Litauen-Anleihe: bietet ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis


10.09.12 16:26
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0327304001 / WKN A0TLHX) von Litauen weiterhin für ein interessantes Investment für den europäischen Staatsanleihen-Sektor im unteren Investment-Grade-Bereich.

Die Anleihe, emittiert von Litauen, sei mit einem attraktiven Kupon von 4,85% ausgestattet, laufe noch bis zum 07.02.2018 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 108,02% biete das Papier eine jährliche Rendite von 3,25%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Note von "Baa1" bewertet, was im unteren Investment-Grade-Bereich liege.

Das Baltikum mit den Ländern Litauen, Lettland und Estland habe viele Jahre zu den dynamischsten Wirtschaftsregionen Europas und der EU gezählt. Aber die Finanzkrise und insbesondere die geplatzte Immobilienblase hätten den vom billigen Geld abhängigen Boom im Konsum- bzw. Bausektor abrupt beendet und tiefe Spuren hinterlassen.

Nach einer tiefen Rezession in 2009, das BIP sei um 15% geschrumpft, sei dem Land ein eindrucksvoller Turnaround gelungen und nur ein Jahr später sei wieder ein Wachstum von 1,3% verzeichnet worden. Und in 2011 habe das Wachstum sogar 5,8% betragen. Der Grund für die rasche Erholung sei u.a. darin zu sehen, dass die litauische Industrie in der Krise bei den Investitionen starke Zurückhaltung geübt habe, dann aber begonnen habe, den großen Nachholbedarf zu befriedigen. Auch die Baubranche sei wieder zügig angesprungen. Die Wachstumsprognosen für die Litauische Wirtschaft lägen für 2012 bei rund +2,8%.

Als EU-Land habe Litauen seinerzeit in 2006 die EUR-Einführung nicht geschafft, was am unerfüllten Inflationskriterium gelegen habe. Nach Auffassung von Experten könne das Land die Kriterien auch nicht vor 2014 erfüllen. Aber auch die Regierung lasse sich Zeit. Das liege einerseits an den Plänen, das derzeitige Haushaltsdefizit nicht so schnell zu reduzieren, damit die noch angeschlagene Binnenkonjunktur nicht zusätzlich belastet werde. Andererseits böten die derzeitigen Probleme in der Währungsunion auch keinen Grund zur Eile. Litauens Währung, der Litas, werde gegenüber dem EUR mit einem festen Wechselkurs von 3,4528 gehandelt.

Vor dem Hintergrund der zu erwartenden globalen Wirtschaftsstabilisierung ab der zweiten Jahreshälfte 2012 sollte sich auch Litauens Wirtschaft künftig wieder weniger volatil präsentieren. Die Kurse von Staatsanleihen von Litauen hätten sich seit Ende 2011 spürbar erholt und würden die besseren Perspektiven widerspiegeln. Trotz der jüngsten Kurserholung bietet die o.a. Anleihe nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research unverändert ein attraktives Rendite/Risiko-Verhältnis für Papiere im unteren Investment-Grade-Bereich. (Analyse vom 10.09.2012) (10.09.2012/alc/a/a)


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