Investmentidee: Was ist die "Santa Claus Rally"? - Anleiheanalyse


19.12.24 10:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Amazon.com (ISIN US0231351067 / WKN 906866), Coca-Cola und Walmart eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die Santa Claus Rally werde als saisonaler Trend beschrieben, bei dem ein Anstieg der Aktienkurse während der letzten fünf Handelstage im Dezember und der ersten zwei im Januar überdurchschnittlich beobachtet worden sei. Der Begriff sei erstmals 1972 von Yale Hirsch etabliert worden.

Der Zeitraum der Santa Rally sei nicht eindeutig festgelegt und könne von Jahr zu Jahr variieren. Er trete in der Regel rund um Dezember und Anfang Januar auf, doch der genaue Beginn und das Ende seien nie genau definierbar. Die Rally könnte früher starten, schneller enden oder später beginnen und länger anhalten als üblich. Es gebe keine Garantie, dass die Rally jedes Jahr exakt zum selben Zeitpunkt stattfinde.

Statistisch betrachtet, trete die Rally in etwa 80% der Fälle auf, mit einer durchschnittlichen Rendite von 1,4% für den S&P 500 seit 1950. Sie gelte als eine Kombination aus saisonaler Marktpsychologie und strukturellen Faktoren.

Die Santa Rally sei keine Garantie für Gewinne, aber ein häufig beobachtetes Phänomen. Sie basiere auf Faktoren wie der festlichen Stimmung, erhöhten Konsumausgaben und steuerlichen Optimierungen, die zum Jahresende durchgeführt würden. Diese Zeit markiere eine Phase, in der viele Anleger ihre Portfolios neu justieren oder Boni reinvestieren und somit den Markt teilweise beeinflussen könnten.

Die Santa Rally werde durch eine Kombination aus psychologischen, steuerlichen und marktspezifischen Einflüssen angetrieben. Zum Jahresende herrsche oft Optimismus: Viele Anleger ließen sich von der positiven Feiertagsstimmung und den Erwartungen eines guten Starts ins neue Jahr leiten. Diese positive Einstellung führe dazu, dass viele bereit seien, höhere Risiken einzugehen, was die Nachfrage nach Aktien erhöhen könnte. Außerdem könnten sich viele Investoren an historischen Mustern wie der Santa Claus Rally orientieren und so den Trend verstärken.

Steuerliche Überlegungen könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Viele Anleger verkauften zum Jahresende verlustreiche Positionen, um ihre Steuerlast zu senken. Das freiwerdende Kapital werde oft wieder in Wertpapiere reinvestiert, was die Kurse steigen lassen könnte. Zusätzlich kauften Fondsmanager sogenannte "Window Dressing"-Aktien, also Wertpapiere, die gut gelaufen seien, um ihre Jahresend-Portfolios attraktiver aussehen zu lassen. Diese Käufe könnten den Aufwärtstrend in vielen Märkten verstärken.

Ein weiterer Treiber sei die erhöhte Liquidität zum Jahresende. Weihnachtsboni, Dividenden oder andere Geldzuflüsse würden häufig sofort investiert. Gleichzeitig seien institutionelle Investoren über die Feiertage weniger aktiv, was bei geringem Handelsvolumen größere Kursbewegungen auslösen könnte. Zusammengenommen könnten diese Faktoren ein Umfeld schaffen, das die Santa Rally begünstigen könne - auch wenn externe Risiken wie geopolitische Spannungen oder wirtschaftliche Unsicherheiten den Effekt abschwächen könnten.

Die Chancen für eine Santa Claus Rally 2024 würden von positiven wie auch negativen Faktoren abhängen. Auf der positiven Seite könnten eine stabilisierte Inflation und die mögliche Senkung der Leitzinsen durch die Federal Reserve die Marktstimmung stützen und sowohl Verbraucher als auch Unternehmen entlasten. Besonders die robusten Verbraucherausgaben, die traditionell im Dezember stark seien, sowie der Optimismus der Anleger könnten die Wahrscheinlichkeit einer Rally erhöhen. Solche Muster könnten das Vertrauen vieler Marktteilnehmer in dieses Phänomen stärken.

Gleichzeitig herrschten jedoch Unsicherheiten: Geopolitische Spannungen, etwa im Nahen Osten, oder wirtschaftliche Risiken wie das uneinheitliche Tempo der globalen Erholung könnten die Rally bremsen. Es bleibe zudem fraglich, wie stark institutionelle Investoren auf traditionelle Jahresendstrategien wie "Window Dressing" setzen würden. Zudem könnte eine niedrige Marktliquidität durch fehlende institutionelle Akteure während der Feiertage größere Kursbewegungen auslösen - positiv wie negativ.

Investoren sollten den Markt aufmerksam beobachten und Indikatoren wie Verbrauchervertrauen und Inflationsdaten im Blick behalten. Auch wie sich Sektoren wie Konsumgüter oder Technologie entwickeln würden, welche typischerweise von der Santa Rally profitieren würden, sei entscheidend für den potenziellen Ausmaß der Santa Rally an sich. Vorsichtige Strategien und tiefe Analysen könnten helfen, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Die Santa Rally habe traditionell einen großen Einfluss auf bestimmte Branchen, die stark von dem saisonalen Konsum und einer positiven Marktstimmung profitieren würden. Besonders ausgeprägt seien die Auswirkungen auf den Einzelhandel und die Konsumgüterbranche. Unternehmen, die von den hohen Verkaufszahlen während der Feiertage profitieren würden, könnten häufig einen Anstieg ihrer Aktienkurse erleben. Das positive Konsumverhalten und die optimistischen Erwartungen für das kommende Jahr seien entscheidend für die starke Performance dieser Sektoren während der Rally.

Ebenso zeige der Technologiesektor typischerweise positive Ergebnisse während der Santa Rally, insbesondere Unternehmen im Bereich E-Commerce und digitale Zahlungen. Diese Firmen könnten von der steigenden Online-Nachfrage profitieren und dem erhöhten Investoreninteresse an Technologieaktien, wenn Anleger ihre Portfolios für das kommende Jahr aufbauen würden.

Der Energiesektor hingegen zeige eine gemischte Performance. Kälteres Wetter könnte die Energienachfrage steigern, was besonders Unternehmen im Bereich Erdgas und Stromversorgung zugutekommen könnte. Allerdings könnten geopolitische Ereignisse oder Schwankungen der Ölpreise die Performance von Energieunternehmen beeinflussen, was zu unvorhersehbaren Schwankungen führen könnte.

Zusammenfassend lasse sich sagen, dass die Santa Rally vor allem Sektoren stärken könnte, die direkt mit dem Konsum verbunden seien. Anleger sollten diese Dynamiken im Auge behalten, um die Chancen der Rally bestmöglich zu nutzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine neue Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf die Aktien von Amazon.com, Coca-Cola und Walmart. Die Anleihe könne noch bis zum 30. Dezember 2024 gezeichnet werden.

Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 9,00% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00% des Anfänglichen Referenzpreises, d.h. des Schlusskurses der Aktien am 30. Dezember 2024 an den Referenzbörsen Nasdaq Global Select Market und NYSE. Die Barriere liege bei 70,00% des Anfänglichen Referenzpreises. Fällig werde die Anleihe am 30. Dezember 2025.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 18.12.2024) (19.12.2024/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.