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Fed: Zinssenkungen sind zurück
18.09.25 09:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Fed hat die Erwartungen erfüllt und die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Die Federal Funds Rate liege nun zwischen 4,0 und 4,25 %. Es sei die erste Zinssenkung in diesem Jahr gewesen, nachdem die Fed Ende 2024 die Leitzinsen um 100 Basispunkte gesenkt habe.
Die geldpolitische Erklärung lasse nicht erkennen, dass die Fed ihre Ansichten radikal verändert habe. Es gebe jetzt klare Hinweise auf einen schwächeren Arbeitsmarkt, aber es herrsche keine Panik. "Der Beschäftigungszuwachs habe sich verlangsamt, und die Arbeitslosenquote sei leicht gestiegen, bleibe aber niedrig." Außerdem "hätten die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung zugenommen". In Bezug auf die Inflation sei die Fed weiterhin nicht entspannt: "Die Inflation sei gestiegen und bleibe etwas erhöht." Wie erwartet sei es also die "Verschiebung des Risikogleichgewichts" – genauer gesagt die Verschiebung der Risikoeinschätzung für den Arbeitsmarkt –, die die Fed dazu veranlasst habe, die Leitzinsen zu senken.
Interessanterweise spreche ein Blick auf die aktualisierten Wirtschaftsprognosen nicht unbedingt für eine Zinssenkung. Das Wirtschaftswachstum sei nach oben korrigiert worden, ebenso wie die Inflation (für 2026), während die Prognose für die Arbeitslosenquote sogar gesenkt worden sei (für 2026 und 2027). Die Risikoeinschätzung sei alles andere als ausgewogen, aber das sei nichts Neues. Die meisten Teilnehmer sähen das Risiko für die Arbeitslosenquote erhöht, und ein ähnlich großes Aufwärtsrisiko bestehe auch für die Inflationsaussichten.
Als Teil der Wirtschaftsprognosen zeige der Dot-Plot, dass es ein breites Spektrum an Meinungen zum zukünftigen Leitzinspfad gebe. Für den Rest des Jahres zeige der Median unter den Teilnehmern, dass zwei weitere Zinssenkungen um je 25 Basispunkte am wahrscheinlichsten seien. In Wirklichkeit gebe es aber zwei Lager und zwei Ausreißer. Auf der einen Seite stünden FOMC-Mitglieder, die dächten, dass dies eine einmalige Anpassung gewesen sei und dass der Zinssenkungszyklus erst 2026 weitergehen solle (sechs FOMC-Mitglieder). Auf der anderen Seite stünden FOMC-Mitglieder, die dächten, dass bis zum Jahresende auf jeder Sitzung eine Senkung um 25 Basispunkte nötig sei (neun FOMC-Mitglieder). Eine Zinssenkung im Oktober sei also noch nicht in Stein gemeißelt und hänge von den noch ausstehenden Datenpunkten ab. Die Fed entscheide von Sitzung zu Sitzung, der Trend sei aber dennoch nach unten gerichtet.
Im Dot-Plot falle ein FOMC-Mitglied auf, das bis zum Jahresende bei jeder Sitzung eine Senkung um 50 Basispunkte bevorzugen würde. Es sei nicht schwer zu erraten, dass es sich dabei um Stephen Miran handeln müsse, der erst diese Woche dem FOMC beigetreten sei. Auf der Sitzung habe nur Miran gegen den Konsensus gestimmt und für eine Senkung des Leitzinses um 50 Basispunkte votiert. Miran scheine aber der einzige extreme Trump-Anhänger zu sein, da andere Verbündete wie Waller und Bowman diesmal mit dem Konsensus gestimmt hätten. Auch wenn das keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt habe, zeige Mirans Ansatz, dass Trumps Nominierte für die Fed nicht unbedingt konsensorientiert agierten, sondern ihrer eigenen Agenda folgten. Auch wenn Lisa Cook vorerst ihren Posten als Fed-Gouverneurin behalten könne, zeige es, dass sich die Fed vielleicht stärker verändern könne, wenn Trump einen Miran-ähnlichen Fed-Vorsitzenden durch den Kongress bringe.
Bei der Pressekonferenz habe Powell Fragen zu Miran oder zur Unabhängigkeit der Fed im Allgemeinen nicht beantwortet. Seine Pressekonferenz sei ziemlich ausgewogen gewesen, weder besonders dovish noch besonders hawkish. Der Fokus habe hauptsächlich auf dem Arbeitsmarkt gelegen, wobei sowohl das sinkende Arbeitskräfteangebot als auch die sinkende Arbeitskräftenachfrage betont worden seien. In letzter Zeit sei die Arbeitskräftenachfrage stärker zurückgegangen als das Arbeitskräfteangebot, was auch zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote geführt habe. Es sei interessant, dass Powell einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte so viel Gewicht beimesse.
