Finnland-Anleihe: knapp 2% Rendite bei Top-Rating


06.12.12 11:27
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN FI4000006176 / WKN A1ANXA) von Finnland für eine interessante Alternative gegenüber anderen Top-gerateten europäischen Staatsanleihen.

Die Anleihe, emittiert vom skandinavischen Land Finnland, sei mit einem Kupon von 4,00% ausgestattet, laufe noch bis zum 04.07.2025 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 121,83% biete das Papier eine jährliche Rendite von 1,93%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet.

Die Euro-Schuldenkrise wirke sich mehr und mehr negativ auf die Weltwirtschaft aus. Zuletzt habe die EU-Kommission die Wachstumsprognose für Europa für dieses und nächstes Jahr zum Teil deutlich nach unten revidiert. Während für 2012 ein Rückgang von 0,4% (bisher: -0,3%) prognostiziert werde, falle die Anpassung für 2013 drastisch aus. So gehe die EU-Kommission nur noch von einem mickrigen Wachstum in der Euro-Zone von 0,1% aus, nach zuvor +1,0%.

Dennoch habe sich nach den angekündigten Fiskalmaßnahmen der FED und EZB die Lage an den Kapitalmärkten deutlich entspannt, doch damit sei nur wieder etwas mehr Zeit gewonnen worden. Denn nur, wenn die eingeleiteten Reformen in den hochverschuldeten Ländern greifen würden, könnte die Schuldenproblematik mittelfristig gelöst werden. Dies sei gegenwärtig aber noch nicht abzusehen.

Sicherheitsorientierte Anleger würden somit nach wie vor nach Schuldnern mit Top-Bonitäten Ausschau halten, auch wenn deren Renditen meist nicht üppig ausfallen würden. Und nachdem Frankreich zuletzt sein Top-Rating verloren habe, könnten sich in der Eurozone nicht mehr viele Staaten mit der Bestnote rühmen. Finnland zähle noch zu diesem elitären Kreis und das Land werde als Schuldner den beiden Aspekten "Sicherheit" sowie "Rendite" gerecht.

Finnlands Wirtschaft habe in der Vergangenheit überdurchschnittlich von der Globalisierung profitiert, sei demzufolge aber auch von der weltweiten Wirtschaftskrise stärker betroffen gewesen als andere Industrieländer. Die Folge sei ein BIP-Rückgang in 2009 von 8% gewesen. Mitte 2010 sei die Wirtschaft aber wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Vor allem die gestiegenen Exporte, der Privatkonsum und die privaten Investitionen hätten zum BIP-Wachstum beigetragen.

Während sich Europa bereits in einer Rezession befinde, könne sich Finnland dieser noch entziehen. Nachdem Finnlands Wirtschaft im zweiten Quartal um 1,1% geschrumpft sei, sei es im dritten Quartal wieder zu einem leichten Wachstum um 0,3% gekommen. Somit sei das Land, nicht wie von einigen befürchtet, in die Rezession gerutscht.

Doch das trübe wirtschaftliche Umfeld in Europa veranlasse auch Finnlands Regierung auf die Bremse zu treten, was die Wirtschaftsleistung angehe. So rechne sie lediglich mit einem BIP-Wachstum von etwa 0,9%. Sollte aber die erwartete Belebung der Weltwirtschaft ab 2013 einsetzen, sei künftig wieder mit einem dynamischeren BIP-Anstieg zu rechnen. Sicherheitshalber habe die Regierung in Helsinki aber die Wachstumsprognose für 2013 auf 0% bis 1% gesenkt.

Zwar sei die Rendite der o.a. Staatsanleihe zuletzt im Zuge des starken Kursanstiegs deutlich gesunken, doch liege sie mit knapp 2% immer noch etwa 0,60 Prozentpunkte über der von vergleichbaren Bundesanleihen - und das beim selben Rating. Daher halten die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von Finnland für eine interessante Alternative für den Top-gerateten europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 06.12.2012) (06.12.2012/alc/a/a)


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