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Mehrere Notenbanken melden sich zu Wort


21.03.25 09:05
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Gleich mehrere Notenbanken meldeten sich in den letzten beiden Tagen zu Wort - und die globale Anlegerschaft ließ mit entsprechenden Reaktionen nicht auf sich warten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Den Beginn habe bereits am Mittwoch Abend die US-amerikanische FED mit einer erwartungsgemäßen Beibehaltungen des bisherigen Zinsniveaus gemacht, während jedoch die Wachstumsprognose nach unten und die Erwartungen hinsichtlich Arbeitslosenquote und Inflationsrate nach oben revidiert worden seien. Gestern habe sich die US-Anlegerschaft schließlich einen Reim auf die Signale und Anmerkungen der FED zu machen versucht. Einerseits hätten sich Investoren erleichtert gezeigt, dass die US-Notenbank ihre Einschätzung bezüglich des Leitzinspfades mit zwei Zinssenkungen für das Jahr 2025 nicht geändert habe. Andererseits hätten die neuen Inflationsaussichten, die zunehmende Unsicherheit über Trumps Zollpolitik sowie die Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung für eine abwartende Haltung an den Aktienmärkten gesorgt. Der nach wie vor stabile Arbeitsmarkt habe zumindest mit den gestern für die Vorwoche veröffentlichten Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe vorerst bestätigt werden können, nachdem diese leichter als erwartet angestiegen seien. Schlussendlich hätten die US-Indices den Handelstag und damit ihre Richtungssuche mit überschaubaren Verlusten beendet, welche für den NASDAQ 100 mit -0,3% noch am deutlichsten ausgefallen seien. Die Kursrückgänge des S&P 500 sowie des Dow Jones hätten sich noch mehr in Grenzen gehalten.

Unterdessen maabehnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde gestern im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments über die möglichen negativen Auswirkungen eines Handelskrieges mit den USA gemahnt. Demnach würden insbesondere im ersten Jahr nach den Zollerhöhungen das europäische Wachstum gedämpft und die Inflation angeheizt werden. Obwohl derartige Gefahren eines Handelskonflikts inzwischen keine sonderlichen Neuigkeiten mehr auf den Börsen darstellen sollten, hätten die Kommentare dennoch die Stimmung auf den europäischen Aktienmärkten getrübt. Des Weiteren habe sich bereits der heutige Hexensabbat - also der Verfallstag zahlreicher Optionen und Futures auf den Terminmärkten - angekündigt, welcher üblicherweise mit erhöhter Volatilität auf den Börsen einhergehe. Dementsprechend hätten der DAX sowie der ATX Einbußen in Höhe von rund 1,2% hinnehmen müssen. Mit etwa -1% sei der EURO STOXX 50 lediglich marginal besser davongekommen.

Ansonsten hätten gestern die Bank of England sowie die schwedische Riksbank ihre Leitzinsen unverändert belassen, während die Schweizerische Nationalbank deren Zinsen wenig überraschend von 0,5% auf 0,25% herabgesenkt habe.

An den Rohstoffmärkten habe der Ölpreis gestern deutlich auf nun mehr als USD 72 zugelegt. Unterstützend habe die Entscheidung der OPEC+ gewirkt, sieben Mitgliedsstaaten, die sich bisher nicht an die vereinbarten Ölförderungsmengen gehalten hätten, einen strikteren Förderungsplan aufzuerlegen. Außerdem hätten die erneuten Spannungen im Nahen Osten den Preis für ein Barrel der Sorte Brent nach oben getrieben. Gold habe gestern zwischenzeitlich ebenso fester tendiert und damit einen neuen Allzeithöchststand erreicht. Heute Morgen handele das Edelmetall jedoch kaum verändert bei rund USD 3.030. Der Bitcoin notiere derzeit bei etwa USD 84.000.

Die asiatischen Märkte würden sich heute Morgen gemischt präsentieren. Während der japanische TOPIX fester tendiere, würden die Börsen in China und Hongkong aktuell zu Abschlägen handeln. (21.03.2025/alc/a/a)