Der Finanzmarkt habe zuerst nervös auf die Fed-Entscheidung reagiert. Nach einer kurzen Phase der Volatilität hätten sich jedoch sowohl die Renditen von US-Staatsanleihen als auch der Dollar nur wenig verändert. Der EUR/USD-Kurs handle nahe 1,18, etwas niedriger als vor der Fed-Sitzung. Die Fed-sensitiven 2-jährigen US-Staatsanleiherenditen notierten nahe 3,5 %, wie vor der Fed-Sitzung. Das lange Ende der US-Treasury-Kurve sei leicht gestiegen. Letzteres lege darauf hin, dass das finale Leitzinsniveau näher an die 3 % herangerückt sei. Auf Sicht der nächsten Monate erwarte der Markt zwei weitere Senkungen um jeweils 25 Basispunkte bis zum Jahresende. (18.09.2025/alc/a/a)
Die Federal Funds Rate liege nun zwischen 4,0 und 4,25 %. Es sei die erste Zinssenkung in diesem Jahr gewesen, nachdem die Fed Ende 2024 die Leitzinsen um 100 Basispunkte gesenkt habe.
Die geldpolitische Erklärung lasse nicht erkennen, dass die Fed ihre Ansichten radikal verändert habe. Es gebe jetzt klare Hinweise auf einen schwächeren Arbeitsmarkt, aber es herrsche keine Panik. "Der Beschäftigungszuwachs habe sich verlangsamt, und die Arbeitslosenquote sei leicht gestiegen, bleibe aber niedrig." Außerdem "hätten die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung zugenommen". In Bezug auf die Inflation sei die Fed weiterhin nicht entspannt: "Die Inflation sei gestiegen und bleibe etwas erhöht." Wie erwartet sei es also die "Verschiebung des Risikogleichgewichts" – genauer gesagt die Verschiebung der Risikoeinschätzung für den Arbeitsmarkt –, die die Fed dazu veranlasst habe, die Leitzinsen zu senken.
Als Teil der Wirtschaftsprognosen zeige der Dot-Plot, dass es ein breites Spektrum an Meinungen zum zukünftigen Leitzinspfad gebe. Für den Rest des Jahres zeige der Median unter den Teilnehmern, dass zwei weitere Zinssenkungen um je 25 Basispunkte am wahrscheinlichsten seien. In Wirklichkeit gebe es aber zwei Lager und zwei Ausreißer. Auf der einen Seite stünden FOMC-Mitglieder, die dächten, dass dies eine einmalige Anpassung gewesen sei und dass der Zinssenkungszyklus erst 2026 weitergehen solle (sechs FOMC-Mitglieder). Auf der anderen Seite stünden FOMC-Mitglieder, die dächten, dass bis zum Jahresende auf jeder Sitzung eine Senkung um 25 Basispunkte nötig sei (neun FOMC-Mitglieder). Eine Zinssenkung im Oktober sei also noch nicht in Stein gemeißelt und hänge von den noch ausstehenden Datenpunkten ab. Die Fed entscheide von Sitzung zu Sitzung, der Trend sei aber dennoch nach unten gerichtet.
Im Dot-Plot falle ein FOMC-Mitglied auf, das bis zum Jahresende bei jeder Sitzung eine Senkung um 50 Basispunkte bevorzugen würde. Es sei nicht schwer zu erraten, dass es sich dabei um Stephen Miran handeln müsse, der erst diese Woche dem FOMC beigetreten sei. Auf der Sitzung habe nur Miran gegen den Konsensus gestimmt und für eine Senkung des Leitzinses um 50 Basispunkte votiert. Miran scheine aber der einzige extreme Trump-Anhänger zu sein, da andere Verbündete wie Waller und Bowman diesmal mit dem Konsensus gestimmt hätten. Auch wenn das keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt habe, zeige Mirans Ansatz, dass Trumps Nominierte für die Fed nicht unbedingt konsensorientiert agierten, sondern ihrer eigenen Agenda folgten. Auch wenn Lisa Cook vorerst ihren Posten als Fed-Gouverneurin behalten könne, zeige es, dass sich die Fed vielleicht stärker verändern könne, wenn Trump einen Miran-ähnlichen Fed-Vorsitzenden durch den Kongress bringe.
Bei der Pressekonferenz habe Powell Fragen zu Miran oder zur Unabhängigkeit der Fed im Allgemeinen nicht beantwortet. Seine Pressekonferenz sei ziemlich ausgewogen gewesen, weder besonders dovish noch besonders hawkish. Der Fokus habe hauptsächlich auf dem Arbeitsmarkt gelegen, wobei sowohl das sinkende Arbeitskräfteangebot als auch die sinkende Arbeitskräftenachfrage betont worden seien. In letzter Zeit sei die Arbeitskräftenachfrage stärker zurückgegangen als das Arbeitskräfteangebot, was auch zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote geführt habe. Es sei interessant, dass Powell einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte so viel Gewicht beimesse.
Der Finanzmarkt habe zuerst nervös auf die Fed-Entscheidung reagiert. Nach einer kurzen Phase der Volatilität hätten sich jedoch sowohl die Renditen von US-Staatsanleihen als auch der Dollar nur wenig verändert. Der EUR/USD-Kurs handle nahe 1,18, etwas niedriger als vor der Fed-Sitzung. Die Fed-sensitiven 2-jährigen US-Staatsanleiherenditen notierten nahe 3,5 %, wie vor der Fed-Sitzung. Das lange Ende der US-Treasury-Kurve sei leicht gestiegen. Letzteres lege darauf hin, dass das finale Leitzinsniveau näher an die 3 % herangerückt sei. Auf Sicht der nächsten Monate erwarte der Markt zwei weitere Senkungen um jeweils 25 Basispunkte bis zum Jahresende. (18.09.2025/alc/a/a)


