für eine grundsolide Anlagealternative. Anleger müssten aber bedenken, dass die Anleihe in NOK notiere und daher das Währungsrisiko berücksichtigt werden müsse. Allerdings gehe man davon aus, dass die Norwegische Krone weiter gefragt bleiben werde, auch wenn diese gegenüber dem Euro in den letzten Jahren bereits stark aufgewertet habe. So notiere das Währungspaar NOK/EUR derzeit bei 0,1338 Euro, Ende 2008 habe es bei lediglich rund 0,10 Euro gelegen.
Die BIP-Daten Norwegens für das erste Quartal 2012 seien zudem beeindruckend ausgefallen. Anscheinend werde das Land von der Euro-Schuldenkrise kaum tangiert. So sei das BIP (preis- und saisonbereinigt) in Q1'2012 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Vor allem der stabile private Konsum sei einer der Wachstumssäulen gewesen. Zudem seien die jüngsten Arbeitslosendaten ebenfalls sehr gut ausgefallen. So habe sich die Arbeitslosenquote im Dreimonatsdurchschnitt per April 2012 auf 3 Prozent reduziert, während die entsprechende Quote für den Dreimonatszeitraum per Januar noch bei 3,3 Prozent gelegen habe. Dies werde voraussichtlich auch den privaten Konsum in Norwegen weiter antreiben. (Analyse vom 17.07.2012) (17.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Währungsanleihe, emittiert vom Königreich Norwegen, sei mit einem Kupon von 4,50 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 22.05.2019 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Norwegische Kronen (NOK) (entspreche knapp 134 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 120,28 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von knapp 1,4 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.
Das beherrschende Thema an den internationalen Finanzmärkten sei weiterhin die europäische Schuldenkrise. Während Staatsanleihen in der Vergangenheit als besonders sichere Anlagen gegolten hätten und vor diesem Hintergrund vor allem von risikoscheuen Investoren als Anlagealternative genutzt worden seien, um ihre Ersparnisse zu schützen, habe diese Anlageform in der jüngeren Vergangenheit viel von ihrem guten Ruf verloren. Zuletzt sei die Kreditwürdigkeit Italiens von der Ratingagentur Moody's wieder deutlich gesenkt worden. Zudem würden auch Spanien und vor allem Griechenland in großen Schwierigkeiten stecken. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass das Thema europäische Schuldenkrise auch in den kommenden Monaten noch weit oben auf der Agenda stehen werde.
Für Anleger, die weiterhin dem Euro gegenüber pessimistisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Fremdwährungsanleihen von erstklassigen Emittenten interessant sein. Diese befänden sich u.a. in Skandinavien, hier seien vor allem Norwegen und Schweden zu nennen.
Aufgrund seiner hohen Öl- und Gasbestände erziele Norwegen hohe Überschüsse. So habe zum Beispiel der Nettoüberschuss (vor Überweisungen an den Ölfonds) in 2011 von 172 Mrd. NOK auf 235 Mrd. NOK gesteigert werden können. Auch zuletzt habe das Land mit sehr guten Handelsbilanzdaten überzeugen können. So habe sich der Überschuss in der norwegischen Handelsbilanz im Juni nach Angaben der nationalen Statistikbehörde auf 29,53 Mrd. NOK vergrößert. Damit sei das Niveau des Vorjahresmonats um 15,1 Prozent übertroffen worden. Dabei hätten sich die Exporte binnen Jahresfrist um 8,9 Prozent auf 72,2 Mrd. NOK erhöht, während die Einfuhren lediglich um 4,9 Prozent auf 42,6 Mrd. NOK zugelegt hätten.
Nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research wird sich ein Nachlassen der weltwirtschaftlichen Wachstumsdynamik voraussichtlich auch negativ auf die Nachfrage nach Öl- und Gas auswirken. Das könnte die Preise für diese Rohstoffe unter Druck geraten lassen. Dies würde sich wiederum voraussichtlich negativ auf die Handelsbilanz Norwegens auswirken.
Die Analysten von Anleihencheck Research halten trotzdem die oben angegebene Staatsanleihe von Norwegen für eine grundsolide Anlagealternative. Anleger müssten aber bedenken, dass die Anleihe in NOK notiere und daher das Währungsrisiko berücksichtigt werden müsse. Allerdings gehe man davon aus, dass die Norwegische Krone weiter gefragt bleiben werde, auch wenn diese gegenüber dem Euro in den letzten Jahren bereits stark aufgewertet habe. So notiere das Währungspaar NOK/EUR derzeit bei 0,1338 Euro, Ende 2008 habe es bei lediglich rund 0,10 Euro gelegen.
Die BIP-Daten Norwegens für das erste Quartal 2012 seien zudem beeindruckend ausgefallen. Anscheinend werde das Land von der Euro-Schuldenkrise kaum tangiert. So sei das BIP (preis- und saisonbereinigt) in Q1'2012 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Vor allem der stabile private Konsum sei einer der Wachstumssäulen gewesen. Zudem seien die jüngsten Arbeitslosendaten ebenfalls sehr gut ausgefallen. So habe sich die Arbeitslosenquote im Dreimonatsdurchschnitt per April 2012 auf 3 Prozent reduziert, während die entsprechende Quote für den Dreimonatszeitraum per Januar noch bei 3,3 Prozent gelegen habe. Dies werde voraussichtlich auch den privaten Konsum in Norwegen weiter antreiben. (Analyse vom 17.07.2012) (17.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


