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Inflationsgefahren noch nicht vollständig gebannt
05.09.24 09:40
ALTE LEIPZIGER Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Einlagesatz in der Juli-Sitzung unverändert bei 3,75% belassen, so die Experten der ALTE LEIPZIGER Trust.
EZB-Chefin Lagarde habe sich mit Hinweisen zurückgehalten, ob im September eine weitere Zinssenkung anstehe. In diesem Kontext habe sie auf ein datenabhängiges Vorgehen verwiesen und sich alle Optionen offengehalten. Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte scheine jedoch wahrscheinlich, gefolgt von jeweils einem weiteren solchen Schritt in den folgenden Quartalen, bis der Einlagesatz im Sommer 2025 bei 2,75% liege.
In den USA stünden die Zeichen ebenfalls auf eine Senkung der Leitzinsen. FED-Chef Powell habe im Rahmen des Notenbankertreffens in Jackson Hole signalisiert, dass die FED die Leitzinsen bald senken werde, um die Situation am US-Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Höhe und zeitliche Abfolge weiterer Zinsschritte seien aber weiterhin offen. Marktteilnehmer würden eine erste Zinssenkung im September um 25 Basispunkte erwarten. Danach sollten vier weitere Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte folgen, sodass das Leitzinsband im Sommer 2025 bei 4,0% bis 4,25% liegen dürfte.
Die vorläufigen Projektionen der August-Inflationsdaten für den Euroraum würden einen Rückgang der Preissteigerung von 2,6% auf 2,2% ausweisen. In den großen Mitgliedsländern seien einheitlich niedrigere Inflationsraten verzeichnet worden. Der Rückgang der Teuerung sei auf einen deutlich schwächeren Preisauftrieb im Energiesektor zurückzuführen. Insbesondere die Preise für Kraftstoffe hätten unter dem Vorjahresniveau gelegen. Dies sei auf zwei Gründe zurückzuführen: Rohöl der Sorte Brent habe im August-Durchschnitt rund 7% unter dem Vorjahresniveau notiert. Darüber hinaus habe der Euro im Vergleich zum US-Dollar zuletzt etwas an Stärke gewonnen. Sowohl ein sinkender Ölpreis - zuletzt habe das Barrel Brent Öl noch knapp 74 US-Dollar gekostet - als auch ein stärkerer Euro im Vergleich zum US-Dollar würden in der Regel zu geringeren Preisen an den Tankstellen führen.
Die weitere Entwicklung der Inflationsrate werde von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Die Kraftstoffpreise dürften in den kommenden Monaten wieder höher tendieren, denn der Ölpreis sollte nun wieder etwas anziehen. Bei den Dienstleistungen sollte der Preisdruck zunächst weiter anhalten. Die allgemein hohen Lohnsteigerungen würden sich noch bis 2025 preiserhöhend auswirken. Der Lohndruck sollte jedoch aufgrund der sich inzwischen abflachenden Inflationsentwicklung an Stärke verlieren.
Nicht unwahrscheinlich, dass um die Jahreswende noch einmal mit etwas höheren Preissteigerungsraten gerechnet werden müsse. Danach sollte sich der Inflationspfad abflachen und sich allmählich dem EZB-Preisziel von 2,0% annähern. Geopolitische Risiken wie die konfliktreiche Lage im Nahen Osten oder eine anhaltende Verteuerung bei den Containerfrachtraten hätten aber das Potenzial, den prognostizierten Inflationsrückgang zu gefährden.
Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen hätten sich zuletzt seitwärts im Bereich von 2,2% (Deutschland) und 3,9% (USA) bewegt. Die Rentenmärkte stünden unter dem Einfluss der Konjunkturdaten sowie den Aussagen der Notenbanker. Die begonnenen Neuemissionen von Staats- und Unternehmensanleihen nach der Sommerpause könnten belasten. Bunds hätten Rückenwind von dem erneuten Rückgang des ifo-Index erhalten. So seien die vorausschauenden ifo-Erwartungen von 87,0 auf 86,8 gesunken. Die Bremseffekte der restriktiven EZB-Geldpolitik, die zu einem schwachen Geldmengenwachstum im Euroraum geführt hätten, würden wohl noch die deutsche Konjunktur belasten. (Ausgabe September 2024) (05.09.2024/alc/a/a)
EZB-Chefin Lagarde habe sich mit Hinweisen zurückgehalten, ob im September eine weitere Zinssenkung anstehe. In diesem Kontext habe sie auf ein datenabhängiges Vorgehen verwiesen und sich alle Optionen offengehalten. Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte scheine jedoch wahrscheinlich, gefolgt von jeweils einem weiteren solchen Schritt in den folgenden Quartalen, bis der Einlagesatz im Sommer 2025 bei 2,75% liege.
In den USA stünden die Zeichen ebenfalls auf eine Senkung der Leitzinsen. FED-Chef Powell habe im Rahmen des Notenbankertreffens in Jackson Hole signalisiert, dass die FED die Leitzinsen bald senken werde, um die Situation am US-Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Höhe und zeitliche Abfolge weiterer Zinsschritte seien aber weiterhin offen. Marktteilnehmer würden eine erste Zinssenkung im September um 25 Basispunkte erwarten. Danach sollten vier weitere Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte folgen, sodass das Leitzinsband im Sommer 2025 bei 4,0% bis 4,25% liegen dürfte.
Die weitere Entwicklung der Inflationsrate werde von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Die Kraftstoffpreise dürften in den kommenden Monaten wieder höher tendieren, denn der Ölpreis sollte nun wieder etwas anziehen. Bei den Dienstleistungen sollte der Preisdruck zunächst weiter anhalten. Die allgemein hohen Lohnsteigerungen würden sich noch bis 2025 preiserhöhend auswirken. Der Lohndruck sollte jedoch aufgrund der sich inzwischen abflachenden Inflationsentwicklung an Stärke verlieren.
Nicht unwahrscheinlich, dass um die Jahreswende noch einmal mit etwas höheren Preissteigerungsraten gerechnet werden müsse. Danach sollte sich der Inflationspfad abflachen und sich allmählich dem EZB-Preisziel von 2,0% annähern. Geopolitische Risiken wie die konfliktreiche Lage im Nahen Osten oder eine anhaltende Verteuerung bei den Containerfrachtraten hätten aber das Potenzial, den prognostizierten Inflationsrückgang zu gefährden.
Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen hätten sich zuletzt seitwärts im Bereich von 2,2% (Deutschland) und 3,9% (USA) bewegt. Die Rentenmärkte stünden unter dem Einfluss der Konjunkturdaten sowie den Aussagen der Notenbanker. Die begonnenen Neuemissionen von Staats- und Unternehmensanleihen nach der Sommerpause könnten belasten. Bunds hätten Rückenwind von dem erneuten Rückgang des ifo-Index erhalten. So seien die vorausschauenden ifo-Erwartungen von 87,0 auf 86,8 gesunken. Die Bremseffekte der restriktiven EZB-Geldpolitik, die zu einem schwachen Geldmengenwachstum im Euroraum geführt hätten, würden wohl noch die deutsche Konjunktur belasten. (Ausgabe September 2024) (05.09.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


