Finnland-Anleihe: Knapp 2% Rendite bei Top-Rating


20.06.12 12:33
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN FI4000020961 / WKN A1GMUA) von Finnland weiterhin für eine interessante Alternative gegenüber anderen Top-gerateten europäischen Staatsanleihen.

Die Anleihe, emittiert vom skandinavischen Land Finnland, sei mit einem Kupon von 3,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.04.2021 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 112,59% biete das Papier eine jährliche Rendite von 1,91%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet.

Die Märkte seien zuletzt wieder von mehr Unsicherheit geprägt gewesen. Auch wenn das Wahlergebnis in Griechenland pro-europäisch gewesen sei, kehre schnell wieder Ernüchterung an den Märkten ein. Die Probleme in Spanien und Italien und wohl weitere Zugeständnisse der EU gegenüber Griechenland würden weiterhin das Marktgeschehen dominieren. Zudem sei noch gar nicht gewiss, ob Griechenland wirklich in der EU bleibe.

Für Anleger, die weiterhin dem Euro und den Aktienmärkten gegenüber pessimistisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Staatsanleihen von erstklassigen Emittenten interessant sein. Diese befänden sich u.a. in Skandinavien, hier seien Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland zu nennen.

Finnlands Wirtschaft habe in der Vergangenheit überdurchschnittlich von der Globalisierung profitiert, sei demzufolge aber auch von der weltweiten Wirtschaftskrise stärker betroffen gewesen als andere Industrieländer. Die Folge sei ein BIP-Rückgang in 2009 von 8% gewesen. Mitte 2010 sei die Wirtschaft aber wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Vor allem die gestiegenen Exporte, der Privatkonsum und die privaten Investitionen hätten zum BIP-Wachstum beigetragen. Die finnische Regierung erwarte für 2012 einen BIP-Anstieg von etwa 2,8%.

Die jüngsten Daten für das erste Quartal 2012 der europäischen Statistikbehörde Eurostat würden vor zu viel Optimismus hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung für die Eurozone warnen: Zwar sei das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum zum Jahresbeginn stabil geblieben, doch ohne Deutschlands Beitrag in Höhe von 0,5% gg. VQ wäre das BIP in der Eurozone um 0,2% zurückgegangen. Die Analysten von db research hätten ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft für 2012 von 3,5% auf 3,2% zurückgenommen, würden jedoch für 2013 eine Erholung auf 4% erwarten.

Finnlands Regierung sei für dieses Jahr eher zurückhaltend gestimmt, was die Wirtschaftsleistung angehe, und rechne lediglich mit einem BIP-Wachstum von 0,4%. Sollte aber die erwartete Belebung der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte einsetzen, sei für 2013 mit einem dynamischeren BIP-Anstieg zu rechnen.

Zwar sei die Rendite der o.a. Staatsanleihe zuletzt im Zuge des starken Kursanstiegs deutlich gesunken, doch liege sie mit 1,91% immer noch etwa 0,70 Prozentpunkte über der von vergleichbaren Bundesanleihen - und das beim selben Rating. Daher halten die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von Finnland weiterhin für eine interessante Alternative für den Top-gerateten europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 20.06.2012)


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(20.06.2012/alc/a/a)