Investmentidee: Qubits und Quantum Computing gehören die Zukunft - Anleiheanalyse


10.10.24 08:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind Qubits und Quantum Computing eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Quantum Computing könnte eine neue Ära von Computern begründen. Große Technologiekonzerne und Forschungsinstitute würden intensiv daran arbeiten, die Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit dieser Technologie sukzessive zu erhöhen. Unterstützt würden Forschung und Entwicklungen in diesem Bereich durch das allgemein hohe technologische Momentum rund um Themen wie Halbleiter und Künstliche Intelligenz.

Quantum Computing oder Quantencomputer seien eine revolutionäre Form von Hochleistungscomputern, die die Art und Weise, wie man Daten verarbeite und Probleme löse, nachhaltig verändern könnten. Zu diesem Zweck würden sich Quantencomputer den Gesetzen der Quantenmechanik bedienen - einer der Hauptsäulen der modernen Physik.

Klassische Computer operierten mit den Zuständen 1 und 0, in denen Informationen in binären Bits gespeichert würden. Quantencomputer hingegen würden sogenannte Quantenbits oder auch "Qubits" verwenden. Diese Qubits könnten gleichzeitig die Zustände 1 oder auch 0 annehmen, was durch den Begriff der "Superposition" beschrieben werde.

Mehrere Qubits könnten darüber hinaus auch miteinander verknüpft sein, was wiederum als "Verschränkung" bezeichnet werde. Beide dieser Eigenschaften würden es Quantencomputern ermöglichen, riesige Mengen an Daten zu verarbeiten und komplexe Berechnungen teils in Sekundenbruchteilen durchzuführen - wofür herkömmliche Computer Monate oder sogar Jahre bräuchten.

In der heutigen Industrie 4.0 seien Daten und darauf basierende Analysen die Grundlage vieler wertschöpfender und zukunftsweisender Prozesse. Aufgrund ihrer enormen Rechenleistung hätten Quantencomputer daher das Potenzial, viele Bereiche des modernen gesellschaftlichen Lebens zu beeinflussen. So könnten beispielsweise in der Medizin auf der Basis großer Datenmengen von Genomen neue, auf bestimmte Bedarfsgruppen zugeschnittene Medikamente entwickelt werden.

Auch könnten Modelle komplexer biologischer Systeme erstellt und Wirkungsweisen am Modell simuliert werden. In der Finanzwirtschaft könnten größere Modelle entwickelt werden, um Risiken abzuschätzen und Anlagestrategien zu optimieren. In der Kryptographie könnten effizientere und sicherere Formen der Verschlüsselung entwickelt werden. Aber auch im Umweltbereich könnten mithilfe von Quantencomputern z.B. komplexe Modelle erstellt werden, um den Klimawandel zu simulieren und effizientere Strategien dagegen zu testen.

Die obigen Beispiele würden zeigen, wie vielfältig die Anwendungsbereiche von Quantencomputern sein könnten. Mit der Breite der Einsatzmöglichkeiten steige auch die öffentliche Förderung der Quantentechnologie. Im Vergleich zum Jahr 2022 seien die öffentlichen Mittel um mehr als 50 Prozent gestiegen. Während bisher China und die USA das Ranking der Investitionsausgaben dominiert hätten, würden neue Ankündigungen aus Deutschland, Großbritannien, Südkorea, Indien, Kanada und den Niederlanden das wachsende Vertrauen in diese Zukunftstechnologie widerspiegeln. Das weltweite Volumen werde 2023 die Rekordmarke von 42 Milliarden US-Dollar erreichen.

Trotz des enormen Potenzials stecke die Entwicklung von Quantencomputern allerdings immer noch in den Kinderschuhen. Der Entwicklungsprozess unterliege einigen besonderen technologischen Herausforderungen. So könnten Qubits beispielsweise nur unter Vakuumbedingungen arbeiten und bräuchten, um eingefangen und manipuliert werden zu können, den absoluten Nullpunkt (-273,15 Grad Celsius). Trotzdem seien viele Experten davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis diese Technologie weiter verbreitet sein werde und die Art, wie man mit Daten arbeite und Modellsimulationen vornehme, massiv verändern werde.

IBM, Microsoft und Amazon seien führende Unternehmen, die stark in die Entwicklung von Quantencomputern investierten und bereits jetzt Lösungen präsentierten. IBM gehöre zu den Pionieren auf diesem Gebiet und biete mit IBM Quantum seit 2019 eine Plattform an, die Forschern und Entwicklern den Zugang zu Quantencomputern ermögliche. Über diese Plattform stelle IBM bereits erste kommerziell nutzbare Quantencomputer zur Verfügung.

Microsoft verfolge mit seiner Plattform Azure Quantum einen Ansatz, der klassische und Quantencomputer kombiniere. Ziel sei es, eine skalierbare Quantencomputing-Infrastruktur zu schaffen und Werkzeuge bereitzustellen, mit denen Quantenalgorithmen entwickelt und getestet werden könnten.

Amazon biete mit Amazon Braket eine weitere Lösung an, die den Zugang zu verschiedenen Quantencomputing-Technologien ermögliche. Nutzer könnten auf dieser Plattform ihre eigenen Quantenalgorithmen testen. Zu den Nutzern gehörten unter anderem das Finanzunternehmen Fidelity, aber auch das italienische Nationalinstitut für Kernphysik nutze die Dienste von AWS, um die Quantenforschung zu beschleunigen.

Alle drei Unternehmen hätten bereits erhebliche Investitionen im Bereich Quantencomputing getätigt und würden die Entwicklung dieser Technologie aktiv vorantreiben. Mit ihren Plattformen und Werkzeugen böten sie bereits erste funktionsfähige Lösungen auf dem Markt an. Mit diesen Ansätzen würden sie Quantencomputing einem breiteren Publikum zugänglich machen und den Grundstein für zukünftige Innovationen in verschiedenen Industrien legen. Gemeinsames Ziel sei es, Quantencomputing in die Praxis zu überführen und das Potenzial dieser Technologie voll auszuschöpfen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine neue Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf die Aktien von Amazon.com (ISIN US0231351067 / WKN 906866), IBM und Microsoft. Die Anleihe könne noch bis zum 21. Oktober 2024 gezeichnet werden.

Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 7,25% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00% des Anfänglichen Referenzpreises, d.h. des Schlusskurses der Aktien am 21. Oktober 2024 an den Referenzbörsen NYSE und Nasdaq Global Select Market. Die Barriere liege bei 60,00% des Anfänglichen Referenzpreises. Fällig werde die Anleihe am 26. September 2025.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 09.10.2024) (10.10.2024/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.