Neuseeland-Anleihe: Land überzeugt durch Wachstum, Stabilität und Top-Rating


07.08.12 12:15
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN NZGOVDT319C0 / WKN A1A2H9) von Neuseeland nach wie vor für ein interessantes Investment für den Top-gerateten Staatsanleihen-Sektor.

Die Währungsanleihe, emittiert vom Government of New Zealand, sei mit einem attraktiven Kupon von 5,00% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.03.2019 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Neuseeländische Dollar (NZD) (entspreche rund 617 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 109,84% biete das Papier eine jährliche Rendite von 3,33%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet.

Wie erwartet beschere die Euro-Schuldenkrise den Märkten einen heißen Sommer. Trotz des positiven Wahlausgangs stehe Griechenland kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, dem Safe-haven Deutschland sei ein Downgrade seines Top-Ratings angedroht worden und die Renditen für italienische sowie spanische Staatsanleihen seien zwischenzeitlich auf neue Rekordhochs geklettert. Immerhin habe sich Griechenland am Wochenende mit ausländischen Investoren auf ein neues, milliardenschweres Hilfspaket verständigen können. Und Mario Draghi habe in der letzten Woche nochmals betont, dass er alles tun werde, um den Euro zu retten. Kurzfristig könnte sich die Lage damit etwas entspannen, da wohl die EZB wieder als Käufer am Anleihenmarkt auftreten werde, langfristig könnten sich die angeschlagenen Euro-Staaten aber nur selbst retten.

Für Anleger, die weiterhin dem Euro gegenüber pessimistisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Staatsanleihen von stabilen Ländern außerhalb der Eurozone interessant sein. Man müsse schon lange suchen, bis man Staatsanleihen von erstklassigen Emittenten mit einer Rendite finde, die über der aktuellen Inflationsrate liege. Am anderen Ende der Welt gebe es mit Neuseeland einen interessanten Kandidaten.

Die Neuseeländische Volkswirtschaft sei in vergleichsweise hohem Maße vom Export seiner Agrar- und Landwirtschaftsprodukte abhängig. Infolge der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise sei das Bruttoinlandsprodukt des Landes im Jahr 2009 um 0,6% geschrumpft. Im Jahr 2010 habe sich die Wirtschaft des Landes zunächst erholt, sei dann aber durch Naturkatastrophen wieder zurückgeworfen worden. So hätten die verheerenden Erdbeben im September 2010 und im Februar 2011 die Wirtschaft ausgebremst. Daher sei das Land zuletzt nur knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Die Wachstumsprognose für 2012 liege aber schon wieder bei 4%.

Grundsätzlich gehen die Analysten von Anleihencheck Research davon aus, dass sich die Neuseeländische Wirtschaft künftig wieder deutlich erholen sollte, auch wenn zuletzt weniger gute Konjunkturdaten gemeldet wurden. So sei bekannt geworden, dass die Handelsbilanz in Q1'2012 ein Defizit in Höhe von 787 Mio. NZD aufgewiesen habe. In den drei vorangegangenen Quartalen seien noch Überschüsse ausgewiesen worden. Zudem habe sich im ersten Quartal 2012 die Arbeitslosenquote von 6,4% im Vorquartal auf 6,7% erhöht. Dennoch befinde sich Neuseeland in 2012 wieder auf Wachstumskurs und das Land sollte vom Boom bei den Agrarrohstoffpreisen deutlich profitieren.

Grundsätzlich dürfte Neuseelands Wirtschaft nach Einschätzung der Analysten von den Wiederaufbauarbeiten nach den Erdbeben und von einer stabilen Wirtschaftsentwicklung seiner wichtigsten Handelspartner (u.a. Australien, USA, Deutschland, China) profitieren. Gefahren für die konjunkturelle Entwicklung sehe man allerdings vor dem Hintergrund der hohen Bedeutung des Exportes durch die internationalen Schuldenkrisen.

Für die Analysten von Anleihencheck Research bleibt die oben genannten Staatsanleihe von Neuseeland eine interessante Anlagealternative für den Top-gerateten Staatsanleihen-Sektor. Zum Vergleich: Eine Bundesleihe mit ähnlicher Laufzeit biete lediglich eine Rendite von 0,72%, was unter der aktuellen Inflationsrate von gut 2% liege. Jedoch gebe es ein Währungsrisiko zu beachten. (Analyse vom 07.08.2012) (07.08.2012/alc/a/a)


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